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Oberflächenqualität von Klasse V Kompositfüllungen in Abhängigkeit von der klinischen Verweildauer

Surface quality of class V composite fillings depending on the clinical wear

Hornung, Kai


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-135278
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2018/13527/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Klasse V Füllung , Politur , Rauigkeit
Freie Schlagwörter (Englisch): class V , composite , polishing , roughness
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.03.2018
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 16.04.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden klinischen Studie war die Untersuchung der Füllungsoberfläche von drei unterschiedlichen Kompositmaterialien im Zahnhalsbereich unmittelbar nach Legen der Füllung und nach einer klinischen Verweildauer von einem Jahr. Die in dieser Studie verwendeten Kompositmaterialien waren zwei Nanopartikel-Komposite, Filtek Supreme XT Flowable Restorative und Filtek Supreme XT body sowie das Feinpartikel-Hybridkomposit Filtek Z250.
Das Vorliegen von drei zu behandelnden Zahnhalsdefekten bei einem Patienten führte zum Einschluss in die Studie. Die Klasse-V-Kavitäten wurden mit je einem Füllungsmaterial der drei zu untersuchenden Komposite versorgt. Insgesamt wurden 72 Füllungen gelegt.
Die Ausarbeitung der Füllungen erfolgte mit einem flammenförmigen Hartmetallfinierer, die Politur mit Hilfe von Sof-Lex Scheiben in drei Polierstufen.
Zur Untersuchung der Füllungsoberflächen wurden Replikaabformungen unmittelbar nach Politur (Baseline) und nach einjähriger Gebrauchsperiode (Recall) genommen und Prüfkörper der Füllungsoberflächen aus Epoxidharz hergestellt.
Es folgte die quantitative Evaluierung der Füllungsoberflächen mit dem elektronischen Tastschnittverfahren. Dabei wurden die Parameter Ra, Rz und LR ermittelt.
Anschließend wurden die Proben zur qualitativen Untersuchung im Rasterelektronenmikroskop beurteilt. Bei 200facher Monitorvergrößerung erfolgte im paarweisen Vergleich der Baselineaufnahme zur Recallaufnahme die Untersuchung der Oberflächen. Dabei wurden Veränderungen hinsichtlich der Bearbeitungsspuren, der Oberflächenfeinstruktur und vorhandener Porositäten evaluiert. Bei 1500facher Monitorvergrößerung wurde zusätzlich die Oberflächenfeinstruktur untersucht.
Die qualitative Evaluierung wurde durch zwei unabhängige Untersucher nach vorheriger Kalibrierung vorgenommen.
Die statistische Auswertung der Daten erfolgte durch die einfaktorielle Varianzanalyse (Anova), Tukey-HSD und dem T-Test für verbundene Stichproben.
Bezüglich der gemessenen Parameter Ra, Rz und LR wurden keine signifikanten Un-terschiede zwischen den Kompositen nach initialer Politur festgestellt. Die Werte für den arithmetischen Mittenrauwert Ra lagen zwischen 0,99 µm und 1,11 µm.
Nach einjähriger Gebrauchsperiode konnten bei allen Kompositoberflächen höhere Werte für Ra ermittelt werden (Ra2= 1,10 – 1,15 µm). Diese Zunahme der Oberflächenrauigkeit war allerdings in geringem Maße und nicht signifikant. Darüber hinaus konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Oberflächenqualität zwischen den drei verwendeten Kompositwerkstoffen nach einjähriger Gebrauchsdauer festgestellt werden.

Bei der Beurteilung der rasterelektronischen Aufnahmen konnten Veränderungen der Oberflächenbeschaffenheit bei allen Kompositen nach einjähriger Gebrauchsperiode beobachtet werden. Eine Abnahme der Bearbeitungsspuren wurde bei der Mehrzahl aller Kompositoberflächen festgestellt (43,5 -56,3%). Gegenüber den beiden Nanopartikel-Kompositen zeigte das Feinpartikel-Hybridkomposit die geringsten Oberflächenveränderungen im Vergleich der Baseline- zu den Recallaufnahmen.
Beobachtet werden konnten das Verschwinden einer Schmierschicht nach initialer Politur und das Hervortreten des Kompositgefüges nach der einjährigen Gebrauchsperiode.
Aus den Ergebnissen kann gefolgert werden, dass nahezu gleiche Rauigkeitswerte nicht das Ergebnis gleicher Oberflächen sein müssen. Das freigelegte Kompositgefüge entsprach in seinem profilometrischen Ergebnis der initial gemessenen, polierten Oberflächenstruktur.
Dies zeigt die wesentliche Bedeutung rasterelektronenmikroskopischer Untersuchungen von Kompositoberflächen neben rein messtechnisch erfassten Ergebnissen.

Alle drei verwendeten Komposite haben sich klinisch für die Verwendung als Werkstoff in Klasse-V-Kavitäten nach den Ergebnissen der vorliegenden Studie bewährt. Die geringen Veränderungen in der Oberflächenbeschaffenheit des Feinpartikel-Hybridkomposits lassen eine eventuell längerfristige Stabilität gegenüber den Nanopartikel-Kompositen unter klinischen Bedingungen vermuten. Jedoch sollten die Ergebnisse der vorliegenden Studie durch weitere Untersuchungen erhärtet werden.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of the present clinical study was to evaluate the surface of three different composite filling materials in the cervical area immediately after placement and after one year clinical wear. The composite materials used in this study were two nanoparticle composites, Filtek Supreme XT Flowable Restorative and Filtek Supreme XT body, as well as the fine particle hybrid composite Filtek Z250.
The presence of three cervical defects to be treated in a patient led to inclusion in the study. The class V cavities were each supplied with a filling material of the three composites to be examined. A total of 72 fillings were placed.
The preparation of fillings was carried out using a flame-shaped carbide finishing bur, the polish using Sof-Lex discs in three polishing steps.
In order to examine the restoration surfaces, replica impressions were taken immediately after polishing (baseline) and after one year of use (recall) and samples of the restoration surfaces were made from epoxy resin.
The quantitative evaluation of the filling surfaces was accomplished using profilometric analyses. The parameters Ra, Rz and LR were determined.
The samples were then evaluated for qualitative analysis in the scanning electron microscope. The pairwise comparison of baseline and recall images was done at 200 x monitor magnification. Changes in the extent of drilling grooves, the quality of surface fine structure and numbers and extent of porosities were evaluated. The surface fine structure was additionally examined at 1500x monitor magnification.
The qualitative evaluation was performed by two independent examiners after prior calibration.
Data collected were statistically analyzed by one-way analysis of variance (ANOVA) and by Turkey- HSD followed by t-test.
Regarding the measured roughness parameters Ra, Rz and LR, no significant differences were found between the composites after initial polishing. The values for the average Ra were between 0.99 µm and 1.11 µm.
After a year´s period of clinical wear higher values for Ra could be determined in all composite surfaces (Ra2 = 1,10 – 1,15 µm). However, this increase in surface roughness was small and not significant. Moreover, among all three composite materials no statistical significance of the surface quality could be observed after one year of clinical wear.
In the evaluation of the scanning electron micrographs, changes in the surface texture of all composites were observed. A decrease in the extent of drilling grooves was observed in the majority of all composite surfaces (43.5 - 56.3%). Compared to the two nanoparticle composites, the fine particle hybrid composite showed the slightest surface changes in the comparison of baseline to recall images.
The disappearance of an initial smear layer after polishing and the protrusion of the composite structure after one-year clinical wear could be observed.
From the results it can be concluded that almost the same roughness values need not be the result of the same surface qualities. The exposed composite structure corresponded in its profilometric result to the initially measured, polished surface structure.
This turns out the essential importance of scanning electron microscopic examinations of composite surfaces in addition to results purely recorded by measurements.

All three composites used have been clinically proven for use as material in class V cavities according to the results of the present study. The small changes in the surface texture of the fine particle hybrid composite suggest a possible long-term stability in con-trast to the nanoparticle composites under clinical conditions. However, the results of the present study should be confirmed by further investigations.
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