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Effekte von Priming auf Selbstwirksamkeit und Zielsetzung

Effects of priming on self-efficacy and goal setting

Ulfert, Anna-Sophie


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-122921
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/12292/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Priming , Selbstwirksamkeit , Zielsetzung , Zielorientierung , Durchhaltevermögen
Freie Schlagwörter (Englisch): Priming , self-efficacy , goal setting , goal orientation , perseverance
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Psychologische Diagnostik
Fachgebiet: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.09.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 17.10.2016
Kurzfassung auf Deutsch: In den letzten Jahren wurde viel Kritik in Bezug auf die Methode des Primings geäußert (z.B. Locke, 2015). Viele haben vor allem kritisiert, dass zu wenig darüber bekannt sei, auf welche Weise sich Priming auf die Zielvariablen (z.B. Leistung) auswirkt. Die vorliegende Dissertation soll erste Befunde dazu liefern, welche zugrunde liegenden Prozesse durch Priming von Leistung ausgelöst werden können.
Mit Blick auf die Literatur wurde die Annahme aufgestellt, dass viele der verwendeten Leistungsprimes stark an das Konzept der vier Quellen der Selbstwirksamkeit erinnern und auf diese Weise klassifiziert werden können. In seiner Theorie definiert Bandura (1997) die eigenen Erfolgserlebnisse als stärkste Quelle der Selbstwirksamkeit. In dem Bestreben eine möglichst wirkungsvolle und zeitlich stabile Priming-Intervention zu entwickeln, wurde eine neue Intervention entwickelt, welche sich vor allem auf die eigenen Erfolgserlebnisse auswirken sollte. Zur Untersuchung der Priming-Effekte auf die Selbstwirksamkeit, die Zielsetzung, das Durchhaltevermögen und die Leistung, wurden zwei Studien durchgeführt. In beiden Studien wurde die Leistung anhand eines kognitiven Fähigkeitstests erfasst.
In der ersten Studie (N = 68) wurden zwei Versuchsgruppen mit unterschiedlichen Primes mit einer Kontrollgruppe verglichen. Die Ergebnisse wiesen nur nominelle Leistungsunterschiede zwischen den Gruppen auf. In Bezug auf die aufgabenspezifische Selbstwirksamkeit konnten keine Unterschiede festgestellt werden. In einer zweiten experimentellen Studie (N = 256) wurden zusätzlich die Effekte des Primes auf die Zielsetzung, das Durchhaltevermögen und die Leistung untersucht. Um das Durchhaltevermögen zu untersuchen, konnten die Teilnehmer zwischen einer vorbereitenden Übung und einem
Spiel wählen. Teilnehmer der Priminggruppe wiesen eine größere Tendenz dazu auf, die Übung zu wählen. Des Weiteren konnten Unterschiede im Setzen von Leistungszielen festgestellt werden. Die generelle Selbstwirksamkeit und die Zielorientierung wurden als moderierende Variablen des Primingeffekts untersucht. In der Analyse erwies sich die Leistungszielorientierung als Moderator des Zusammenhangs zwischen Prime und Zielsetzung.
Die Untersuchung von Priming-Effekten auf die Leistung kann Hinweise darauf geben, wie u.a. die Leistung oder auch das Arbeitsverhalten, während eines Tests oder auch schon während der Vorbereitungsphase eines Tests, beeinflusst werden kann. Zudem wurde untersucht, inwieweit die Dispositon die Effekte von Priming-Interventionen beeinflusst. Die Ergebnisse wurden in Bezug auf die Übertragbarkeit zur Optimierung von Priming-Methoden diskutiert.
Kurzfassung auf Englisch: In recent years, there has been a strong call for improved research concerning priming methods. Many have commented on the lack of knowledge about the logical connection between primes and the behavior they arouse. This dissertation attempts to investigate the underlying processes that take place when priming performance.
With regards to the priming literature the assumption was made that many of the performance primes currently used show a strong resemblance to concepts that are well studied in self-efficacy research. In his theory, Bandura (1997) defined mastery experience as the strongest source of self-efficacy. In an effort to develop an influential and stable prime a new priming intervention was developed, based on previous priming methods. This prime supposedly was to influence the source of mastery experience. Two studies were conducted in order to investigate priming effects on self-efficacy, goal set- ting, perseverance, and performance. In both studies, performance was measured on a cognitive ability test.
In the first study (N = 68) two different priming techniques were compared to a control group on a test of cognitive ability. Results showed only nominal differences in performance between priming and control group. No difference was found concerning self-efficacy. In a second experimental study (N = 256), the effects of priming on goal setting, perseverance, and task performance were investigated. To investigate perseverance, participants had the choice between a learning task and playing a videogame before working on the test. Participants in the priming group showed a stronger preference for the learning task as well as differences in goal setting behavior. General self-efficacy and goal orientation were studied as moderators of the priming effect. Moderator analysis revealed an interaction effect of prove goal orientation on the relationship between experimental condition and performance goal setting.
Studying the effects of performance priming, as it was done in the present dissertation, may have implications on how performance and behavior may be influenced before and during a test. Furthermore, the influence of individual differences on the effectiveness of a prime as well as subsequent behavior and performance on a test was studied. Results are discussed in terms of optimization of priming methods.
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