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Mundgesundheit und kieferorthopädischer Behandlungsverlauf : ein Vergleich von normal- und übergewichtigen Jugendlichen

Lorenz, Nathalie Jacqueline Annelies


Originalveröffentlichung: (2017) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (7.900 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-134262
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2018/13426/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Kieferorthopädie
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6637-6
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.11.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 08.01.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Studie war es festzustellen, ob es hinsichtlich der Mundgesundheit und des kieferorthopädischen Behandlungsverlaufs Unterschiede zwischen Patienten mit Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas gibt.
175 der von 2007 bis 2012 in der Poliklinik für Kieferorthopädie der Justus-Liebig-Universität Gießen behandelten Patienten wurden in diese Studie aufgenommen und anhand ihres Body Mass Index (BMI) in eine der folgenden Gruppen eingeteilt: Normalgewicht, Übergewicht, Adipositas.
An den Zähnen 12-22 wurde der modifizierte White Spot Lesion Index (WSL-Index) erhoben und das Auftreten einer Gingivitis im Ober- und Unterkiefer dokumentiert. Ferner wurde das Behandlungsergebnis anhand des PAR-Index beurteilt. Die Mitarbeit der Patienten wurde anhand der Anzahl der negativen Karteneinträge in „gut“
(0-1), „mäßig“ (2-4) und „schlecht“ (größer gleich 5) gegliedert. Außerdem wurden die regulären und zusätzlichen Termine sowie die Behandlungsdauer notiert.
138 Patienten hatten einen normalen BMI (79,0%), während 22 übergewichtig (12,5%) und 15 adipös waren (8,5%). Mehr männliche (26,4%) als weibliche Patienten (15,9%) waren von Übergewicht und Adipositas betroffen. Nach der Behandlung (T1) wiesen Normalgewichtige mit 41,3% eine Entkalkung an mindestens einem Zahn auf, während adipöse Jugendliche mit 66,7% den höchsten Wert hatten. Überdies war bei jedem adipösen Patienten (100,0%) in mindestens einem Kiefer eine Gingivitis zu sehen, bei Patienten Normalgewicht hingegen zu 84,8%. Ein „erheblich verbessertes“ Behandlungsergebnis wurde lediglich bei 46,7% der adipösen Patienten beobachtet, zudem wiesen sie mit 23,4 ± 9,1 Terminen die meisten Sitzungen auf. Normalgewichtige Jugendliche wiesen mit 20,4 ± 9,2 Monaten die kürzeste Behandlungsdauer auf, während übergewichtige und adipöse Patienten mit 23,1 ± 6,8 und 22,8 ± 11,4 Monaten nahezu drei Monate länger behandelt wurden. Zudem kooperierten übergewichtige und adipöse Jugendliche mit 77,3% und 80,0% mäßig und schlecht, während 42,8% der Normalgewichtigen eine gute Mitarbeit hatten.
Ein erhöhter Body Mass Index scheint vermehrt mit schlechterer Mundhygiene, geringerer Kooperation und einem längerem Behandlungsverlauf in Verbindung zu stehen. Um jedoch genaue Ursachen hierfür definieren zu können, sind weitere klinische Studien erforderlich.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to evaluate the impact of the Body Mass Index (BMI) on oral health and orthodontic treatment.
175 patients, treated between 2007 and 2012 in the Orthodontic Department of the University of Giessen, were included in the study. According to their Body Mass Index (BMI), the children were classified into one of the following groups: normal weight, overweight, obesity.
The development of White Spot Lesions (WSL) was evaluated on the teeth 12-22. Furthermore the appearance of gingival inflammation in the upper and lower arch was analyzed. The PAR-Index was used to assess orthodontic treatment outcome. According to the number of negative file entries, patient cooperation was classified as “good” (0-1 entry), “bad” (2-4 entries) or “poor” (greater than or equal to 5 entries). Additionally, total treatment time and the number of appointments, as well as missed appointments, were analyzed.
138 patients were normal weight (79.0%), 22 patients were overweight (12.5%) and 15 obese (8.5%). More boys (26.4%) than girls (15.9%) had overweight and obesity. After removing the multibracket appliance (T1) 41.3% of the normal weight patients were affected by at least one White Spot Lesion, while the corresponding percentage increased to 66.7% for patients with obesity. In addition every obese adolescent (100.0%) showed signs of gingival inflammation in at least one arch, compared to 84.8% of the normal weight group. Furthermore obese patients had the lowest frequency of “greatly improved” orthodontic outcomes and additionally the highest number of appointments (23.9). While normalweight adolescents were treated for an average of 20.4 ± 9,2 months, treatment duration of patients with overweight and obesity was almost three months longer (23.1 ± 6.8 und 22.8 ± 11.4 months). Furthermore, 77.3% of the overweight patients and 80.0% of patients with obesity had a bad or poor compliance, whereas 42.8% of the normal weight patients cooperated well.
An increased BMI appears to be an indicator for less cooperation, more oral health related problems and lower orthodontic treatment success during multibracket appliance treatment. Further clinical trials are needed, to establish concrete evidences in relation to this assumption.
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