Giessener Elektronische Bibliothek

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Historische Entwicklung der K.-o.-Mittel und die Problematik der Interpretation von Untersuchungsergebnissen unter besonderer Berücksichtigung der gamma-Hydroxybuttersäure (GHB, „Liquid Ecstasy“)

Jansen, Julia Malin


Originalveröffentlichung: (2015) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (7.943 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-117929
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11792/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Ökologie, Institut für Rechtsmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6214-9
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.11.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 02.12.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Die Verwendung von sogenannten Knock-out(K.-o.)-Tropfen ist keine neue Beobachtung der letzten Jahre. Diese sehr heterogene Gruppe verschiedenster Substanzen, welche unter diesem kriminalistischen Sammelbegriff subsumiert sind, werden schon seit Jahrhunderten zur Verdeckung oder Ermöglichung von Straftaten verwendet. Jedoch haben sich das Spektrum der Medikamente, die Häufigkeit und vor allem das mediale Interesse deutlich gewandelt. So nahmen insbesondere Fälle mit y-Hydroxybuttersäure - GHB ( Szenename: „Liquid Ecstasy“) zunächst in den USA, später auch in Europa enorm zu. Die Besonderheit dieser Substanz, welche den Interessenschwerpunkt dieser Arbeit bildet, ist die Tatsache, dass sie neben ihrer Darreichungsform als Droge oder Medikament auch endogen im menschlichen Körper vorkommt und somit immer einer gewissen Interpretation der Messwerte unterliegt. Neben der bekannten Problematik des schnellen Metabolismus, bedingt durch die geringe Größe des Moleküls, wurde sich in dieser Arbeit insbesondere der Frage der Entstehung von falschpositiven Messwerten verursacht durch verschiedene Lagerungsbedingen gewidmet. So wurden initial GHB-negative Vollblutproben (Messwerte mit physiologischen endogenen Blutspiegeln) in drei verschiedenen Temperaturbereichen unter Lichteinfluss und -abschirmung gelagert. Hieran schloss sich eine weitere Untersuchungsreihe mit Serumproben an. Nach Aufbereitung und Derivatisierung der einzelnen Proben erfolgte jeweils deren Quantifizierung mittels GC-MS-Analyse unter Zuhilfenahme des Internen Standards für GHB und des Verhältnisses beider Peakareale. Es zeigte sich eine Stabilität in gefroren-gelagerten Proben (-8°C), insbesondere bei Abwesenheit korpuskulärer Bestandteile. Bei Raumluft gelagerte Vollblutproben zeigten schon nach wenigen Tagen eine enorme Instabilität der Messwerte bis hin zu deutlich falschpositiven Messergebnissen, sodass von dieser Lagerungsmethode Abstand genommen werden sollte. Zu ähnlichen Ergebnissen wenn auch mit kurzer, aber nicht vorhersehbarer Verzögerung, kam die Lagerung im Kühlschrank. Inwiefern Hämolyse bzw. Fäulnis hier ursächlich sind, bleibt Gegenstand weiterer Untersuchungen. Licht wirkte in keiner Versuchreihe als Einflussfaktor.
Kurzfassung auf Englisch: Utilization of knockout agents is not a novel concept. More precisely, this very heterogenic group of substances, subsumed under this criminalistic name has been used for centuries in order to dissemble assaults. What has changed is the eclectic variety of drugs, ubiquitous occurrence and the increasing public interest in detecting crimes involving knockout agents. Recently, cases reporting y-hydroxybutyric acid- GHB (Liquid Ecstasy) use have accumulated at a high rate. The criminal abuse of this compound seemed to have originated in the USA before it crossed over to Europe. GHB is very special as it is administered exogenously as well as synthesized endogenously. Detection of GHB abuse is therefore subject of interpretation when analyzing sample data. It is well established that GHB is rapidly metabolized, which is attributed to the molecule´s small size. Besides this known difficulty in analyzing, this study focused on a possible causal relationship between storage methodology and false-positives during analysis. For baseline, two groups utilizing GHB-negative whole blood samples (endogenous baseline blood draw) were established. Stored at three different temperature ranges (22°C, 4°C and -8°C), the first half was stored with full exposure to light, while the other group had no exposure to light. A serum sample preparation following the same protocol was then established. Data collected via batch analysis was then quantified via GC-MS-Analysis utilizing the internal standard for GHB and the relationship between both peak areas. Results showed increased stability in values at –8°C storage temperature especially in serum samples. Whole blood samples stored at 22°C showed high data variability including false-positive values. Therefore this method of sample storage is not recommended. To what degree hemolysis influenced data variability at room temperature remains subject to further research. Light showed no effect on samples at either Temperature compared to control.
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