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Prospektive Erhebung zur medikamentösen Ausbildung von Notärzten und Rettungsdienstfachpersonal in Deutschland

Prospective survey on drug training of emergency physicians and emergency service professionals in Germany

Ernst, Marco


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-117594
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11759/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Rettungsdienst , Ausbildung , Notfallsanitäter , Notkompetenz , Medikamente
Freie Schlagwörter (Englisch): emergency medical services , training , paramedic , Notkompetenz , drugs
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anästhesiologie und Urologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.10.2015
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 30.10.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Aufgrund des Förderalismusprinzips nach Artikel 30 des Grundgesetzes ist Aus, -Fort,- und Weiterbildung in der Bundesrepublik Deutschland Sache der jeweiligen Bundesländer. Somit besteht für jedes der 16 Bundesländer ein separates Rettungsdienstgesetz, das sich nicht zwangsläufig mit den anderen decken muss. Daraus ergibt sich die Problematik einer uneinheitlichen präklinischen Ausbildungssituation des Rettungsdienstpersonals. Es besteht zwar eine Gesetzesvorlage in Form des Rettungsassistentengesetzes von 1987, hier werden allerdings nur die Eckpunkte der Ausbildung definiert, Umfang, Form und Inhalt ist Ländersache. Unklar formulierte Punkte dieses Gesetzes wie die Medikamentengabe durch Rettungsdienstpersonal im Rahmen der sogenannten „Notkompetenz“ werden seit seiner Einführung kontrovers diskutiert. Eine Umstrukturierung der Ausbildung soll die Einführung des Berufsbildes „Notfallsanitäter“ bewirken, jedoch finden auch hier bereits im Vorfeld Diskussionen der jeweilig betroffenen Berufsverbände über Inhalte und Kompetenzen dieser neuen Berufsgruppe statt. Vor diesem Hintergrund war es in der vorliegenden Arbeit von Interesse den Ist-Zustand an Deutschen Rettungsdienstschulen und Notarztkursen zum Thema Pharmakologie zu erheben und zu untersuchen ob trotz der genannten fehlenden zentralen Ausbildungsvorgaben ein bundes- oder landeseinheitlicher Ausbildungsstand vorliegt. Dazu wurden bundesweit Rettungsdienstschulen und Notarztkursanbieter mittels anonymisiertem Fragenbogen zu dem Thema Pharmakologie befragt. Die Ergebnisse zeigten in der pharmakologischen präklinischen Ausbildung von Rettungsdienstpersonal und Notärzten ein inhomogenes Bild. Dies beschränkt sich nicht nur auf die 16 verschiedenen Bundesländer, sondern wird innerhalb der Länder auf kommunaler Ebene weiter ins Unüberschaubare segmentiert, so dass theoretisch jeder der rund 330 Rettungsdienstbezirke in Deutschland seine eigenen, von dem jeweiligen verantwortlichen Ärztlichen Leiter Rettungsdienst vorgegebenen Versorgungstandards, Vorgehensweisen und Kompetenzen des jeweiligen Rettungsdienstpersonals besitzen kann. So ist nicht sichergestellt, dass Ausbildungsinhalte einer Schule in einem anderen Landkreis oder Bundesland in die Praxis umgesetzt werden können. Weiterhin konnte anhand der Ergebnisse erkannt werden, dass sich die Ausbildungsinhalte der Schulen nicht unbedingt mit den auch tatsächlich auf den Fahrzeugen mitgeführten Medikamenten decken.
Somit kann wiederum davon ausgegangen werden, dass kein bundeseinheitlicher pharmakologischer Versorgungsstandard besteht.
Kurzfassung auf Englisch: Due to the principles of federalism according to article 30 of the German Constitution, training and further education in the Federal Republic of Germany is the responsibility of the federal states. Thus, there are separate laws on Rescue Services, which are not necessarily identical with those of the other states. This results in the problem of a non-uniform pre-clinical training situation for emergency service personnel. While there is a bill in the form of the law on emergency care assistants of 1987, however, only the key points of the training are defined. Scope, form and content is defined by each of the federal states. Vaguely formulated points of that law, such as the administration of drugs by emergency service personnel as part of the so-called "Notkompetenz" (emergency competence) has been a matter of controversy since its introduction. A restructuring of the training shall result in the introduction of the profession “Notfallsanitäter” (emergency paramedic), yet discussions of the respective professional associations concerned about the content and skills of this new professional group have taken place here in advance, too. Against this background, the present study will aim at establishing the current status of the German schools for emergency services and emergency physician courses on pharmacology, and investigate whether – despite the aforementioned lack of central training requirements – a federal or state-uniform level of training occurs. Schools for emergency services and course providers for emergency physician courses nationwide were interviewed using an anonymized questionnaire on the subject of pharmacology. The results showed an inhomogeneous image of the pharmacological preclinical training of emergency service personnel and emergency physicians. This is not limited only to the 16 different federal states, but is further segmented within the states on a local level to the unmanageable so that theoretically each of the 330 rescue service districts in Germany has its own standards of care, procedures, and skills set up by the respective responsible medical director of emergency services. In consequence, there is no guarantee that the training content of one school can be implemented in practice in another district or state. Furthermore, the results showed that the schools’ training content are not necessarily consistent with the medication actually carried on the vehicles.
It must therefore be considered that there is no uniform national standard for pharmacological care.
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