Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Durchführung und Analyse einer Anaphylaxie-Patienten-Schulung im Rahmen einer randomisierten nationalen Multicenter-Studie

Schallmayer, Sabine


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.176 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-112073
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/11207/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.11.2014
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 01.12.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: Bislang existieren keine standardisierten Patienten-Schulungs-Programme für Anaphylaxie. Patienten und Eltern betroffener Kinder fehlt es häufig an adäquatem Wissen sowie Handlungskompetenz im Umgang mit ihrer Erkrankung, was zu einer reduzierten Lebensqualität und psychischen Belastung führen kann.
Ziel: Untersuchung der Effektivität einer standardisierten Patienten-Schulung für Anaphylaxie bezüglich Wissen über die Erkrankung und Handlungskompetenz im Notfall sowie auf psychologische Parameter bei Anaphylaxie-Patienten und Eltern betroffener Kinder.
Methodik: In einer randomisierten nationalen Multicenter-Studie wurden insgesamt 130 Probanden (67 Erwachsene, 63 Eltern) randomisiert der Schulungs- und Kontrollgruppe zugeordnet. Die Schulungsgruppe erhielt eine standardisierte Patienten-Schulung zum Umgang mit Anaphylaxie im Umfang von 2x3 Stunden. Vor dem Beginn der Schulung sowie 3 Monate nach der Intervention füllten Probanden beider Gruppen Fragebögen aus. Zudem wurde das Verhalten in einer simulierten Notfallsituation beurteilt. Die Schulungen für die Warte-Kontrollgruppe sowie die Datenauswertung erfolgten im Anschluss. Hauptzielparameter waren Wissen über Anaphylaxie (Fragebogen) und Handlungskompetenz im Notfall (standardisierte Anaphylaxie-Trainingssituation), Nebenzielparameter waren psychologische Variablen (Fragebögen zur Lebensqualität, Angst und Depression).
Ergebnisse: Im Vergleich zur Kontrollgruppe erzielten die Probanden der Schulungsgruppe einen signifikant größeren Wissenszuwachs zwischen beiden Messzeitpunkten (Mittelwert MW = 12,7 (Standardabweichung SA = 3,1) auf MW = 16,5 (SA = 2,2) versus MW = 13,1 (SA = 3,2) auf MW = 13,9 (SA = 3,0); p < 0,001). Auch die Mittelwerte bei der Beurteilung der Handlungskompetenz im Notfall zeigten in der Schulungsgruppe einen signifikanten Zuwachs im Gegensatz zur Kontrollgruppe (MW = 11,2 (SA = 4,9) auf MW = 20,0 (SA = 3,6) versus MW = 10,9 (SA = 4,3) auf MW = 12,3 (SA = 4,0); p < 0,001).
In beiden Gruppen waren bereits zu Beginn der Studie keine pathologisch erhöhten Werte der Einschränkung der Lebensqualität sowie bei Angst und Depression messbar. Dennoch wurde eine signifikante Reduktion der gemessenen Angst innerhalb des Normbereichs in der Schulungsgruppe erkennbar, nicht aber in der Kontrollgruppe (MW = 7,0 (SA = 4,1) auf MW = 5,5 (SA = 3,2) versus (MW = 6,9 (SA = 3,6) auf MW = 6,4 (SA = 3,4); p < 0,05). Die Mittelwerte zu Lebensqualität und Depression veränderten sich nicht signifikant. Schlussfolgerung: Strukturierte Patienten-Schulungs-Programme verbessern das Krankheitsmanagement von Anaphylaxie-Patienten durch Wissenszuwachs und Steigerung der Handlungskompetenz im Notfall.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand