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Untersuchungen zur Nabelinvolution beim Kalb der Rasse Deutsch Holstein post natum

Lang, Dorothée


Originalveröffentlichung: (2021) GieĂźen : DVG Service GmbH
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.658 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-160520
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2021/16052/


Universität Justus-Liebig-Universität GieĂźen
Institut: Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
ISBN / ISSN: 978-3-86345-570-5
Sprache: Deutsch
Tag der mĂĽndlichen PrĂĽfung: 03.03.2021
Erstellungsjahr: 2021
Publikationsdatum: 04.05.2021
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Studie wurden bei 126 Kälber der Rasse Deutsch Holstein, die in dem Zeitraum vom 1. Juli 2018 bis zum 31. Juli 2019 in der Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle geboren wurden, die Involution der extraabdominalen Nabelstrukturen über 10 Wochen und die sonographisch darstellbaren Nabelstrukturen am 14. LT (± 2 Tage) erfasst. Außerdem wurden die Effekte zweier Methoden der Nabeldesinfektion (Jod-Lösung und Engemycin®-Spray) auf die Nabelinvolution sowie auf das Auftreten von Nabelerkrankungen im Vergleich zu einer Gruppe ohne Desinfektion analysiert.
Dabei konnten folgende Ergebnisse erzielt werden:
- Die extraabdominalen Nabelstrukturen bilden sich über die ersten beiden Lebenswochen signifikant zurück (p = 0,000). Bis zur zehnten Lebenswoche findet ein durchschnittlicher Rückgang des Hautnabelumfanges um ca. 1,7 cm, der Hautnabellänge um ca. 2,0 cm und des Nabelstrangdurchmessers um ca. 0,9 cm statt.
- Die durchschnittliche Nabelschnurlänge direkt p. n. beträgt 19,5 ± 9,9 cm. Sie ist nicht signifikant abhängig vom Geburtsverlauf (r = 0,009; p = 0,922), der Geburtslage (r = 0,074; p = 0,416) und dem Geburtsgewicht (r = 0,024; p = 0,791) des Kalbes. Außerdem hat die Nabelschnurlänge keinen signifikanten Einfluss auf den Zeitpunkt des Ablösens vom Hautnabel (r = 0,126; p = 0,576). Bei 23 täglich untersuchten Kälbern wurde der Verlust der Nabelschnur mit 15,2 ± 3,2 Tagen dokumentiert.
- Die Bullenkälber haben einen signifikant größeren Nabelstrangdurchmesser als die Kuhkälber (p = 0,000). Dies zeigt sich auch sonographisch. Die sonographisch darstellbaren Nabelvenen an Pos. 3 und die Nabelvene an Pos. 5 sind bei den männlichen Tieren signifikant größer als bei den weiblichen.
- Das Geburtsgewicht hat einen signifikanten Einfluss auf den Nabelstrangdurchmesser (p = 0,001). Dies zeigt sich zusätzlich sonographisch in den beiden proximalen Positionen (Pos. I und Pos. II). Die Tiere mit einem höheren Geburtsgewicht haben eine signifikant größere intraabdominal darstellbare Nabelvene an Pos. 4 und Pos. 5 als Tiere mit einem geringeren Geburtsgewicht. Die Kleinere der beiden darstellbaren Nabelvenen an Pos. 3 zeigt ebenfalls eine signifikante Größenabhängigkeit zum Geburtsgewicht.
- Das Geschlecht des Kalbes hat keinen signifikanten Einfluss auf die Hautnabellänge, den Hautnabelumfang sowie die Zeitdauer der Abtrocknung der Nabelschnur. Das Geschlecht und das Gewicht beeinflussen die Länge der Nabelschnur sowie die Größe der sonographisch darstellbaren Nabelarterien nicht signifikant.
- Die Nabeldesinfektion hat im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe insgesamt keinen signifikanten Einfluss auf die Involution der Nabelstrukturen.
- Die Hypothese, dass eine mit Engemycin®-Spray versorgte Nabelschnur langsamer abtrocknet, konnte nur bei den weiblichen Tieren innerhalb der ersten Lebenswoche nachgewiesen werden (p = 0,043).
- Es kann keine Aussage darüber getroffen werden, ob eine Nabeldesinfektion zur Prävention von Nabelerkrankungen führt, da keine Entzündungen auftraten. Ein Einfluss der Nabelschnurlänge auf die Krankheitsinzidenz besteht nicht.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass bei Bullenkälbern und Tieren mit höheren Geburtsgewichten größere Nabelstrukturen vorliegen als bei Kuhkälbern und Tieren mit einem geringeren Geburtsgewicht. Die Wirksamkeit einer Nabeldesinfektion auf die Nabelinvolution und auf das Auftreten von Nabelerkrankungen konnte nicht nachgewiesen werden. Ob dies generell zutrifft oder nur für den Betrieb gilt, in dem die Untersuchung durchgeführt wurde, muss zukünftig geklärt werden.
Kurzfassung auf Englisch: The present study with 126 Holstein Friesian calves, born between 1st July of 2018 and the thirty-first July of 2019 at the Educational and Research Centre for Animal Husbandry, Hofgut Neumuehle, records the involution of the extra-abdominal umbilical structures over ten weeks and the umbilical structures which are ultrasonographical visible on the fourteenth day (± 2 days) of life. Furthermore, the effect of two different methods of umbilical treatment (Iodine-tincture and Engemycin®-Spray) are analyzed regarding to the umbilical involution and the occurrence of umbilical infection compared to a group without umbilical treatment.
The following results have been achieved:
- The extra-abdominal structures recede significantly (p = 0.000) during the first two weeks of life. Up to the tenth week of life there is a mean decrease in the girth of the umbilical skin of approximately 1.7 cm, in the length of the umbilical skin of approximately 2.0 cm and in the diameter of the umbilical stalk of approximately 0.9 cm.
- The mean length of the umbilical cord directly p. n. is 19.5 ± 9.9 cm. The length is not significantly dependent on the obstetrics (r = 0.009; p = 0.922), the calf´s birth position (r = 0.074; p = 0.416) and the calf´s birth weight (r = 0.024; p = 0.791). Besides the length of the umbilical cord does not significantly influence the time of detachment (r = 0.126, p = 0.576). The detachment of the umbilical cord from twenty-three daily examined calves is documented with 15.2 ± 3.2 days.
- The diameter of the umbilical stalk of bull calves is significantly greater than those of heifer calves. This is also ultrasonographical apparent. The ultrasonographical visible umbilical veins on position 3 and the umbilical vein on position 5 of bull calves are significantly greater than those of heifer calves.
- The birth weight influences the diameter of the umbilical stalk significantly (p = 0.001). This is also ultrasonographical apparent in the two proximal positions (Pos. II and Pos. I). The ultrasonographical visible umbilical vein on position 4 and 5 of calves with a higher birth weight is significantly greater than those of calves with a lower birth weight. The smaller one of the two ultrasonographical visible umbilical veins on position 3 shows as well a significant influence of the birth weight.
- The sex has no significant influence on the length of the umbilical skin, the girth of the umbilical skin and the period of drying time of the umbilical cord. The sex and the birth weight do not influence the length of the umbilical cord as well as the size of the ultrasonographical visible umbilical arteries.
- In general, the umbilical treatments have in comparison to the untreated control group no significant influence on the umbilical involution.
- The hypothesis, that an umbilical cord treated with Engemycin®-Spray dries slower, can only be confirmed through the heifer calves within the first week of life (p = 0.043).
- Because of the lack of umbilical infections, it is not possible to testify whether an umbilical treatment leads to a prevention of umbilical infection or not. The length of the umbilical cord has no influence on the incidence of a disease.
As a conclusion the umbilical structures of male calves and ones with a higher birth weight are greater than those of female calves and those with a lower birth weight. An effect of the umbilical treatment on the umbilical involution and on the occurrence of umbilical infection could not be proved. If this is generally true or only applies to the farm, where the examination has been carried out, has to be answered in future studies.
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