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Komplementär- und alternativmedizinisches Versorgungsangebot in der Gynäkologie und Geburtshilfe in Hessen

Maisch, Michael Johannes


Originalveröffentlichung: (2018) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.706 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-139146
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2019/13914/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6665-9
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.10.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 07.01.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Einleitung: Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) erfährt in verschiedenen medizinischen Fächern und auch in der Gynäkologie und Geburtshilfe immer mehr Resonanz. Die Gründe für Ärzte, CAM-Methoden anzubieten sind ebenso vielfältig wie seitens der Patienten CAM in Anspruch zu nehmen. Eine Studie die speziell den ärztlichen, niedergelassenen Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe untersucht, existierte bis dato noch nicht. Neben der Erfassung des komplementär- und alternativmedizinischen Versorgungsangebots setzte sich diese Arbeit ebenfalls das Ziel den Einfluss einer CAM-Zusatzbezeichnung auf das CAM-Angebot zu untersuchen.
Methodik: Es wurde ein Erfassungsbogen gestaltet, welcher in kurzer, tabellarischer Form die Zusammenarbeit mit anderen CAM-Anbietern und der Empfehlung von CAM im Allgemeinen sowie CAM-Methoden im Speziellen bei verschiedenen Krankheits- und Beschwerdebildern abfragte. Dieser Erfassungsbogen wurde persönlich und postalisch allen zum damaligen Zeitpunkt in Hessen niedergelassenen Fachärzten der Gynäkologie und Geburtshilfe ausgehändigt.
Ergebnisse: 310 (36,7 %) der Gynäkologen und Geburtshelfer sandten einen auswertbaren Fragebogen zurück. Eine Zusammenarbeit bezüglich CAM existierte in über der Hälfte der Fälle.
Für eine Mehrzahl der abgefragten Krankheiten bestand ein lücken- oder mangelhaftes CAM-Versorgungsangebot. Auf der anderen Seite fand sich bei Schwangerschaftsbeschwerden und Problemen im Wochenbett, gefolgt von klimakterischen Beschwerden sowie dem prämenstruellen Syndrom ein umfassendes CAM-Angebot. CAM-Methoden für diese Krankheitsbilder wurden auch häufig seitens der Patientinnen nachgefragt.
Das Führen der Zusatzbezeichnung Akupunktur korrelierte signifikant mit der Empfehlung von Akupunktur bei den meisten Krankheiten. Selbiges traf für das Tragen der Zusatzweiterbildung Homöopathie und der Empfehlung von Homöopathie zu.
Schlussfolgerungen: In keinem Krankheitsbild mit hoher Nachfrage existierte eine Lücke im CAM-Angebot. Dennoch muss für die Zukunft ein Fokus auf die Ausbildung und Verbreitung von evidenzbasierten CAM-Methoden gelegt werden. Die hier ermittelten stark nachgefragten Krankheitsbilder und CAM-Methoden, können zur Priorisierung zukünftiger Untersuchungen dienen.
Kurzfassung auf Englisch: Background: Complementary and alternative medicine (CAM) receives more attention in different medical fields including obstetrics and gynecology (OB/GYN). The reasons for physicians to offer CAM methods are as diverse as are the reasons for patients to ask for CAM. A study which examined the office-based part of patient care in OB/GYN did not exist yet. Besides the assessment of health care structure regarding CAM, an additional goal of this study was to determine the influence of different qualifications in the field of CAM on the recommendation of CAM methods.
Methods: A survey was created which assessed cooperation and recommendations towards different obstetric and gynecological illnesses and complaints regarding CAM in a short questionnaire. Said survey had been given out personally or via mail to all office-based obstetricians and gynecologists in Hesse, Germany.
Results: 310 (36, 7 %) physicians sent back an applicable reply. In more than half of the cases a cooperation regarding CAM existed.
A scarce supply existed for the majority of the prompted illnesses. A high number of CAM provision had been found in complaints during pregnancy and puerperal problems, followed by climacteric complaints as well as premenstrual syndrome. CAM methods for those diseases were also commonly asked for by patients.
Additional qualifications in acupuncture correlated significantly with the recommendation of acupuncture in the majority of illnesses. Same results have been found with qualifications in homeopathy and the recommendation of homeopathy.
Conclusions: A lack of CAM supply did not exist in any illness with a high demand for CAM. Nevertheless, there needs to be a focus on education and distribution of evidence-based CAM methods in the future. Those illnesses with a strong demand for CAM and the ascertained preferred methods can be used as prioritization for future studies.
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