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Vorbehandlung des Implantat-Abutment-Interface : behindern eingesetzte Materialien die Befestigung der Suprastruktur?

Ruttmann, Esther


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-123222
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/12322/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.09.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 02.11.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen abdichtender Materialien im Hinblick auf eine mögliche Veränderung der Verbindungsstabilität bei zwei verschiedenen Implantatsystemen zu evaluieren. Als zu prüfende Materialien wurden ein Silikon (Kiero Seal), ein Chlorhexidin-Gel (Chlorhexamed® 1% Gel) und ein industrieller Schmierstoff (Berutemp 500 T2), der nicht dem Medizinproduktegesetz unterlag, herangezogen. Für die Überprüfung erfolgten zwei Messungen in einer definierten Reihenfolge. Zuerst wurde die Vermessung des Implantat-Abutment-Spalts unter einem 3D-Mikroskop (Smartzoom 5, Zeiss/Deutschland) an fünf zuvor festgelegten Markierungen, welche einen gleichbleibenden Abstand von 72° voneinander aufwiesen, durchgeführt. Die Markierung der Positionen erfolgte mit einem Laser in einer speziell dafür gefertigten Halterung der Firma Bretthauer (Dillenburg/Deutschland). Die Abutmentschraube wurde mit dem empfohlenen Drehmoment (Bego 30Ncm und Nobel Biocare 35Ncm) mit einem digitalen Drehmomentschlüssel STG-2 (Tohnichi/Japan) festgezogen. Nach zehn Minuten erfolgte ein erneutes Festziehen der Abutmentschraube mit dem gleichen Drehmoment. Zur Vermessung wurden die Implantate in eine spezielle Halterung unter das 3D-Mikroskop eingebracht. Somit konnte eine exakte Positionierung gewährleistet werden. Die Dauer der Vermessung betrug 20 Minuten. Nachdem die Implantate vermessen waren, wurde das Drehmoment beim Lösen der Abutmentschraube mit einem digitalen Drehmomentschlüssel STG-2 ermittelt. Insgesamt wurden 20 Implantate, bei denen es sich um jeweils zehn Bego Semados RI und zehn Nobel Biocare Replace® Select Straight Implantate handelte, überprüft. In der Summe erfolgten 20 Implantat-Abutment-Spaltmessungen und vier Drehmomentmessungen beim Lösen der Schraube pro Prüfkörper. Statistisch wurden die erhobenen Daten der Spaltmessung an den fünf Positionen überprüft. Die Ergebnisse des Lösungsdrehmoments wurden mittels T-Test und einem paarweisen Vergleich (korrigiert nach Bonferroni) analysiert.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass durch die Applikation der Materialien bei der Implantat-Abutment-Spaltvermessung keine signifikanten Veränderungen in beiden Implantatsystemen festzustellen waren. Die ermittelten Daten, die bei den Bego Implantaten erhoben wurden, zeigten in ihrer Dimension Abweichungen von den Werten, die in der Literatur beobachtet wurden. Dies könnte möglicherweise in der differenten Messmethode und Messtechnik begründet sein.
Bei der Auswertung der Werte, die beim Lösungsdrehmoment verzeichnet werden konnten, war ein signifikanter Unterschied in den Differenzen zwischen Befestigungs- und Lösungsdrehmoment zu vermerken. Es wurden nennenswerte Veränderungen nach Einbringung der geprüften Materialien beobachtet. Das Material Berutemp 500 T2 zeigte in Verknüpfung mit den Bego Implantaten geringere Werte des Lösungsdrehmoment. Anders verhielt es sich bei den Nobel Biocare Implantaten, die in Kombination mit dem Material Kiero Seal höhere Resultate des Lösungsdrehmoments erzielen konnten.
Schlussfolgernd gilt die Abdichtung des Implantat-Abutment-Interface als eine sinnvolle Methode hinsichtlich eines möglichen Schutzes gegenüber einer bakteriellen Besiedlung. Sie ist somit als eine Ergänzung zur Periimplantitisprophylaxe einzustufen. Die Evaluation der in dieser In-Vitro-Studie dargelegten Resultate sollte in In-Vivo-Studien fortgesetzt werden. Dementsprechend sollte untersucht werden, welche Auswirkungen die geprüften Materialien unter klinischen Bedingungen haben und welches Ausmaß sie dabei erzielen könnten. Hinsichtlich der Datenerhebung sollte erörtert werden, ob nicht auch andere optische Verfahren und Messmethoden zur Evaluierung herangezogen werden könnten.
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