Giessener Elektronische Bibliothek

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Video- und Livevorlesung im Rahmen der Examensvorbereitung für Medizinstudierende im Vergleich : Lehrveranstaltungs- und Ergebnisevaluation

Video and live lecture as part of the exam preparation for medical students : a comparative evaluation of lecture types and results

Brockfeld, Thomas


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-144318
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2019/14431/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Vorlesungsvideos , klinische Ausbildung , Bildungstechnologien , videobasierter Unterricht
Freie Schlagwörter (Englisch): Lecture videos , clinical education , educational technologies , video-based teaching
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.03.2019
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 18.04.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Vorlesungsaufzeichnungen ermöglichen ein zeitlich und räumlich unabhängiges Lernen in selbstbestimmtem Lernrhythmus. Sie können Teil eines Lernprogramms sein, das, um weitere Multimediaanwendungen und Testaufgaben ergänzt, Studierenden über das Internet angeboten werden kann. Bisherige Studien ermittelten die Effektivität derartiger Videovorlesungen im Medizinbereich anhand weniger, ausgewählter Themen. In dieser Studie wird verglichen, ob Videovorlesungen zum kompletten Prüfungsstoff des klinischen Abschnitts der Ärztlichen Prüfung ebenso effektiv sind wie Livevorlesungen. Außerdem wird untersucht, ob Studierende Live- oder Videovorlesungen präferieren.
2014 wurde an der Universität Göttingen ein Repetitorium zur Vorbereitung auf den klinischen Abschnitt der Ärztlichen Prüfung durchgeführt. Dazu wurde vor drei Vierteln der Repetitoriumsteilnehmer 41 je vierstündige Unterrichtseinheiten live abgehalten, während im Parallelhörsaal der gleiche Unterricht auf einem zuvor produzierten Video gezeigt wurde. Die Zuteilung zur Videogruppe wechselte täglich, so dass alle Studierenden sowohl Live- also auch Videounterricht gesehen haben. Zum Vergleich der Effektivität wurden für 205 Studierende verglichen, wie Video- und Livekursteilnehmer die 301 durch den Kurs abgedeckten Multiple-Choice-Fragen der Ärztlichen Prüfung beantwortet haben. Außerdem wurde ein Fragebogen zur Präferenz hinsichtlich Live- oder Videounterricht ausgewertet.
46926 Fragen, deren Inhalte zuvor live vermittelt wurden, wurden zu 78,283 % richtig beantwortet, bei den 14779 durch Videos vermittelten Fragen waren es 0,322 Prozentpunkte mehr. Der Unterschied ist sehr gering und nicht signifikant (p = 0,407, Effektstärke omega = 0,003337).
Bei der allgemeinen Frage nach der Präferenz zogen 48 % den Liveunterricht vor, 27 % den Videounterricht und 25 % gaben „neutral“ an. Die differenzierte Unterrichtsbewertung ergab hingegen, dass die Merkmale Lernatmosphäre, Konzentrationsfähigkeit, Anwesenheit anderer Studenten und die akustische Verständlichkeit beim Videounterricht signifikant besser beurteilt werden als live, aber kein Merkmal beim Livekurs besser als auf Video.
Video- und Liveunterricht sind zur Vorbereitung auf den klinischen Abschnitt der Ärztlichen Prüfung gleich effektiv. Videovorlesungen bieten viele Vorteile sowohl für die Studierenden als auch die Fakultäten und könnten daher herkömmliche Liveveranstaltungen ergänzen und z.T. ersetzen.
Kurzfassung auf Englisch: Video lectures allow to learn in an individual rhythm of learning, irrespective of any guidelines concerning time or place. They can be offered to students via internet as parts of learning programs containing some additional multimedia computer applications and test questions.
Previous studies determined the effectiveness of such video lectures in the field of medicine on the basis of a few selected topics. The present study draws a comparison as to whether video lectures are just as effective as live lectures to impart the complete contents of the clinical part of the medical exam. The study also examines whether students prefer live or video lectures.
In 2014, a preparatory course was held at the University of Göttingen to train the students for the clinical part of the medical exams. To three-quarters of the participants, 41 four-hour lessons were held live, while the same lessons were shown on a previously produced video to the remaining quarter of students in another lecture hall. The assignment to the video group changed daily, so that all students saw both live and video lectures. To compare the effectiveness, it was evaluated for 205 students how video and live students answered the 301 multiple choice questions of the medical exam (covered by the course). In addition, a questionnaire on preference for live or video lessons was evaluated.
46926 questions, the contents of which had previously been imparted live, were answered 78.283% correctly. 14779 questions, the contents of which had been imparted by video were answered 78.605% correctly. The difference of 0.322 percentage points is very small and not significant (p = 0.407, effect size omega = 0.003337).
In the general question of preference, 48% preferred the live lessons, 27% preferred the video lessons, and 25% stated “neutral”. On the other hand, the differentiated assessment of the lessons showed that the items “learning atmosphere”, “ability to concentrate”, “presence of other students” and “acoustic intelligibility” were assessed significantly better for the video courses than for the live courses. No item of the live course was rated better than in the video course.
Video and live lectures are equally effective in preparation for the clinical part of the medical exams. Video lectures offer many advantages for the students and for the faculties and could complement and partly replace conventional live events.
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