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Mikrobiologische Belastung in Krankenfahrzeugen des qualifizierten und nicht-qualifizierten Krankentransports : Problemaufriss und Beurteilung ; Pilotstudie

Erk, Georg Oliver


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-112395
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/11239/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Amt für Gesundheit Frankfurt am Main und Institut für Hygiene- und Umweltmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.11.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 23.12.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Der Patiententransport wird aktuell von verschiedenen Dienstleistern durchgeführt. Man unterscheidet den qualifizierten Rettungsdienst/Krankentransport vom nicht-qualifizierten Krankentransport, bei denen beispielsweise Liegendtaxis oder Mietwagen zum Einsatz kommen. Während der qualifizierte Krankentransport nach den Rettungs-dienstgesetzen der Länder arbeitet und unter Aufsicht des Gesundheitsamts steht, unterliegt der nicht-qualifizierte Krankentransport nur dem Personenbeförderungsgesetz des Bundes, welches keinerlei Hygienevorschriften vorsieht. Vergleichende Studien zur mikrobiellen und/oder Belastung mit Multiresistenten Erregern (MRE), wie Methicillin-resistente-Staphylococcus aureus (MRSA), VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) oder ESBL-(Extended-Spectrum-Beta-Laktamase)-Keime, im qualifizierten und nicht-qualifizierten Krankentransport liegen bislang nicht vor. Diese Lücke soll mit der vorliegenden Arbeit geschlossen werden. In 74 Wagen des nicht-qualifizierten und 70 Wagen des qualifizierten Krankentransports wurden standardisiert Abstrich- und Ab-klatschproben von jeweils vier Orten (Gurt, Kopfteil, Tragegriff und Türgriff) genom-men und auf die mikrobielle Belastung sowie auf MRE untersucht. Die Fahrzeuge des nicht-qualifizierten Krankentransports wiesen eine höhere Belastung mit Mikrokokken an den Gurten, Kopfteilen und Türgriffen auf als die Fahrzeuge des qualifizierten Kran-kentransports. Darüber hinaus waren an den Gurten und den Kopfteilen mehr Sporen-bildner zu finden als in den Fahrzeugen des qualifizierten Krankentransports. MRSA wurden in den Wagen des qualifizierten Krankentransports nicht gefunden. Dagegen waren 23% der Wagen des nicht-qualifizierten Krankentransports mit MRSA belastet. 14% der Gurte, 7% der Tragegriffe und je 4% der Kopfteile und Türgriffe wiesen eine MRSA-Kontamination auf. VRE oder ESBL-Keime wurden in keinem der untersuchten Fahrzeuge nachgewiesen. Die aufgetretenen Konzentrationen an Mikrokokken und Sporenbildnern lassen nicht zwangsläufig auf ein erhöhtes Infektionsrisiko schließen; jedoch lässt es sich auch nicht ausschließen. Die mikrobielle Belastung weist auf einen Verbesserungsbedarf bei der Reinigung/Desinfektion der Fahrzeuge im nicht-qualifizierten und qualifizierten Krankentransport. Da MRSA nur im nicht-qualifizierten Krankentransport nachgewiesen wurden, sollte über Hygieneempfehlungen in diesem Bereich nachgedacht werden. Eine Verbesserung der Hygiene in nicht-qualifizierten Krankentransportfahrzeugen wäre mit der Einführung eines Zertifizierungssystems zu erwarten.
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