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Prädiktoren für Stürze von Patienten mit Parkinson-Krankheit während des klinischen Aufenthalts

Nord, Thomas


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-116922
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11692/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Parkinson , Sturz
Freie Schlagwörter (Englisch): Parkinson , fall
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Neurologie; Soemmering Institut Bad Nauheim
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.06.2015
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 18.09.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Mit Hilfe dieser Studie wurden individuelle Prädiktoren für Stürze von Patienten mit Parkinson-Erkrankung im Klinikaufenthalt untersucht. Hierzu wurden retrospektiv Daten von 219 Patienten, die während eines stationären Krankenhausaufenthaltes stürzten, untersucht. Als Vergleichsgruppe dienten Daten von Parkinson-Patienten, bei denen keine Sturzereignisse zuvor oder während des klinischen Aufenthalts bekannt waren.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass insgesamt weniger Verletzungen durch die Stürze verursacht wurden, als in der Vergleichsliteratur angegeben. Das gewählte Studiendesign, bei welchem jeder Sturz sofort protokolliert wurde, kann hierfür die Ursache sein, da dadurch mehr Stürze erfasst wurden als bei retrospektiven Befragungen. Auch die Verletzungen an sich waren nicht so schwerwiegend wie in vielen anderen Vergleichsstudien. Frakturen traten mit 0,8 % als Folge von Stürzen relativ selten auf. Eindeutig sind Patienten im höheren Krankheitsstadium häufiger von Stürzen betroffen. Auch ist das Durchschnittsalter der Patienten, die stürzten, höher als das der Patienten, die nicht stürzten. Die sogenannte Polypharmazie ist ein weiterer Prädiktor für Stürze. Täglich wurden fast acht verschiedene Medikamente durchschnittlich von den Patienten eingenommen, die stürzten. Darunter finden sich viele Medikamente, welche als „FRIDs“ (Fall-Risk Increasing Drugs) bekannt sind. Speziell die Einnahme von sedierenden Medikamenten erhöht die Wahrscheinlichkeit für Stürze. Eine bekannte Demenz oder ein pathologischer MMST können einen Hinweis auf ein erhöhtes Sturzrisiko geben. Darüber hinaus sind Halluzinationen als Sturzprädiktoren erkannt worden. Die Blickparese als Sehstörung wurde ebenfalls als Prädiktor für Stürze ermittelt.
Es ist wichtig, dass Patienten mit Parkinson-Krankheit an einem intensiven Training teilnehmen, bei dem Bewegungsabläufe geübt werden, die bei sturzgefährdenden Situationen vorkommen. Auch das Einüben von Ausgleichsbewegungen für das Gleichgewicht ist ratsam. Eine kritische Überprüfung der Medikation durch den behandelnden Arzt ist eine weitere Maßnahme, welche künftige Stürze verhindern kann. Ebenso sollte der Wohnraum des Patienten bedarfsgerecht eingerichtet oder die Verwendung von Hausnotrufsystemen in Erwägung gezogen werden. So haben Patienten mit Parkinson-Krankheit die Chance, länger selbstbestimmt zu leben.
Kurzfassung auf Englisch: This study is to examine predictors of falls in hospitalized patients with Parkinson´s Disease. A retrospective study of 219 patients, who had fallen during hospitalization, was performed. In comparison data of 183 Parkinson patients without any falls prior or during hospitalization were also analyzed.
The data suggest that in general there were less injuries caused by falls compared to other reports in the literature. The planned study design in which each fall was immediatley recorded per protocol may have been the cause since this method records more falls than what retrospective questionaires might reveal. Compared to other studies the severity of injuries was fortunately less severe. Fractures at 0.8 % as a result of falls were rarely noted. The average age of patients with falls is also higher compared to those without falls. Furtheremore the so called polypharmacy is another fall predictor. Patients who took on average eight different medications compared to 6.5 drugs in patients who did not fall, a highly significant difference. Amongst them are many drugs knowm as „FRIDS“ (Fall Risk Increasing Drugs). Dementia or a pathologic MMST (Mini Mental Status Test) could point to an increased fall risk. Furthermore hallucinations have been recognized as a risk for falls. Visual paralysis and resulting difficulties in seeing clearly has also been noted as a predictor for falls.
It is important that patients with Parkinson´s Disease participate in intensive training. This training should focus on ways of motivation which could be associated with situations where a fell might be likely. Also the training of motions to counter balance disturbances of equilibrium is important. A critical analysis of all medications is another important measure which could avoid or decrease falls. Furthermore one should consider adapatation of the patient´s living space and for use of wireless Emergency Alert Systems. Thus Parkinson´s disease patients have a better chance to function longer independently.

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