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Erhebung zur Vermittlung pharmakologischer Inhalte während der Ausbildung zum Notfallsanitäter und Vergleich mit pharmakologischen Inhalten der Ausbildung zum Rettungsassistenten

Bernhardt, Samuel


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-149338
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2019/14933/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Rettungsdienst , Ausbildung , Notfallsanitäter , Rettungsassistent , Pharmakologie
Freie Schlagwörter (Englisch): paramedic , trainig , pharmacology
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie
Fachgebiet: Medizin fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.09.2019
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 25.11.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Am 1. Januar 2014 ist das „Gesetz über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters“ (NotSanG) in Kraft getreten und ersetzte das bis dahin gültige „Rettungsassistentengesetz“. Dadurch wurde die Ausbildung für den Rettungsdienst von zwei auf drei Jahre verlängert und dem Notfallsanitäter ein erweiterter Aufgabenbereich insbesondere in Bezug auf das Arbeiten ohne Notarzt, der sog. „Notkompetenz“, zugewiesen. Im Rahmen dieser sog. „Notkompetenz“ können Notfallsanitäter eigenständig ärztliche Maßnahmen durchführen. Die Umsetzung der Ausbildung fällt dabei aber in die Verantwortlichkeit der Länder und wird bis auf Kommunalebene delegiert. Diese Situation führte schon bei der Rettungsassistentenausbildung zu großen Divergenzen bezüglich des Ausbildungsstandes in den einzelnen Rettungsdienstbereichen. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den aktuellen Stand der pharmakologischen Ausbildung von Notfallsanitätern zu ermitteln und mit der Situation während der Rettungsassistentenausbildung zu vergleichen.
Hierfür kam ein Fragebogen auf Basis des Bogens einer vorhergehenden Befragung zum Einsatz. In diesem wurden sowohl die Rahmenbedingungen (z.B. zeitlicher Umfang, Verantwortliche, etc.) als auch ein Medikamentenkatalog abgefragt.
Bei der Analyse zeigte sich, dass es drei Verantwortliche für die Auswahl der Medikamente gibt, deren Häufi gkeit sich aber nicht unterscheidet: ÄLRD (p=0,182), Behörden (p=0,317), Schulleitung (p=0,505). Insgesamt ist der ÄLRD an 94,3% der Notfallsanitäterschulen an der Medikamentenauswahl, nicht immer verantwortlich beteiligt. Im Blick auf die Einordnung der Medikamente in das Notkompetenzsystem hat eine Verstärkung der Fragmentierung stattgefunden. Zwar gaben 86,1% der befragten Schulen an, dass dies keinen Einfluss auf die Ausbildung habe, im Vergleich mit der Rettungsassistentenausbildung ist dies jedoch nicht signifi kant (p=0,077). Bei der Analyse des Medikamentenkataloges zeigte sich eine gegenteilige Entwicklung. Auch eine von verschiedenen Berufsverbänden im sog. Pyramidenprozess als Mindeststandard erarbeitete Medikamentenliste konnte dies nicht verhindern. Nur 65,4% der Medikamente dieser Liste wurden von mehr als 90% der Schulen gelehrt.
Insgesamt konnte keine signifi kante Vereinheitlichung der pharmakologischen Ausbildungsinhalte festgestellt werden. Es besteht aber weiterhin Forschungsbedarf. Insbesondere der Stellenwert von Algorithmen als Instrument für standardisiertes Vorgehen und Implementierung einer sog. Regelkompetenz in der Patientenversorgung müssen weiter untersucht werden.
Kurzfassung auf Englisch: On the 1st January 2014 the “Law on the profession of Paramedics” came into effect. It replaced the “Paramedical law” and extended the total education and training time for becoming a paramedic from two years to three years. In addition, Paramedics now are permitted to operate more invasive procedures until an emergency physician arrives at the scene. Unfortunately, the organization of the education is made by the 16 federal states of Germany and each of them delegates this task to its districts. This complex situation was already present in the previous time of the “Paramedical law” and led to inherent differences regarding the education of each federal state. Former studies pointed out, that there were big differences especially in pharmacological education, before the “Law on the profession of Paramedics” came out. This current study aimed on the situation in pharmacological education after the “Law on the profession of Paramedics” came into effect. It also compared these two situations. Therefore, a questionnaire was used. It contained questions about the general conditions of the education as well as a catalogue of pharmaceuticals. The questionnaire was based on a former study, but was modified to fit the present situation. The analysis shows, that there are three persons or rather institutions who are responsible to choose pharmaceuticals to be taught, but none of them in more than half of the school. These were the physician in chief (p=0,182), school department (p=0,317) and the principals board of the school (p=0,505). At 94.3% of the schools the physician in chief has at least some influence on the process of choosing the pharmaceuticals. It became also apparent that especially the classification of pharmaceuticals which may be used by paramedics differs. 86,1% of the interviewed schools stated that this would have no effect on the education, which did not significantly differ from the old training (p=0,077). In fact this classification had a great impact on the teaching level of the pharmaceuticals. There was also a list of pharmaceuticals which were approved for paramedical usage by different social-professional organizations, but only 65,4% of them were taught by more than 90% of the schools. It is obvious, that there is no standardization regarding the pharmaceutical education of paramedics. Unfortunately, the reasons for this development are still unclear. It must be done more research on this topic, especially regarding algorithms which are used for standardization of operations and the usage of pharmaceuticals.
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