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Einsatz von Denaverinhydrochlorid bei Milchkühen und Färsen mit gestörtem Geburtsvorgang

Use of denaverinhydrochloride in dairy cows and heifers with dystocia

Golob, Anna-Linda


Originalveröffentlichung: (2015) Gießen : DVG
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.610 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-117674
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11767/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Denaverinhydrochlorid , Dystokie , Geburtsstörung , weicher Geburtsweg , Nachgeburtsverhaltung
Freie Schlagwörter (Englisch): denaverinhydrochloride , denaverinehydrochloride , dystocia , retained placenta
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
ISBN / ISSN: 978-3-86345-283-4
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.09.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 05.11.2015
Kurzfassung auf Deutsch: In dieser Studie sollte der Einfluss von Denaverinhydrochlorid auf die Geburtsdauer, den Geburtsverlauf, den Puerperalverlauf und die Kälbervitalität ermittelt werden. Untersucht wurden 90 Tiere (29 Kühe und 61 Färsen), deren weicher Geburtsweg unzureichend auf die anstehende Geburt vorbereitet war. In zwei Behandlungsgruppen wurde die Gabe von 400 µg Denaverinhydrochlorid (V 10) gegenüber 800 µg Denaverinhydrochlorid (V 20) bzw. gegenüber einer dritten Gruppe als Kontrolle (KG) verglichen. Intra partum wurde die Zeitspanne vom Sichtbarwerden der ersten Klaue bis zur vollständigen Expulsion des Kalbes, die Weite des weichen Geburtsweges und der Geburtsverlauf gemessen. Nach der Geburt wurden die Tiere auf das Vorliegen von Geburtsverletzungen und den Abgang der Nachgeburt kontrolliert. Der Puerperalverlauf wurde anhand der Körperinnentemperatur, des Auftretens von Erkrankungen und der Uterusinvolution beurteilt. Weiterhin wurden die Milchmengen der untersuchten Tiere und die Rast- und Güstzeiten verglichen. Die Vitalität der Kälber wurde unmittelbar post natum bewertet sowie das Überleben der ersten 48 Lebensstunden vermerkt.
Folgende Ergebnisse wurden ermittelt:
Der Einsatz von Denaverinhydrochlorid konnte die Geburtsdauer nicht signifikant verkürzen, die Aufweitung des weichen Geburtsweges nicht signifikant verbessern, den Geburtsverlauf nicht signifikant erleichtern, sowie das Auftreten von Geburtsverletzungen nicht signifikant verringern.
Bei 19 Tieren (21,1 %) wurde eine Nachgeburtsverhaltung diagnostiziert. Davon waren 12 Tiere in der Kontrollgruppe, 3 Tiere in Behandlungsgruppe V 10 und 4 Tiere in der Behandlungsgruppe V 20. Damit lag die Inzidenz von Nachgeburtsverhaltungen in der Kontrollgruppe bei 40,0 %, in der Behandlungsgruppe V 10 bei 10,0 % und in der Behandlungsgruppe V 20 bei 13,3 % (p = 0,008). Eine getrennte Analyse von Färsen und Kühen zeigt, dass der verbesserte Nachgeburtsabgang nur bei Färsen (n = 61) signifikant war (p = 0,021). Bei Kühen (n = 29) ist eine Tendenz erkennbar (p = 0,085). Der Effekt einer besseren Ablösung der Secundinae war unabhängig von der Dosis an Denaverinhydrochlorid.
Die Puerperalverläufe, die Milchmengen und die Fruchtbarkeitskennzahlen unterschieden sich nicht signifikant zwischen den untersuchten Tieren. Die Kälbervitalität wurde durch den Einsatz von Denaverinhydrochlorid nicht signifikant verbessert.
Kurzfassung auf Englisch: The impact of an application of denaverinhydrochloride on calving ease, calving duration, puerperal period and calf vitality in cows and heifers with dystocia should be determined. Ninety calvings were examined consisting of 29 dairy cows and 61 heifers showing insufficient relaxation of the birth canal pre partum. The dosage of denaverinhydrochloride was compared between two treatment groups (V 10 with 400 µg denaverinhydrochloride and V 20 with 800 µg denaverinhydrochloride) and a third group serving as control.
Intra partum the parameters calving duration, width of the birth canal and calving ease were compared. Post partum the birth canal was inspected for soft tissue lesions and retained placenta. The internal body temperature, the occurence of diseases and the uterine involution were evaluated during the puerperal period. Also days to first heat and days to successful insemination post partum as well as milk yield were compared. The calves´ vitality was rated immediately post natum and their survival of the first 48 hours was verified.
The following results could be established:
The application of denaverinhydrochloride intra partum could not significantly reduce calving duration, could not significantly improve the relaxation of the birth canal´s soft tissue, could not significantly ease the calving process and could not significantly reduce soft tissue lesions in cervix, vagina and vulva.
A retained placenta was diagnosed in 19 animals (21.1%) of which twelve animals belonged to the control group, three to treatment group V 10 and four to treatment group V 20. The incidence of retained placenta thus was 40.0 % in the control group, 10.0 % in treatment group V 10 and 13.3 % in treatment group V 20 (p = 0.008). A separate analysis of cows and heifers showed that the effect of an improved detachment of the placenta was significant in heifers (p = 0.021) but not in cows (p = 0.085). The dosage of denaverinhydrochloride did not have any impact on the improved detachment of the placenta.
The puerperal period, milk yield, days to first heat and days to successful insemination did not differ significantly between the groups. The calves´ vitality was not significantly influenced by the use of denaverinhydrochloride.
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