GEB - Determinanten effektiven Zahnputzverhaltens : psychologische und soziodemographische Prädiktoren von Verhaltensweisen, die effektives Zahnputzverhalten vorhersagen - Ebel, Stefanie 
 

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Determinanten effektiven Zahnputzverhaltens : psychologische und soziodemographische Prädiktoren von Verhaltensweisen, die effektives Zahnputzverhalten vorhersagen

 Ebel, Stefanie


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-150620
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2020/15062/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Medizinische Psychologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.02.2020
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 01.04.2020
Kurzfassung auf Deutsch: Zur Erhaltung der Mundgesundheit ist das Zähneputzen essentiell. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass der Zahnputzvorgang häufig mangelhaft ausgeführt wird, sodass nach dem Zähneputzen noch ein hoher Anteil der Gingivarandflächen plaquebehaftet ist. Ziel der vorliegenden Arbeit war zu prüfen, (1.) welche psychologische Faktoren und (2.) welche soziodemographischen Risikoindikatoren sich zur Vorhersage von solchen Parametern des Zahnputzverhaltens eignen, für die zuvor gezeigt wurde, dass sie eine höhere Plaquefreiheit vorhersagen. Diese Analyse sollte zum einen dazu dienen, Hypothesen abzuleiten, wo Interventionen sinnvoll ansetzen können, zum anderen um Risikogruppen mit besonderem Interventionsbedarf zu identifizieren.
N=98 18-Jährige aus Gießen wurden instruiert, ihre Zähne so gründlich wie möglich zu reinigen und wurden hierbei gefilmt. Anschließend wurde die verbliebene Plaque erhoben. Am Ende der Untersuchung füllten die Teilnehmenden Fragebögen zu psychologischen Parametern (parodontitisrelevantem Wissen, Selbstwirksamkeitserwartungen, Entscheidungsbalance, Zahnbehandlungsangst) und soziodemographischen Parametern (Geschlecht, Schulabschluss, Bildung der Eltern) aus. Die Zahnputzvideos wurden von zwei zuvor kalibrierten unabhängigen Beobachterinnen analysiert. Dabei erwiesen sich (in einer vorangestellten Analyse; Ebel et al. 2019) die Putzsystematik und die Dauer, mit der kreisende Bewegungen ausgeführt wurden, als besonders vorhersagekräftig hinsichtlich der Plaquefreiheit nach Putzen. Mittels ausreißerkontrollierter multipler Regressionsanalysen wurde überprüft, (1.) welche psychologischen Parameter und (2.) welche soziodemographischen Risikoindikatoren a) die Putzsystematik sowie b) die Dauer der kreisenden Bewegungen am besten vorhersagen.
Als wichtige psychologische Prädiktoren für die Ausführung des Zahnputzverhaltens erwiesen sich die Zahnbehandlungsangst, das parodontitisrelevante Wissen, die Selbstwirksamkeitserwartungen und die Pro´s der Entscheidungsbalance. Die soziodemographischen Parameter eigneten sich weniger gut zur Vorhersage und sagten statistisch signifikant nur die Putzsystematik vorher. Hier war das Bildungsniveau der Teilnehmenden resp. ihrer Eltern, nicht aber das Geschlecht relevant. Deskriptiv zeigten sich einerseits hohe Selbstwirksamkeitserwartungen und Pro´s der Entscheidungsbalance, andererseits deutliche Wissensdefizite, ein unsystematischer Putzstil und ein hoher Anteil persistierender Plaque nach dem Zähneputzen.
Nach den Ergebnissen der vorliegenden Analyse wäre bei psychologischen Interventionen insbesondere darauf zu achten, Zahnbehandlungsangst zu minimieren und Selbstwirksamkeitserwartungen zu adressieren, sofern diese noch gering ausgeprägt sind. Auch sollte auf ausreichendes Wissen der Patientinnen und Patienten geachtet werden. Zwar war auch die Bildung mit dem Zahnputzverhalten assoziiert, allerdings waren diese Zusammenhänge eher gering, sodass dies als Plädoyer dafür gewertet wird, Maßnahmen zur Verbesserung der Mundhygiene eher flächendeckend zu ergreifen.
Kurzfassung auf Englisch: Toothbrushing is essential for maintaining oral health. Current studies indicate that the brushing process is often poorly performed as a high amount of plaque persists at the gingival margin after brushing. The aim of the present study was to examine (1.) psychological factors and (2.) sociodemographic risk indicators that best predict those parameters of the toothbrushing performance that have previously been shown to predict oral cleanliness. This approach could enable to generate hypotheses of how to target interventions more successfully and to identify groups with special treatment needs.
18-year olds (N=98) from Giessen, Germany, were instructed to clean their teeth to the best of their abilities while being filmed. After brushing, the remaining plaque levels were assessed. At the end of the examination, the participants completed questionnaires regarding psychological parameters (self-efficacy expectations, decisional balance (pros and cons), dental anxiety and periodontitis-related knowledge) and sociodemographic parameters (gender, education and parents´ education). Videos were analyzed by two independent previously calibrated observers. In the previous part of the study (see Ebel et al. 2019), oral cleanliness after brushing was best predicted by brushing systematics and the duration of circular movements. For the present analysis, multiple outlier-controlled regression analyses were performed to assess (1.) which psychological parameters and (2.) which sociodemographic risk indicators best predict a) brushing systematics and b) the duration of circular movements.
Psychological parameters that best predicted the toothbrushing performance were dental anxiety, periodontitis-related knowledge, self-efficacy expectations and the pros of the decisional balance. The sociodemographic parameters were less predictive and only predicted the brushing systematics significantly. Here, the participants´ education and their parents´ education were relevant, but not gender. Although descriptive analyses revealed high self-efficacy expectations and pros, deficits in periodontitis-related knowledge, an unsystematic toothbrushing performance and high plaque levels after toothbrushing were found.
According to the results of the present analysis, psychological interventions should particularly aim to reduce dental anxiety and increase self-efficacy expectations if these are low. It should also be ensured that patients have sufficient knowledge. Although the education was also associated with the toothbrushing performance, the correlations were rather small. Therefore, future interventions should be applied widely rather than focusing on specific groups.
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