Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Peroxisomen im murinen Ovar

Distler, Eva-Maria Friedl Barbara


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (134.232 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-118350
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11835/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Freie Schlagwörter (Deutsch): Peroxisomen , Ovar
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Anatomie und Zellbiologie II
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.12.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 17.12.2015
Kurzfassung auf Deutsch: In allen eukaryotischen Zellen kommen Peroxisomen vor, die in vielen metabolischen Prozessen involviert sind. Die Funktion der Organellen erstreckt sich von Entgiftungsprozessen der Zelle über die Beteiligung an ß-Oxidation und Plasmalogensynthese bis hin zum Metabolismus gonadaler Steroidhormone. Peroxisomen proliferieren durch die Behandlung mit verschiedenen Pharmaka. Hierzu zählen die Fibrate, Insulin-Sensitizer, Prostaglandine und Leukotriene, die zur Aktivierung der PPAR-abhängigen Gene, wie z.B. der Gene des ersten ß-Oxidationsweges, führen. Peroxisomen im Oval der Maus wurden bisher nur in einer Studie elektronenmikroskopisch beschrieben.
Hauptziel der Dissertation war deshalb eine umfangreiche Charakterisierung des peroxisomalen Kompartimentes im Oval durchzuführen. Hierbei wurde nach Optimierung der Methode mit Hilfe der indirekten Immunfluoreszenz die enzymatische Ausstattung der Peroxisomen in den Oozyten und somatischen Zellen des Ovars nachgewiesen. Als peroxisomale Zielproteine wurden die Katalase, die Hydroxysteroid-(17ß)-Dehydrogenase, der ABCD3-Transmembrantransporter, sowie Pex14 als Teil des membranständigen Rezeptorkomplexes des Biogenesekomplexes ausgewählt. Die Ovarien wurden auch weiterhin auf qualitative und quantitative Veränderungen der Peroxisomen während der verschiedenen oestrischen Phasen des murinen Zyklus untersucht. Hierbei wurde festgestellt, dass signifikante Unterschiede in Peroxisomen zwischen den Follikelreifungsstadien vorhanden waren, wobei dieser Effekt auf einem signifikanten Anstieg der Peroxisomenflächendichte in den Tertiärfollikeln gegenüber den Primordial- und Sekundärfollikeln zurückging. Ebenso konnte ein signifikanter Interaktionseffekt zwischen Follikelreifungs- und Zyklusstadium gefunden werden, der bei Ausschluss der Tertiärfollikel noch stärker wurde. Dies konnte durch eine lineare Zunahme der Peroxisomenflächendichte in den verschiedenen Follikelstadien zu unterschiedlichen Phasen des gestrichen Zyklus begründet werden.
In der Literatur sind erste Hinweise auf die Auswirkungen von Defekten in der peroxisomalen Biogenese, die zu einer veränderten ovariellen Funktion und schließlich zur Subfertilität bzw. Infertilität führen. Der Einfluss von verschiedenen pharmakologischen Substraten (Fibrate, Insulin-Sensitizer) und die Auswirkungen unterschiedlicher peroxisomaler Gendefekte sollen in zukünftigen Studien ausgetestet werden, um als neuer Ansatz für Therapiemöglichkeiten zur Steigerung bzw. Erlangung der weiblichen Fertilität zu dienen.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand