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Dorsoflexio uteri ante partum bei der Stute : Untersuchungen zur Häufigkeit, klinischer Symptomatik und Prognose

Franke, Ulla


Originalveröffentlichung: (2015) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.125 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-112959
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11295/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6279-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.12.2014
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 06.02.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser retrospektiven Studie war es, das Krankheitsbild der Dorsoflexio uteri zu beschreiben. Insgesamt wurden retrospektiv von 2001 – 2010 die Daten von 124 Stuten mit Kolik ante partum ausgewertet. Es erfolgte einer Einteilung der Patientinnen in verschiedene Gruppen: Stuten mit Dorsoflexio uteri, anderen Kolikursachen und unklarer Kolikgenese. Diese Gruppen gliederten sich wiederum in Untergruppen. Die Gruppe der Tiere mit einer Dorsoflexion des Uterus wurden in die Untergruppen isolierte Dorsoflexion, Dorsoflexion in Kombination mit weiteren genitalen Erkrankungen und Dorsoflexion in Kombination mit weiteren extragenitalen Erkrankungen unterteilt. Zu den so genannten anderen Kolikursachen zählten andere genitale, extragenitale und Kombinationen aus anderen genitalen und extragenitalen Erkrankungen. Folgende Daten der Stuten wurden aufgenommen: Alter in Jahren, Rasse, Trächtigkeitszeitpunkt in Monaten zum Zeitpunkt der Erkrankung, Parität, Vorbehandlungen vor Einlieferung, Vitalparameter bei Aufnahme, Kolikursachen, Laborparameter bei Erstuntersuchung, Therapie, Ausgang der Gravidität, Geschlecht der Fohlen und Schicksal der Stuten. Es konnten folgende relevante Fakten zur Dorsoflexio uteri ermittelt werden: Häufigkeit Es erkrankten 20 von 124 Stuten mit Kolik ante partum an einer Dorsoflexio uteri. Dies entspricht einer Häufigkeit von 16%. 13 Pferde litten an einer isolierten Dorsalverlagerung der Gebärmutter. Sie bildeten einen Anteil von 10% des Gesamtklientels. Alter Stuten mit einer Dorsoflexio uteri waren zwischen 3 und 21 Jahre alt. Der Mittelwert liegt bei 9,75 ± 4,93 Jahren. 90% der Pferde wiesen ein Alter von 3 bis 15 Jahren auf. Es liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede im Alter zwischen Stuten mit Dorsoflexio uteri und Pferden anderer Erkrankungsgruppen vor. Rasse 15 der 20 betroffenen Stuten waren Warmblüter (75%), 15% Vollblüter und 10% Ponys. Trächtigkeitsmonat Die Dorsoflexio uteri tritt zwischen dem 8. und dem 11. Monat der Trächtigkeit auf. Am häufigsten betroffen sind die Monate 8 und 10 mit jeweils 29%. Es ergibt sich ein arithmetischer Mittelwert von 9,6 Monaten ± 1,2 Monate. Stuten mit Dorsoflexio uteri unterscheiden sich signifikant von Stuten anderer Kolikgenese bezüglich des Erkrankungszeitpunktes während der Gravidität. Sie sind im Durchschnitt bei Auftreten der Problematik am längsten tragend. Parität 25% der Patientinnen waren Maidenstuten. Es sind keine signifikanten Unterschiede zu anderen Erkrankungsgruppen feststellbar. Vitalparameter Die Tiere mit einer Dorsoflexion der Gebärmutter zeigten in 80% der Fälle einen Anstieg der Herzfrequenz und bei 75% der Pferde wurde eine Tachypnoe gemessen. Die Körperinnentemperatur war bei 45 % der Stuten im Referenzbereich, 35% hatten eine Hypothermie und 15 % eine Hyperthermie. Die kapilläre Rückfüllzeit lag bei 60% der Patientinnen im Referenzbereich. Therapie Von 20 Stuten mit Dorsoflexio uteri wurden 16 (80%) konservativ, drei (15%) chirurgisch und eine (5%) nicht therapiert. Von den 13 Pferden mit isolierter Verlagerung erhielten elf (85%) eine konservative und je eine (8%) eine operative oder keine Therapie. Schicksal Alle 20 Tiere überlebten die Erkrankung. Der Ausgang der Gravidität war bei 12 von 20 Pferden bekannt. Die Trächtigkeit konnte bei 10 Pferden (83%) mit einer Geburt beendet werden. Bei zwei Stuten (17%) kam es zum Abort.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es sich bei dem Krankheitsbild der Dorsoflexio uteri ante partum in der Regel nicht um eine lebensbedrohliche Erkrankung handelt. In den meisten Fällen kann die Gravidität bei der Dorsoflexion des Uterus aufrechterhalten und beendet werden. Bedeutung besitzt die Dorsoflexion vor allem als Differenzialdiagnose zur Torsio uteri ante partum, da sich die Therapie unterscheidet.
Kurzfassung auf Englisch: It was the aim of this retrospective study to describe the dorsoflexion of the uterus. Altogether the facts of 124 pregnant mares with colic were analysed. The patients were divided into several groups: mares with a dorsoflexion of the uterus, other colic causes and unknown colic causes. These groups were subdivided. Animals with a dorsoflexio uteri were divided into isolated dorsoflexions, dorsoflexion in combination with other genital diseases and dorsoflexion in combination with other extragenital diseases. To the so called other colic causes belonged other genital, extragenital and combinations of both illnesses. The study included the following facts of the patients: age in years, breed, time of pregnancy in months at time of getting ill, parity, treatment before arriving at the clinic, parameters at registration in the clinic, colic causes, therapy, end of gravidity, sex of the foal and destiny of the mares. The main results of this study were the following: Frequency 20 of 124 mares with colic ante partum had a dorsoflexion of the uterus. This is a frequency of 16%. 13 Horses suffered from an isolated dorsal dislocation of the uterus. This is equivalent to 10% of the whole clientele. Age Mares with a dorsoflexion of the uterus were between 3 and 21 years old. The mean score is 9.75 ± 4.93 years. 90% of the horses had an age between 3 and 15 years. There are no statistic significant differences between mares with a dorsoflexio of the uteri and horses of the other groups. Breed 15 of the affected mares were warmbloods (75%), 15 % thoroughbreds and 10% ponys. Month of pregnancy The disease appears in pregnant mares between the 8th and 11th month of pregnancy. Month 8 and 10 are mostly affected in each case with 29%. The mean has a value of 9.6 months. Mares with a dorsoflexion of the uterus are significantly getting ill at another time of pregnancy in comparison to the other groups. On average they are the longest time pregnant when beeing affected by the colic. Parity 25% of the patients were pregnant for the first time. No sagnificant differences to other groups can be found. Parameters Animals with a dorsoflexion of the uterus showed in 80% an increased heart beat and in 75% an increased respiratory rate. 45% of the mares had a body temperature within the range, 35% developed a hypothermia and 15% a hyperthermia. The capillary refill time was mostly within the range (60%). Therapy From 20 mares with a dorsoflexion of the uterus 80% got a conservative, 15% a surgical and 5% no therapy. 13 horses had an isolated dislocation of the uterus. 85% of these mares were treated conservatively, 8% surgically and 8 % were not treated at all. Destiny All 20 horses survived the disease. The outcome of 12 gravidities was known. 83% of the mares gave birth to a foal. 17% aborted their foal.
In summary it can be stated that the dorsoflexion of the uterus is normally a not life threatening disease for the mare. In most cases the gravidity could be maintained and finished with the birth of a foal. The dorsoflexion is an important differential diagnosis to the torsion of the uterus, because therapy is different.
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