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Evaluation des Dialogischen Lesens unter Berücksichtigung der Durchführungsqualität

Evaluation of dialogic reading regarding its treatment validity

Hartung, Nils


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-119294
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/11929/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): dialogisches Lesen , Sprachförderung , evidenzbasierte Förderung , Treamentvalidität , phonologische Bewusstheit
Freie Schlagwörter (Englisch): dialogic reading , language development , evidence-based training , treatment validity , phonological awareness
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Schulische Prävention und Evaluation
Fachgebiet: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.12.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 09.02.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Die Förderung von sprachlichen Kompetenzen ist eine zentrale Aufgabe der vorschulischen Bildung. Das Angebot an unterschiedlichen Methoden und Trainings ist in den letzten Jahren stark angewachsen Allerdings liegt selbst für etablierte Sprachfördermaßnahmen bislang kaum wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit vor (Jampert et al., 2007). Hinweise auf evidenzbasierte Sprachförderung finden sich zumeist in internationalen Untersuchungen (Justice & Pullen, 2003). Eine vielbeachtete Methode ist hier das Dialogische Lesen (Whitehurst et al., 1988).
Im anglo-amerikanischen Raum konnte das sprachförderliche Potential in verschiedenen Untersuchungsbedingungen nachgewiesen werden (z.B. Mol et al., 2008; 2009; Slavin, 2008). Für den deutschen Sprachraum liegen bislang noch keine umfassenden Studien vor.
Die vorliegende Trainingsstudie befasst sich mit der Frage, ob das Dialogische Lesen auch in deutschen Kindergärten zur Förderung von Risikokindern in Kleingruppen als wirksame Sprachfördermethode eingesetzt werden kann. Hierfür wurden aus einer Ausgangsstichprobe von 660 Kindern 174 sprachauffällige Risikokinder mit Hilfe eines Sprachscreenings (Grimm, 2003) ausgelesen und randomisiert zu einer von drei Untersuchungsbedingungen zugewiesen. Kinder der Trainingsgruppen nahmen entweder an einer Förderung im Sinne des Dialogischen Lesens (n = 59) oder an einem Training der Phonologischen Bewusstheit (n = 58) teil. Die Kontrollgruppe (n = 57) erhielt das konventionelle Sprachförderangebot der Kindergärten. Der Interventionszeitraum erstreckte sich über 3 Monate. Insgesamt wurden 24 Fördersitzungen erteilt. Vor und nach der Förderung, sowie 3 Monate danach, wurden sprachliche und metasprachliche Kompetenzen (Wortschatz, Grammatik, Sprachverständnis, Phonologische Bewusstheit) erfasst. Kontrollvariablen waren die Intelligenzleistung, die Arbeitsgedächtnisleistung und das Erzieherurteil in Bezug auf die Sprachentwicklung der Kinder. Außerdem wurde ein eigenes Instrument entwickelt mit dem die Durch-führungsqualität im Dialogischen Lesen erfasst werden konnte.
Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder, die am Dialogischen Lesen teilnahmen, im Nachtest signifikant bessere Leistungen im Sprachverständnis und in der Artikelbildung erzielen als Kinder aus der Trainingsgruppe „Phonologischen Bewusstheit“ und aus der Kontrollgruppe. In der morphologischen Entwicklung sind beide Trainingsgruppen der Kontrollgruppe überlegen. Außerdem leistet die Durchführungsqualität im Dialogischen Lesen einen signifikanten Beitrag zur Erklärung der Fördereffekte. Kinder von Trainern, bei denen eine hohe Durchführungsqualität im Dialogischen Lesen festgestellt werden konnte, profitierten im Wortschatz und im Sprachverständnis mehr, als Kinder von Trainern, bei denen die Durchführungsqualität weniger hoch eingeschätzt wurde.
Die Kinder aus dem Training zur Phonologischen Bewusstheit, sind – wie erwartet – dem Dialogischen Lesen und der Kontrollgruppe in der Phonologischen Bewusstheit überlegen. Zusätzlich ergibt sich für diese Gruppe ein signifikanter Effekt in der syntaktischen Entwicklung. Langfristige Effekte bleiben derweil aus.
Kurzfassung auf Englisch: Research results have demonstrated the use of dialogic reading techniques in a mother child interaction to have positive effects on the language development mostly in english-speaking countries(Mol et al., 2008; 2009; Slavin, 2008, Whitehurst et al., 1988, 1999, 1994; Valdez-Menchaca & Whitehurst, 1992). The purpose of this study is to extend this line of research to preschool children at risk of language impairment in a German speaking context. A further objective of the present study is to evaluate differential effects of dialogic reading on specific domains of language skills and compare these effects with improvements resulting from intervention programs in phonological awareness. Since very few eveidence can be found to what extend treatment validity influences the effectivness of dialogic Reading, this was another question to answer.
In the last trimester of 2009 a sample of 660 preschoolers was submitted to a standardized screening for language abilities. The 174 children which were identified to be at risk of language impairment were pretested on measures of vocabulary, listening comprehension, grammatical skills and phonological awareness, and then randomly assigned to one of three conditions: a dialogic reading condition (DR, n = 59), a phonological awareness training (PA, n = 58) and a non treatment control condition (CG, n = 57). Also the treatment validity in the DR-group was controlled. The intervention consisted of 24 30-minute training sessions administered over a 3-month period and carried out twice a week by specially instructed trainers. Following this intervention period, the same assessment measures were repeated as at pretest.
The finding suggests improvements in grammatical knowledge and language abilities of the DR condition children. Also treatment validity was found to be substantially influencing the effectivness of dialogic reading. The PA-group showed specific improvements in measures of phonological awareness.



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