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Kinetik des Therapieansprechens bei lymphoblastischen T-Zell Lymphomen des Kindes- und Jugendalters : „Auswertung von CT- und MRT- Untersuchungen im Verlauf bei Kindern zwischen den Tagen 0 und 33 unter standardisierter Therapie“

Wilhelm, Sven Bastian


Originalveröffentlichung: (2015) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.054 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-117623
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11762/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Radiologie, Abteilung Kinderradiologie
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6368-9
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.09.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 06.11.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Unter dem Begriff NHL werden alle bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems zusammengefasst, die nicht den HL zugerechnet werden können. Dabei stellen die NHL 4% der malignen Erkrankungen in Deutschland, wobei die T-LBL den zweithäufigsten Subtyp im Kindes- und Jugendalter darstellen. Die Zuordnung zu den T-LBL ist auch heute noch schwierig und wird bei einem Befall des KM mit einem Blastenanteil von < 25% getroffen, während man bei größer gleich 25% von einer ALL spricht. Neben dem initialen Stadium der Erkrankung konnte bisher kein prognostisch relevanter Parameter identifiziert werden, welcher eine Aussage über die Langzeitprognose zulässt. Die Therapie der T-LBL basiert dabei auf der der ALL. Das bisher beste Ergebnis in Bezug auf das 5 Jahres EFS wurde in der Therapiestudie NHL-BFM 90 erzielt und lag bei ca. 90%.
In der vorliegenden Arbeit wird analysiert, ob der Kinietik des Therapieansprechens bei T-LBL prognostische Bedeutung zukommt. Des Weiteren wurden das Langzeitüberleben in Abhängigkeit vom initialen Alter, dem Geschlecht und einer Kombination aus Alter und Geschlecht untersucht.
Die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten Messungen wurden an CT- und MRT- Bildern von 58 T-LBL-Patienten aus der Studie EURO-LB 02 durchgeführt, welche von der NHL-BFM Studienzentrale zentral gesammelt und zur Verfügung gestellt wurden. Die Auswertung der Bildgebung der initialen und an den Tagen 8, 15 und 33 aufgenommenen Daten erfolgte mit Hilfe von ViewForum (digital planimetrisch), eines Planimeters (analog planimetrisch) oder über eine Streckenmessung zur Volumenberechnung von Rotationsellipsoiden. Neben der initialen Tumorgröße wurden die Patienten auf B-Symptomatik, KM- oder ZNS- Infiltration und Rezidivrate (Nachbeobachtungsphase 24 Monate) untersucht. Die Regression des Tumors wurde in der Arbeit in 6 Status (0 - 5) bzw. 3 Regressionsgrade (I, II, III) eingeteilt.
Es konnte gezeigt werden, dass die planimetrische Volumenanalyse keinen signifikanten Vorteil gegenüber der Volumenberechnung mit Hilfe der Streckenmessung ergibt. Des Weiteren konnten keine signifikanten Unterschiede in der Kinetik des Therapieansprechens bei dem Vergleich Rezidiv- und Nicht-Rezidiv-Patient, Jungen und Mädchen, der Zurodnung zu Altersgruppen oder bei der Kombination von Alter und Geschlecht festgestellt werden. Eine definitive Aussage zu dieser Systematik lässt sich jedoch aufgrund der geringen Patientenzahlen nicht treffen und ist Gegenstand der aktuellen Forschung.
Somit zeigen die Ergebisse der Arbeit, dass es bei der Auswertung keinen Vorteil bringt, das Volumen planimetrisch zu bestimmen und dass es aktuell noch keinen prognostisch relevanten Parameter gibt, welcher eine Aussage über die Langzeitprognose zulässt.
Kurzfassung auf Englisch: The term Non-Hodgkin lymphoma (NHL) comprises all malignant diseases of the lymphatic system that cannot be attributed to Hodgkin´s lymphoma. Four percent of all malignancies in Germany are NHL, the T-cell lymphoblastic lymphoma (T-LBL) being the second most common subtype in children and adolescents. Nowadays, the classification of T-LBL is still difficult and is made in cases of infestation of the bone marrow with a blast count of < 25%. When blast count is greater or equal 25% it is considered an acute lymphoblastic leukaemia (ALL). Apart from the initial stage of the disease, a relevant parameter predicting long-term prognosis still has not been identified. The treatment of T-LBL is based on the treatment of ALL. The best result in terms of the 5-year event free survival was achieved in the trial NHL-BFM 90 and was reported at approximately 90%.

This study analyzes whether the treatment response in T-LBL is significant for the prognosis. Furthermore, the long-term survival was examined depending on the initial age, sex, and a combination of age and gender.

Measurements of the volume were performed on CT and MRI images of 58 T-LBL patients with a mediastinal tumor from the study EURO-LB 02, which were collected and provided by the NHL-BFM study center. Initial imaging results and data recorded on days 8, 15 and 33 were evaluated using ViewForum (digital planimetry), a planimeter (analog planimeter) or a distance measurement for calculating the volume of spheroids. In addition to the initial tumor size, patients´ records were examined for B symptoms, CM or CNS infiltration and recurrence rate within 24 months post-observation. The regression of the tumor was divided into six statuses (0-5) and respectively in 3 regression levels (I, II, III).

Planimetric volume analysis shows no significant difference compared to the volume calculated by using the distance measurement in our study. Furthermore, there were no significant differences in the kinetics of the treatment response when comparing a recurrence and a non-recurrence-patient, boys and girls, age groups or the combination of age and gender. Due to the small number of patients there is no definitive conclusion about a specific factor to detect patients with a better outcome earlier. Therefore further studies with a larger number of patients, e.g. multi-center studies are required.
Consequently, the results of the study show that determining the volume by planimetry does not benefit the evaluation and that there is no parameter which allows a conclusion about the long-term prognosis.
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