Giessener Elektronische Bibliothek

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Bildung von KOH-löslichem Fluorid auf dem Zahnschmelz von Milchzähnen und bleibenden Zähnen nach Applikation verschiedener Zahnpasten

Senge, Stefanie Kathrin


Originalveröffentlichung: (2015) Giessen : Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.299 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-115061
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11506/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6182-1
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.05.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 02.07.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser In-vitro-Studie war es zu untersuchen, ob sich die Bildung von KOH-löslichem Fluorid auf der Schmelzoberfläche bei Milchzähnen und permanenten Zähnen nach Applikation verschiedener Fluoridverbindungen mit unterschiedlicher Fluoridkonzentration voneinander unterscheidet.
Aus Rinderzähnen wurden mit einem Hohlzylinderbohrer Schmelzproben mit einem Durchmesser von 3 mm gewonnen. Die Oberfläche wurde plangeschliffen, poliert und bis auf die zu behandelnde Fläche mit Gusswachs ummantelt. Jeweils 20 Proben wurden mit einer der 13 Testzahnpasten (8 Erwachsenen- und 5 Kinderzahnpasten) behandelt. Jeweils 10 Proben wurden mit einer Placebozahnpaste ohne Fluorid als Kontrolle behandelt. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurden jeweils zwei Applikationen vorgenommen. Zwischen den Applikationen und nach der vierten Applikation wurden die Proben für 2 Stunden in künstlichem Speichel gelagert. Im Anschluss erfolgte die Analyse des KOH-löslichen Fluorids (my g/cm2).
Bei allen Proben, die mit Aminfluorid- oder Natriumfluorid-Zahnpasten behandelt wurden, zeigte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Anreicherung von KOH-löslichem Fluorid. Die Anwendung von Zahnpasten mit Natriummonofluorphospat führte nicht zur Bildung von KOH-löslichem Fluorid. Bei allen Zahnpasten mit Ausnahme einer Aminfluoridzahnpaste kam es bei den Schmelzproben von Rindermilchzähnen zu einer signifikant höheren Bildung von KOH-löslichem Fluorid als bei den Schmelzproben von permanenten Rinderzähnen. Insgesamt gesehen zeigten sich Abhängigkeiten bei der Bildung von KOH-löslichem Fluorid von der Fluoridkonzentration, der Fluoridverbindung und dem pH-Wert der Zahnpasten.
Erstmals konnte gezeigt werden, dass sich Milchzahnschmelz durch die Anwendung handelsüblicher Kinderzahnpasten leichter mit Fluorid anreichern lässt als permanenter Schmelz. Dies unterstützt die klinische Empfehlung, bis zum 6. Lebensjahr Zahnpasten mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm anzuwenden.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this in-vitro-study was to investigate whether the formation of KOH-soluble fluoride differs on the enamel surface of deciduous teeth and permanent teeth after the application of various fluoride compounds with different fluoride concentration. Specimens taken from bovine teeth enamel were obtained by using a 3 mm hollow cylindrical drill. The surface was ground flat, polished and coated with casting wax. 20 samples were treated with one of the 13 test toothpastes (8 adults and 5 children toothpastes). 10 samples were treated with a placebo toothpaste without Fluoride as control. During two consecutive days, two applications were made. Between the applications and after the fourth application, the samples were stored in artificial saliva for 2 hours. This was followed by the analysis of the KOH-soluble fluoride (my g/cm2).
In all samples, which were treated with amine fluoride or sodium fluoride toothpastes, a significant enrichment of KOH-soluble fluoride was found when compared to the control group. The use of toothpastes with Monofluorophosphate did not lead to the formation of KOH-soluble fluoride. With all toothpastes, with the exception of one amine fluoride toothpaste, it occurred that the enamel samples of bovine deciduous teeth had a significantly higher formation of KOH-soluble fluoride than the enamel samples of permanent bovine teeth. Overall seen, it was observed that there is a relationship in the formation KOH-soluble fluoride of the fluoride concentration, the fluoride compound and the pH-levels of the toothpastes in question. For the first time it was shown that deciduous tooth enamel can be enriched by the use of commercially available children´s toothpastes with fluoride more easily than with permanent enamel. This supports the clinical recommendation for up to the age of 6, that a toothpaste with a fluoride content of 500 ppm, is to be used.
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