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Die Entwicklung der Schlafmedizin in Deutschland am Ende des 20. Jahrhunderts : Einfluss des Lebenswerks von Jörg Hermann Peter

The development of sleep medicine in Germany at the end of the 20th century : influence of the lifetime achievement of Jörg Hermann Peter

Kluge, Lisa-Maria


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-114765
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11476/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Schlafmedizin , Marburg
Freie Schlagwörter (Englisch): sleep medicine , Marburg
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinische Klinik II
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.04.2015
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 28.05.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Marburg gilt als „Wiege der Schlafmedizin“ Deutschlands. 1981 begann Hermann Peter, sich mit der Schlafapnoe zu beschäftigen, einem damals in Deutschland noch unbekannten Krankheitsbild. Durch seine methodische und physiologische Vorbildung war Hermann Peter in idealer Weise für dieses Feld geeignet. So konnte er innovative Konzepte zur Datengewinnung und -auswertung in die Tat umsetzen sowie Eckpfeiler für Diagnostik und Therapie der schlafbezogenen Atmungsstörungen etablieren. Angefangen mit Thomas Penzel entwickelte sich unter Hermann Peter die Arbeits-gruppe „klinische Zeitreihenanalyse“ rasch zu einem interdisziplinären klinisch arbeitenden schlafmedizinischen Labor. Die Bedingungen für die Pioniere waren oft schwierig. Die nötige räumliche Ausbreitung und die Finanzierung erforderten stets neue Anstrengungen. Für epidemiologische Untersuchungen und zum Vorscreening konstruierte Hermann Peters Team in Zusammenarbeit mit dem „Zentrale[n] Entwick-lungslabor für Elektronik“ (ZEL) unter Karl Meinzer das weltweit erste transportable Vierkanal-Diagnostik-Gerät, den „Marburger Koffer“, dem die „MESAM“-Reihe ("Madaus Electronics Sleep Apnea Monitor") folgte. Kraft der „SIDAS“-Serie, entwickelt mit Frank Stott in Oxford/England, bestand erstmals die Möglichkeit einer mobilen 8-Kanal-Messung. Die erste stationäre polysomnographische Messeinheit hatte die Gruppe aus verschiedenen Geräten bereits 1983 selbst zusammengestellt – Marburg betrieb damit das erste Schlaflabor in der Inneren Medizin. Hier wurden kardiorespira-torische Polysomnographien durchgeführt und weiterentwickelt zu den Standards, wie sie heute noch gültig sind. Die Resultate der Marburger Gruppe stießen international aufgrund der bahnbrechenden Ergebnisse und ihrer Innovativität auf viel Interesse. In Deutschland hingegen erlangte das Thema schlafbezogene Atmungsstörungen erst circa zehn Jahre später Aufmerksamkeit. Hermann Peter bemühte sich stets, die Interdisziplinarität der Schlafmedizin herauszustellen und zu wahren. So engagierte er sich bei der Gründung der Arbeitsgruppe „Nächtliche Atmungs- und Kreislauf-regulationsstörungen“ (AGNAK) wie auch des "Arbeitskreis klinischer Schlafzentren" (AKS), aus dem 1992 die "Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlaf-medizin" (DGSM) hervorging und war einer der Gründungsherausgeber der Zeitschrift „Somnologie“. Er setzte sich früh für die bundesweite Qualitätssicherung der Schlaflabore in Form eines Akkreditierungsverfahrens ein und etablierte den Qualitäts-nachweis „Somnologie“ für Tätige auf dem Gebiet der Schlafmedizin. Außerdem hatte er im Rahmen der Qualitätssicherung wesentlichen Anteil an der Verfassung eines „Weißbuch[s] Schlafmedizin“ und an dem Zustandekommen einer S2- und S3-Leitlinie.
Kurzfassung auf Englisch: Marburg is known as the birthplace of German sleep medicine. Little was known about this clinical condition in Germany when Hermann Peter began his investigations in 1981. His methodical and physiological qualifications were ideally suited to this field of study. This enabled him to create innovative concepts for data collection and interpretation, and establish vital cornerstones for diagnosis and therapy of sleep related breathing disorders. With the help of Thomas Penzel Hermann Peter started a research group “clinical time series analysis” which soon developed into a working interdisciplinary clinical sleep laboratory. The pioneers often had to overcome difficult constraints. Acquiring the necessary space and financial support for their research were constant hurdles. To conduct epidemiologic surveys and preliminary screening examinations the Marburg team collaborated with the “Zentrales Entwicklungslabor für Elektronik” (ZEL) led by Karl Meinzer to develop the world’s first four-channel ambulatory diagnostic unit known as the “Marburger Koffer” closely followed by the “MESAM” System. Thanks to the “SIDAS” series, which was developed together with Frank Stott in Oxford/England, the first mobile 8-channel measuring unit was created. In 1983 Hermann Peter’s group had already assembled the first stationary polysomnographic unit using various pieces of equipment, enabling Marburg to operate the first medical sleep laboratory. Here they were able to conduct cardiorespiratoric polysomnographias which helped them to develop and refine standards that are still current today. The findings of the Marburg team were received with great interest internationally for their groundbreaking results and innovation. In Germany however it was almost ten years later when interest in the field of sleep medicine took hold. Hermann Peter was very keen to prove and maintain the interdisciplinary of sleep medicine. He actively helped found the study groups „Nächtliche Atmungs- und Kreislaufregulationsstörungen“ (AGNAK) and "Arbeitskreis klinischer Schlafzentren" (AKS) which led to the formation of the German Sleep Society "Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin" (DGSM). He was also a founding editor of the journal “Somnologie”. Hermann Peter felt strongly that there should be nationwide uniformity for the practice of sleep medicine, which he achieved by implementing an approval process for setting up sleep laboratories and introducing a quality control certificate for Somnology. Furthermore he played a considerable part in the constitution of a white paper on sleep medicine and establishing the Somnology guidelines S2 and S3.
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