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Antierosiver und antiabrasiver Effekt konventioneller und antierosiver Zahnpasten auf Dentin in-vitro

Anti-erosive and anti-abrasive effect of conventional and anti-erosive toothpastes on dentin in-vitro

Lehmann, Verena-Vanessa


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-143271
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2019/14327/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Erosion , Zahnpaste , Fluorid , Dentin
Freie Schlagwörter (Englisch): erosion , toothpaste , fluorid , dentin
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.11.2018
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 07.05.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Innerhalb der letzten Jahre sind zahlreiche neue Zahnpasten auf den Markt gekommen, welche laut Herstellerangaben antierosive Eigenschaften besitzen und einen Schutz gegenüber erosivem Zahnhartsubstanzverlust bieten.
Ziel der Untersuchung war es daher von verschiedenen konventionellen und speziellen Produkten mit der Indikation „Erosionen“ den antierosiven Effekt (Experiment 1) und zusätzlich deren antierosive/antiabrasive Wirkung (Experiment 2) im Dentin zu untersuchen.
Getestet wurden sechs verschiedene konventionelle Natriumfluorid-Zahnpasten, zwei zinnhaltige Produkte, zwei Spezialpasten mit Fluorid mit der Indikation „Erosionen“ und drei Spezialpasten ohne Fluorid. Eine zinnhaltige Mundspüllösung diente als Positivkontrolle.
Die in den Produkten enthaltenen Wirkstoffe waren Natriumfluorid (Konzentration zwischen 1400 und 1490 ppm F−), Natriumfluorid (1400 ppm F−) in Kombination mit Kaliumnitrat, Hydroxylapatit oder Hydroxylapatit-ähnliche Stoffe in nanokristalliner Form, Chitosan, Kaseinphosphopeptide, Zinnfluorid oder Zinnchlorid (Konzentrationen zwischen 800 und 3436 ppm Sn2+) in Kombination mit Fluorid.
Bei der Versuchsdurchführung wurde ein zyklisches De- und Remineralisationsmodell über zweimal fünf Tage angewandt. Die Demineralisation erfolgte sechs Mal täglich für zwei Minuten mit einer 0,05 molaren Zitronensäure mit einem pH-Wert von 2,4. Zwischen den Demineralisationsphasen wurden die Proben für jeweils eine Stunde in einer Remineralisationslösung aufbewahrt.
Nach der ersten und sechsten Demineralisation wurden die Proben in Experiment 1 für zwei Minuten in Suspensionen der getesteten Produkte geschwenkt. In Experiment 2 wurden die Proben ebenfalls zwei Minuten den Produktsuspensionen ausgesetzt und zusätzlich innerhalb dieser Zeit fünfzehn Sekunden mit einem Bürstgewicht von 200 g gebürstet. Bei beiden Experimenten wurde eine Negativerosionskontrolle mitgeführt, welche nur erodiert wurde. Bei Experiment 2 wurde zusätzlich eine Negativbürstkontrolle mitgeführt, welche erodiert und mit einer fluoridfreien Zahnpaste gebürstet wurde.
Eine Positivkontrolle wurde bei Experiment 1 direkt nach dem Erodieren mit einer Mundspüllösung, welche 800 ppm Sn2+ und 500 ppm F− enthielt (Elmex Erosionsschutz Zahnspülung), behandelt. Bei Experiment 2 wurde die Positivkontrolle nach dem Erodieren zuerst für 15 Sekunden mit einer fluoridfreien Zahnpaste gebürstet und danach mit der Mundspüllösung behandelt. Der Substanzverlust wurde am Ende jeden Experiments profilometrisch bestimmt.
In Experiment 1 führten bis auf zwei fluoridfreie Spezialpasten alle Produkte zu einer signifikanten Reduktion des Substanzverlustes gegenüber der alleinigen Erosion (Negativerosionskontrolle). Die konventionellen NaF-Pasten und die Spezialpasten mit Fluorid wiesen eine vergleichbare Effektivität auf (Reduktion um 31-49%). Von den drei fluoridfreien Spezialpasten führten zwei zu keiner signifikanten Reduktion gegenüber der Negativerosionskontrolle (11%, 13% und 25%). Eins der zwei zinnhaltigen Produkte war in seiner Effektivität mit den konventionellen NaF-Pasten und den Spezialpasten mit Fluorid vergleichbar (Reduktion um 29%), während das zweite zinnhaltige Produkt zur Positivkontrolle vergleichbare Ergebnisse lieferte (Reduktion um jeweils 59%).
In Experiment 2 führte das Bürsten (Negativbürstkontrolle) zu keiner signifikanten Erhöhung des Substanzverlustes gegenüber der alleinigen Erosion (Negativerosionskontrolle). Die Spezialpasten mit Fluorid waren in ihrer Wirksamkeit den konventionellen Fluoridzahnpasten nicht überlegen (jeweils Reduktionen zwischen 11% und 55%) und die fluoridfreien Spezialpasten wiesen sogar höhere Substanzverluste auf als die Negativkontrollen. Eins der zwei zinnhaltigen Produkte führte zu keiner signifikanten Reduktion (4%), wohingegen das zweite zinnhaltige Produkt (Reduktion um 56%), wie bereits in Experiment 1, in seiner Effektivität der Positivkontrolle (53%) entsprach.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass bestimmte zinnhaltige Produkte Erosionen sowie Zahnhartsubstanzverluste durch kombinierte Erosions-Abrasions-Einflüsse im Dentin reduzieren können. Allerdings zeigt sich auch bei den effektivsten Produkten nur eine Reduktion von knapp 60%, sodass eine Entwicklung von effektiveren Strategien sinnvoll und wünschenswert wäre.
Kurzfassung auf Englisch: Over the past years several new toothpastes were marketed, which, according to the manufacturers data, claimed to have anti-erosive qualities and protect against erosive tooth wear. Hence, the aim of the present study was to examine the anti-erosive effects of different conventional and new products with the indication “Erosion” (experiment 1) and, in addition, their antierosive/antiabrasive effect (experiment 2) on dentine.
Six different conventional sodium fluoride toothpastes, two tin-containing products, two special toothpastes with fluoride with the indication “Erosion” and three special toothpastes without fluoride were tested. A tin-containing mouthrinse served as a positive control.
The active agents of the products were sodium fluoride (concentration between 1400 and 1490 ppm F−), sodium fluoride (1400 ppm F−) in combination with potassium nitrate, hydroxyapatite or materials similar to hydroxyapatite in nano-crystalline form, chitosan, caseinphosphopeptide, stannous fluoride or stannous chloride (concentrations between 800 and 3436 ppm Sn2+) in combination with fluoride.
For the study a cyclic de- and remineralisation model was used over a 2 x five day period. The demineralisation was performed six times daily for two minutes with 0.05 M citric acid with a pH of 2.4. Between the demineralisation phases the specimens were stored in a remineralisation solution for one hour.
After the first and sixth demineralisation in experiment 1, samples were immersed in suspensions of the tested products for two minutes. In experiment 2 the samples were also immersed in the suspensions of the products for two minutes and were additionally brushed for fifteen seconds within this time with a brushing load of 200 g. For both experiments a negative erosion control was included, which was only eroded. For experiment 2 a negative brush control was included, which was eroded and additionally brushed with a fluoride free toothpaste.
In experiment 1 a positive control was treated with a mouthrinse directly after erosion, which contained 800 ppm Sn2+ and 500 ppm F− (Elmex Erosionsschutz Zahnspülung). In experiment 2, after erosion the positive control first was brushed for 15 seconds with a fluoride free toothpaste and was treated afterwards with the mouthrinse. The tissue loss was determined profilometrically at the end of every experiment.
In experiment 1, except for two fluoride free special toothpastes, all products led to a significant reduction of the tissue loss compared to erosion only (negative erosion control). The conventional NaF toothpastes and the special toothpastes with fluoride showed a comparable efficacy (reduction about 31-49%). Two of the three fluoride free special toothpastes led to no significant reduction compared with the negative erosion control (11%, 13% and 25%). One of the two tin-containing products was comparable in its efficacy to the conventional NaF toothpastes and the special toothpastes with fluoride (reduction about 29%), while the second tin-containing product was as effective as the positive control (reduction about 59% each).
In experiment 2 brushing (negative brush control) did not increase substance loss compared with erosion only (negative erosion control). The special toothpastes with fluoride were not more effective than the conventional fluoride toothpastes (reduction between 11% and 55% each). The fluoride free special toothpastes produced even higher substance losses than the negative controls. One of the two tin-containing products did not lead to a significant reduction (4%), while the second tin-containing product (reduction about 56%) was as effective as positive control (53%), likewise it was already found for experiment 1.
The results clearly show that some tin-containing products are able to reduce dentine erosion. Nevertheless, even the most effective products showed only a reduction by approximately 60%, consequently, the development of more effective strategies would be useful and desirable.
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