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Stressbewältigung und Lebensqualität im Bachelorstudiengang Psychologie

Schmidt-Gürtler, Lucia Susanne Ulrike


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-114008
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11400/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Stressbewältigung , Lebensqualität
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.02.2015
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 25.03.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Seit Einführung des Bachelor-/Mastersystems wird über die Mehrbelastung, die abnehmende Lebensqualität und die Zunahme psychischer Beeinträchtigungen bei Studierenden berichtet. Psychologiestudierenden (PS) werden einerseits eine studienbezogene Belastung, andererseits aber eine mindestens zufriedenstellende Lebensqualität, gesundheitsbewusstes Verhalten und hypothetisch ausreichende Stressbewältigungsstrategien (SBS) zugeschrieben. Eine empirische Querschnittsstudie untersuchte zu diesen Aspekt und deren Zusammenhänge insgesamt 143 PS im 1., 3. und 5. Semester der JLU Gießen. Verwendet wurden die Fragebögen Stressbewältigung und Lebensqualität im Studium (STQL-S), PSQ-20, ADS-K und SWE, zur statistischen Analyse wurden einfaktorielle ANOVA, Mann-Whitney-U-Tests, Kruskal-Wallis-Tests, Korrelationen nach Kendall-Tau-b, Kreuztabellen, Faktorenanalysen und t-Tests genutzt.
PS mit einem hohen Stresserleben waren signifikant depressiver, hatten mehr Schlafstörungen und waren im Sinne der Überprüfung der Lebensqualität mit ihrer Freizeit, ihrem Freundeskreis und ihrer Partnerschaft unzufriedener. Bezüglich des Gesundheitsverhaltens waren sie signifikant unzufriedener mit ihrer Ernährung und ihrem Gewicht, aßen unregelmäßiger und unausgewogener und nahmen häufiger Medikamente ein. Zudem hatten diese eine niedrigere Selbstwirksamkeitserwartung, zeigten weniger angemessene Stressbewältigungsstrategien und waren an einer Kursteilnahme zur Stressbewältigung stärker interessiert. PS mit erhöhtem Stresserleben bauten Spannungen häufiger durch Mitnahme nach Hause und durch Gespräche mit Freunden und Familie und seltener durch Entspannung ab.
Im Vergleich der Studienjahre (SJ) empfanden die PS des 2. SJs signifikant weniger Stress (PSQ-20) als die des 1. und 3. SJs. Außerdem hatten die PS des 3. SJs signifikant höhere Depressivitätswerte (ADS-K) als diejenigen des 2. SJs. Die Menge des konsumierten Alkohols nahm im Verlauf der SJ zu und war im 3. SJ signifikant höher als im 1.SJ, außerdem bestanden im 3. SJ im Vergleich zum 1.SJ. signifikant weniger Durchschlafstörungen. Männer konsumierten signifikant mehr und häufiger Alkohol, rauchten häufiger und hatten mehr Einschlafstörungen. Weibliche PS nahmen signifikant häufiger Spannungen mit nach Hause und bauten häufiger Spannungen durch Gespräche mit Freunden und Familie ab als ihre Kommilitonen.
Bei deutlich erhöhten Stress- und Depressivitätswerten der PS ist das Erlernen von angemessenen Stressbewältigungsstrategien, z.B. Entspannungs- und kognitiven, Techniken studienbegleitend dringend erforderlich, um die Belastungen im prägenden Lebensabschnitt Studium zu reduzieren und für das Berufsleben vorzubereiten.
Kurzfassung auf Englisch: Since the implementation of the Bachelor- and Master system there have been many reports about an increased work load, a decreased life quality and an increase of psychological problems for students. Psychology students (PS) are supposed to have study-related problems on the one hand but - on the other hand - at least a satisfying life quality and hypothetically sufficient coping strategies (CS) for their stress. An empirical cross-sectional study examined in 143 PS from the 1st, 2nd and 3rd year of studies at the JLU Gießen concerning these aspects and their relations to another. The questionnaires Stressbewältigung und Lebensqualität im Studium (Coping and life-quality in University studies; STQL-S), PSQ-20, ADS-K, SF-12 and SWE were used. For statical analysis, one-way ANOVA, Mann-Whitney-U-tests, Kruskal-Wallis-tests, correlations according to Kendall-Tau-b, cross tabulations, factor analyses and t-tests were applied.
PS with a higher load of stress were significantly more depressed, had more sleeping disorders and were less satisfied with their leisure time, their friends and their partnerships in an evaluation of their life quality. Concerning their health behaviour, they were significantly less satisfied with their nutrition and their weight, they ate less regularly and less balanced and took medicine more often. Furthermore, they had a lower expectation of self-efficacy, showed less appropriate coping strategies for their stress and were more interested in taking part in a training course for stress coping. PS with elevated sense of stress reduced their stress less by taking it home and more through conversations with friends and family.
Comparing the different years of studies (SY), PS of the 2nd SY felt significantly less stress (PSQ-20) than the ones from 1st and 3rd SY. Also students from the 3rd SY were significantly more depressed than PS from the 2nd SY (ADS-K). The amount of consumed alcohol increased in the course of the SY and was significantly higher in the 3rd SY. Moreover, in the 3rd SY there was significantly less sleep-maintenance insomnia than in the 1st SY. Men consumed cigarettes and alcohol significantly more and more frequently, and had more sleep onset insomnia. Female PS took strains home significantly more often und reduced them more often through conversations with friends and family than their male fellow students.
With considerably elevated rates in stress and depression in PS, it is important to learn appropriate coping strategies, e.g. relaxation and cognitive techniques besides the studies to reduce strains in the formative period of studies and to prepare for professional life.
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