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Die Beurteilung fetaler atrioventrikulärer Überleitungszeiten mit gepulstem Doppler sowie gepulstem und farbkodiertem Gewebedoppler

Reuter, Charlott Kristin


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-139824
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2019/13982/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Abteilung für Pränatalmedizin und gynäkologische Sonographie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.12.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 29.01.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel: Ziel dieser Studie war es, die Übereinstimmung der drei Ultraschallmessmethoden PW-Doppler, PW-Gewebedoppler (PW-TDI) und farbcodierter Gewebedoppler (C-TDI) in Bezug auf die AV-Überleitungszeit AV-ÜLZ sowie die Zyklusintervalle isovolumetrische Kontraktionszeit ICT, Ejektionszeit ET und isovolumetrische Relaxationszeit IRT zu überprüfen. Zusätzlich sollte die Frage beantwortet werden, ob sich die AV-Überleitungszeit mit zunehmendem Gestationsalter verändert. Des Weiteren sollte eine Testgruppe zeigen, ob immunologische Erkrankungen oder Arrhythmien zu verlängerten AV-Überleitungszeiten führen.
Methoden: Bei 59 herzgesunden Feten zwischen der 19. und 37. SSW wurden die Velocity-Kurven und die TDI-Rohdaten-Loops im apikalen oder basalen Vierkammerblick aufgezeichnet (Toshiba Aplio XG und Toshiba Artida). Weiterhin wurden neun Patientinnen mit vorbestehenden Erkrankungen, bei welchen ein Zusammenhang zur Entstehung eines AV-Block ersten Grades beim Ungeborenen vermutet wird, untersucht. Es wurden die AV-ÜLZ sowie die ICT, ET und IRT mittels PW-Doppler linksventrikulär, PW-TDI biventrikulär sowie mittels C-TDI ebenfalls biventrikulär bestimmt. Die AV-Intervalle wurden von Beginn der A-Welle bis zum Beginn der ICT (Aa-IV) und bis zum Beginn der ventrikulären Systole (Aa-Sa) gemessen (Nii et al. 2006a).
Ergebnisse: Es konnte statistisch nur eine sehr geringe Übereinstimmung der Methoden untereinander nachgewiesen werden. Im C-TDI zeigte sich eine stark positive Korrelation zwischen dem Schwangerschaftsalter und der AV-Überleitungszeit. Im PW-TDI rechtsventrikulär konnte eine signifikante Verlängerung für das AV-Intervall Aa-IV der Testgruppe im Vergleich zum Normalkollektiv gezeigt werden. In allen anderen Verfahren ergaben sich keine signifikant veränderten Überleitungszeiten.
Diskussion: Da nur eine sehr geringe statistische Übereinstimmung innerhalb der Methoden bezüglich der gemessenen Zeitintervalle belegt werden konnte, sind weitere Tests auf Unterschiedlichkeit durchzuführen sowie ein Goldstandard und standardisierte Referenzwerte ist zu ermitteln, um Aussagen zur Güte der einzelnen Methoden treffen zu können. Da allein im C-TDI eine Zunahme der AV-Überleitungszeit in Laufe der Schwangerschaft aufgezeigt wurde, bleibt zu diskutieren, ob die Zeitintervalle mit dem farbcodierten Gewebedoppler exakter als mit anderen Methoden zu messen sind. Eine Verlängerung der AV-ÜLZ im Laufe der Schwangerschaft ist am ehesten auf die abnehmende Herzfrequenz zurückzuführen. Um zu zeigen, dass immunologische Erkrankungen zu veränderten Überleitungszeiten führen, sollte das Patientenkollektiv bei zukünftigen Studien größer gewählt werden.
Kurzfassung auf Englisch: Objectives: The aim of this study was to verify the concordance of the Doppler-derived echocardiographic techniques pulsed-wave Doppler, pulsed-wave Tissue Doppler Imaging (PW-TDI) and colour-coded Tissue Doppler Imaging (C-TDI) of atrial conduction time and the fetal cardiac cycle time intervals isovolumetric contraction time (ICT), ejection time (ET) and isovolumetric relaxing time (IRT). The question whether the atrial conduction time changes with advancing pregnancy was examined in detail. Additionally, a focus group should shed light on whether immunological diseases or malformation result in prolonged AV interval time. Methods: 59 pregnant healthy women between 19th and 37th week of gestation were examined. Furthermore, 9 participants with AV time interval extending diseases were screened. Based on velocity curves AV interval time, ICT, ET and IRT were measured directly by PW-Doppler left ventricular, PW-TDI and C-TDI biventricular. The AV interval was measured by determining the time interval between atrial contraction onset and isovolumetric contraction onset (Aa-IV) as well between atrial contraction onset and ventricular systole onset (Aa-Sa) (Nii et al. 2006a). Results: The statistical analysis showed a low level of concordance among the methods. Only C-TDI strongly showed a positive correlation between gestational age and AV interval time. In PW-TDI right ventricular, a significant prolongation of AV time interval Aa-IV was observed in the test group. No other method detected a significant variation of AV conduction time. Discussion: Only a low concordance of the various methods could be found. Further tests are required and it will be necessary to define standards for measurement to compare with and to gather gestational age-specific reference data. Only C-TDI showed a prolongation of AV time interval during gestation. It remains to be clarified if AV time intervals can be measured more precisely by C-TDI than by other methods. The increase of AV interval is most likely caused by decreasing heart rate during gestation. Larger sample sizes are required to show that immunological diseases lead to prolonged AV time intervals.
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