Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Fehlender Einfluss von Metformin auf röntgenologische Hufreheparameter beim equinen metabolischen Syndrom

Fedtke, Alexandra


Originalveröffentlichung: (2015) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.934 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-117658
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11765/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Pferde mit Lehrschmiede – Innere Medizin
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6374-0
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.08.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 09.11.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Mit Hilfe eines verblindeten, Placebo-kontrollierten cross-over Studiendesigns wurde der Einfluss des in der Humanmedizin als orales Antidiabetikum viel eingesetzten Metformins auf den Stoffwechsel und röntgenologische Parameter der Hufrehe bei Pferden mit equinem metabolischem Syndrom (EMS) untersucht. Von 61 adipösen und vorberichtlich unter Hufrehe leidenden Tieren genügten 8 Pferde und 8 Ponys den Ein- und Ausschlusskriterien und 14 Probanden beendeten die Studie. Zu den Zeitpunkten 0 (Beginn), nach 3 und nach 6 Monaten erfolgten klinische Untersuchungen, der kombinierte Glukose-Insulin-Test nach Eiler et al. (2005), die Bestimmung des Körpergewichts und BCSs sowie die Anfertigung von lateromedialen Röntgenaufnahmen beider Vordergliedmaßen. Die Tiere erhielten randomisiert und für Besitzer und Untersucherin verblindet entweder zuerst zweimal täglich oral je 20 mg/ kg KGW Metformin oder erst das gleiche Volumen des Trägerstoffes der Metformintabletten (Polyethylenglykol). Nach drei Monaten wurde die Substanz gewechselt. Bei ansonsten unveränderten Fütterungs- und Haltungsbedingungen wurden keine statistisch signifikanten Abnahmen des Körpergewichts und BCSs erreicht. Die Auswertung der röntgenologischen Befunde ergab bzgl. aller Parameter ebenfalls keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Placebo und Metformin. Dies erlaubte die zusätzliche Auswertung der Daten hinsichtlich rein zeitlich bedingter Veränderungen über den gesamten Untersuchungszeitraum. Auch dabei wurden keine als klinisch relevant einzustufenden Veränderungen erkennbar. Wie auch in der Studie von Stick et al. (1982) wiesen in der eigenen Arbeit mehr Ponys mittelgradige kapsuläre Hufbeinrotationsbefunde (12,5%) im Vergleich zu den Pferden (2,8%) auf. Der Quotient aus Hufwanddicke und Hufbeinlänge zeigte mit 30,0 ± 4,2 % an der rechten und 30,4 ± 2,9 % an der linken Vordergliedmaße zu Beginn bereits einen chronischen Hufrehezustand an. Es befand sich mehr als die Hälfte der Tiere, welche das Einschlusskriterium von mindestens einem einmaligen Hufreheschub erfüllen mussten, im chronischen Stadium dieser Erkrankung.
Trotz der dreimonatigen Verabreichung und der relativ hoch gewählten Dosierung von Metformin konnten in dieser Arbeit keine Verbesserungen der röntgenologischen Befunde, des BCSs und Körpergewichts erzielt werden. Für Patienten mit equinem metabolischen Syndrom ist zu empfehlen, vorrangig Dietätik und des Bewegungstraining zu optimieren. Aufgrund der Häufigkeit der pathologischen Befunde sollten zur Statuserhebung bei EMS zudem laterolaterale Röntgenaufnahmen angefertigt werden.
Kurzfassung auf Englisch: A randomized, blinded cross over study was used to evaluate the influence of metformin on glucose and insulin metabolism as well as on radiographic measurements in horses and ponies suffering from equine metabolic syndrome (EMS). Six horses and eight ponies (out of 61) were included in the study, which 14 concluded. At time 0 (start), after 3 and after 6 months, a clinical examination and a combined insulin-glucose test (Eiler et al. 2005) were performed, the body weight (using a spillers weight tape) and the body condition score (BCS) were determined and lateromedial radiographs of both forelimbs were taken. Study animals received either metformin (20 mg/kg orally bid) or the same volume polyethylenglykole, which is the carrier substance in the metformin tablets, as a placebo. The order of metformin or placebo was randomised and blinded to the owners and examiners and after three months the substance was switched without washout period.
With unchanged feeding and housing conditions, no statistically significant decreases in body weight and BCSs were achieved after metformin or placebo. The evaluation of the radiological findings showed no statistically significant differences between metformin and placebo. Therefore, an additional analysis was performed in order to evaluate a possible time effect. However, no clinically relevant effects were detectable within the study duration of six months.
Similar to the study of Stick et al. (1982), more ponies exhibited a moderate capsular rotation (12.5%, 6/48 radiographs) in comparison to the horses (2.8%, 1/35 radiography). Already at the beginning of the study the calculated ratio of hoof wall thickness to the length of the distal phalanx reflect with 30 ± 4,2 % on the right and with 30,4 ± 2,9 % on the left front feet a chronic laminitic stage. More than half of the equines, which had to meet the inclusion criteria of at least a one laminitic bout, already suffered from chronic laminitis.
In summary, a three months course of metformin failed to show improvements in radiological findings, BCS and body weight - despite a relatively high dosage. It seems essential, that EMS patients got on a diet and whenever possible are exercised according to their abilities. For monitoring purposes it is recommended to take laterolateral radiographs of the hooves early in the disease.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand