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Sudden Infant Death Syndrome. Epidemiologische und ausgewählte histomorphologische Untersuchungen zum Risikoprofil des plötzlichen Säuglingstodes (SIDS) unter besonderer Berücksichtigung des Risikofaktors Hyperthermie/Schwitzen – Eine rechtsmedizinische Studie

Sudden Infant Death Syndrome. Epidemiological and selected histomorphological investigations of the risk profile of the Sudden Infant Death Syndrome (SIDS) with particular focus on the risk factors hyperthermia and sweating - A forensic study

Dämmig, Antje-Carina


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-122775
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/12277/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Sudden Infant Death Syndrome , SIDS , Epidemiologie , Hyperthermie , Thyreoidea
Freie Schlagwörter (Englisch): Sudden Infant Death Syndrome , SIDS , epidemiology , hyperthermia , thyroid
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Rechtsmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.07.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 28.09.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Im Rahmen vorliegender rechtsmedizinischer Studie wurden epidemiologische und ausgewählte histomorphologische Untersuchungen zum Risikoprofil des Plötzlichen Säuglingstodes (SIDS) unter besonderer Berücksichtigung des Risikofaktors Hyperthermie/Schwitzen durchgeführt. Besonderes Ziel war es, anhand histomorphologischer Untersuchungen der Schilddrüse und verschiedener Risikoprofile von Säuglingen eine mögliche Korrelation zwischen dem Risikofaktor Hyperthermie und einer Stimulation der Schilddrüse im Sinne von Entspeicherung der Schilddrüsenfollikel herauszuarbeiten. Da ein derartiges histomorphologisches Erscheinungsbild der Schilddrüse nach aktuellem Stand der Forschung mit Stress in Verbindung zu bringen ist, lässt sich anhand dieser Studie Hyperthermie als Stress auslösender Faktor identifizieren.
Grundlage dieser Studie sind Sektionsprotokolle gerichtlicher Obduktionen, die in den Jahren 1992 bis 2009 am Institut für Rechtsmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen bei 98 verstorbenen Säuglingen mit der Diagnose Plötzlicher Säuglingstod durchgeführt wurden.
Verschiedene, die Hyperthermie begünstige Faktoren wie erhöhte Raumtemperatur >= 20 °C sowie Bedeckung, Bekleidung und Co-Slepping des Säuglings wurden in Beziehung zum Kolloidgehalt der Schilddrüse gesetzt. Zusammenfassend für einzelne, teilweise gleichzeitig vorhandene, Einflussfaktoren, welche eine Hyperthermie begünstigen, wie zum Beispiel die gleichzeitige Verwendung einer Bettdecke und eines Schlafsackes für den Säuglingsschlaf, wurde der Begriff Überhitzung verwendet. Diese floss als eigenständiger Parameter ebenfalls in die Auswertung ein. Die Ergebnisse deuten auf einen positiven Zusammenhang zwischen Schilddrüsenentspeicherung und Hyperthermie hin.
Säuglinge, bei denen entspeicherte Schilddrüsenfollikel nachgewiesen wurden, schliefen nach den Ermittlungsergebnissen der Kriminalpolizei häufiger in einem Raum mit erhöhter Temperatur >= 20 °C (40 %), teilten sich häufiger vor dem Tode mit mindestens einer weiteren Person den Schlafplatz (Co-Sleeping) (40 %) und waren häufiger überhitzt (60 %).
Vergleichend lag in der Säuglingsgruppe mit regelrechtem Kolloidgehalt der Schilddrüse der Anteil der Raumtemperatur >= 20 °C (10,5 %), des Co-Sleepings (15,8 %) sowie der Überhitzung (26,3 %) in geringerer Häufigkeit vor. Aufgrund einer zu geringen Datenlage konnten darüber hinaus für die Faktoren Bedeckung und Bekleidung sowie den weiteren Faktor Schwitzen, als Hinweis auf eine Hyperthermie, keine richtungsweisenden Ergebnisse im Zusammenhang mit der Schilddrüsenmorphologie erzielt werden.
Die in der Studie zusätzlich erarbeiteten epidemiologischen Daten wie Inzidenz, Altersverteilung, Geschlechtsverteilung, Auffindesituation, etc. der Säuglinge zum Zeitpunkt des Todes entsprachen größtenteils den Forschungsergebnissen international publizierter Literatur. Eine Begründung für das charakteristische Verteilungsmuster dieser Faktoren gibt es bisher nicht. Auch die Ursache des Plötzlichen Säuglingstodes bleibt weiterhin spekulativ.
Die vorliegende Studie soll daher auch als Ideenanregung zur Durchführung weiterer gezielter Forschungen zu Hyperthermie und Schilddrüsenspeicherzustand in Verbindung mit Stress bei Plötzlichen Säuglingstodesfällen dienen.
Kurzfassung auf Englisch: In this forensic study, epidemiological and selected histomorphological investigations of the risk profile of the sudden infant death syndrome (SIDS) were made with particular focus on the risk factors hyperthermia and sweating. A primary goal was to analyze a potential correlation between histomorphological investigations of the thyroid gland and hyperthermia as a risk factor of the sudden infant death syndrome. It was to evaluate whether hyperthermia as a factor of stimulation might lead to empty storages of the follicles of the thyroid gland. After current state of research such a histomorphological appearance is associated with stress. On this basis, it is possible to identify hyperthermia as a stress-inducing factor in this study.
The study is based on information from legal autopsies of 98 sudden infant death syndrome cases between 1992 and 2009 at the institute of legal medicine of the Justus-Liebig-University in Gießen as well as from the examinations of the death scene including the review of the clinical history taken by criminal investigation police.
Different factors encouraging hyperthermia like sleeping in a room with a temperature >= 20 °C or covering, clothing or co-sleeping of the baby were related to the filling amount of the follicles of the thyroid gland. Summarizing several partially simultaneous existing factors that encourage hyperthermia, for example the simultaneous using of a blanket and a sleeping bag for the baby’s sleep, we used the term overheating. In this study, overheating was used as an independent parameter. Our results indicate a positive relationship between empty storages of the follicles of the thyroid gland and hyperthermia.
In cases with empty storages of the follicles of the thyroid gland sleeping in a room with a temperature >= 20 °C (40 %), co-sleeping (40 %) and overheating (60 %) were more often than in cases with regular histomorphology of the thyroid gland: room temperature >= 20 °C 10,5 %, co-sleeping 15,8 % and overheating 26,3 %. Furthermore, it was not possible to show relevant results for the factors covering, clothing and sweating as a reference to hyperthermia in association with the histomorphology of the thyroid gland because of limited data.
In this study, additionally analyzed information like incidence, age, gender, death scene, etc. in cases of sudden infant death syndrome mostly correspond to results of international published data. There is still no explanation for the characteristic distribution of these factors. The cause of sudden infant death syndrome remains unexplained.
This study is also made to suggest more studies to hyperthermia und histomorphology of the thyroid gland in cases of sudden infant death syndrome to confirm these results.
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