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Einflussfaktoren auf die Dichte intrakranieller Blutleiter in der nativen Computertomographie und daraus resultierende Konsequenzen in der Bildinterpretation

Schmittnägel, Charlotte Veronika Christiane


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-119358
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/11935/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Gefäßdichte , native Computertomographie , hyperdens
Freie Schlagwörter (Englisch): vessel density , cranial computed tomorgaphy , hyperdens
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Radiologie, Abteilung Neuroradiologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.01.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 18.02.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Die Variabilität der Dichte intrakranieller Blutleiter in der nativen Computertomographie ist ein häufig beobachtetes Phänomen der diagnostischen Neuroradiologie. Bei hyperdens erscheinenden Gefäßen kann eine Unterscheidung zwischen einer akuten Gefäßthrombosierung und harmlosen Ursachen schwierig sein.
Das Ziel dieser Studie bestand daher in der Identifizierung möglicher Einfluss-faktoren auf die Dichte intrakranieller Blutleiter und der Erarbeitung von Richtwerten für die klinische Praxis anhand der Haupteinflussfaktoren.
An 202 Patienten, die eine native CT-Untersuchung an einem von zwei verschiedenen Computertomographen erhalten hatten, wurden retrospektiv die mitt-leren Dichten verschiedener zerebraler Arterien und Sinus mittels region of interest (ROI) -Messungen erhoben und ein Zusammenhang mit potentiellen Einflussfaktoren getestet. Für die statistische Beurteilung wurden einfaktorielle ANOVAs und lineare Regressionen durchgeführt.
Es zeigten sich signifikante Dichteunterschiede zwischen den Arterien und den venösen Sinus, wobei die Sinus signifikant höhere Dichten aufwiesen (p max=0,03 für 13 von 15 p-Werten). Weiterhin konnten signifikante Dichteunterschiede bei den unterschiedlichen CT-Geräten gefunden werden (p max=0,0009 für 6 von 8 p-Werten). Es fanden sich signifikante Korrelationen zwischen den Gefäßdichten und dem Hämoglobingehalt (p<0,0001 für 6 von 8 p-Werten), dem Hämatokrit (p max=0,05), der Erythrozytenzahl (p max=0,005 für 7 von 8 p-Werten) sowie der MCHC (p max=0,04 für 5 von 8 p-Werten). Zusätzlich konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Dichte in den Sinus und dem C-reaktiven Protein (CRP) gefunden werden (p max=0,05). Schließlich wurden anhand der Normwerte des Hämatokrits Richtwerte für die Dichten der intrakraniellen Blutleiter in Hounsfileld Einheiten (HE) erarbeitet. Diese be-tragen 40,91 HE, bzw. 46,48 HE (Frauen / Männer) für die Arterien und 52,76 HE, bzw. 58,33 HE (Frauen / Männer) für Venen.
Als Haupteinflussfaktoren konnten das CT-Gerät sowie der Hämoglobingehalt, der Hämatokrit, die Erythrozytenzahl sowie die MCHC identifiziert werden. Die Kenntnis der oben genannten Richtwerte bzw. der Einflussfaktoren kann hilfreich in der klinischen Routine sein, um schnellere therapeutische Entscheidungen zu treffen oder unnötige Folgeuntersuchungen zu vermeiden.
Kurzfassung auf Englisch: The variability of intracranial vessel densities in unenhanced computed tomography (CT) scans is a frequently observed phenomenon in diagnostic neuroradiology. Hyperdense appearing vessels hamper the discrimination between an acute blood clot and harmless causes.
The aims of the present study were to identify possible influencing factors on the intracranial vessel density and to define benchmarks for clinical practice by means of the main influencing factors.
For 202 patients, who had an unenhanced CT examination on one of two different CT scanners, the mean densities of variable cerebral arteries and sinuses were retrospectively collected by ROI measurements and correlated with potential influencing factors. For statistical analysis univariate ANOVA tests and linear regressions were performed.
It became apparent that vessel density varies considerably between arteries and veins, veins showed significant higher densities (p max=0.03 for 13 out of 15 p-values). Furthermore, significant density differences were found between the two CT scanners (p max=0.0009 for 6 out of 8 p-values). Significant correlations could be found between vessel densities and haemoglobin (p<0.0001 for 6 out of 8 p-values), haematocrit (p max=0.05), the erythrocyte count (p max=0.005 for 7 out of 8 p-values) and MCHC (p max=0.04 for 5 out of 8 p-values). Additionally, a significant correlation was found between venous densities and C-reactive Protein (CRP) (p max=0.05). Finally, based on the haematoctrit normal values benchmarks in Hounsfield units (HU) were compiled for the intracranial vessels. These are 40.91 HU and 46.48 HU (women / men) for arteries as well as 52.76 HU and 58.33 HU (women / men) for veins.
As main influencing factors the hemoglobin, haematocrit, the erythro-cyte count and the MCHC could be identified. Knowledge of these benchmarks and the influencing factors could be helpful in clinical routine by making faster therapeu-tic decisions and avoiding unnecessary follow up examinations.
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