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Zahngesundheit 6- bis 7-jähriger bayerischer Schulkinder 2009

Brinkmann, Dorothea


Originalveröffentlichung: (2014) Giessen : Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (8.921 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-111974
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/11197/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Kinderzahnheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6236-1
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.10.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 02.12.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund und Zielsetzung: Untersuchungen zur Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland zeigen tendenziell eine abnehmende Kariesmorbidität. Gleichzeitig fällt aber ein hoher Anteil unversorgter Milchzahnkaries auf. Die vorliegende Studie zur Beurteilung der Zahngesundheit der 6- bis 7-jährigen bayerischen Schulkinder wurde im Rahmen einer bundesweiten epidemiologischen Studie durchgeführt, in der neben Kindern aus Grundschulen auch Jugendliche von Haupt- und Realschulen und Gymnasien mit einbezogen wurden. Ziel war es, anhand des dmf(t)-Index, dem Anteil naturgesunder Gebisse und dem Versorgungsgrad der Milchzähne die Entwicklung der Zahngesundheit im Vergleich zu 2004 zu beurteilen.
Nullhypothese: Im Vergleich zur Untersuchung von 2004 verändert sich die Rate der Nichtteilnahmen nicht. Die Mundgesundheit der 6- bis 7-Jährigen verbessert sich nicht, während der Anteil naturgesunder Gebisse unverändert bleibt und der Versorgungsgrad der Milchgebisse keine Verbesserung zeigt.
Material und Methode: Durch das Institut für Mathematik der Universität Würzburg erfolgte die Ziehung einer repräsentativen, geschichteten Stichprobe von 2,2%. Von April 2009 bis März 2010 wurden an 69 Grundschulen 2320 Schüler der ersten Klasse erfasst und 1930 nach der gleichen Methodik der vorangegangenen Studie von 2004 untersucht und statistisch beurteilt. Die an den Diagnose-Vorgaben der WHO orientierte Befundung erfolgte durch acht eingewiesene und kalibrierte Zahnärzte/-ärztinnen. Verwendung fanden neben Spiegel und Sonde eine Untersuchungsleuchte, ein Luftpüster und eine Liege. Die Dateneingabe erfolgte nachträglich mittels EDV-Programm dbase IV und die statistische Analyse wurde mit Hilfe von SPSS durch das Institut für Mathematik durchgeführt.
Ergebnisse: Gegenüber 2004 kam es zu einer erhöhten Reduzierung der Anzahl untersuchter Schüler. Lag 2004 die Dropout-Rate noch bei 24%, so waren dies 2009 insgesamt 41%. Der mittlere dmf(-t)-Wert für die Milchzähne betrug 2,34, der mittlere DMF(-T)-Wert der bleibenden Zähne 0,11. Damit lag kein signifikanter Unterschied zur Erhebung von 2004 (hier dmf(t): 2,35) vor. Der rückläufige Trend der Kariesprävalenz in den letzten drei Jahren hat sich nicht weiter fortgesetzt, es kam zu einer Stagnation des Caries decline. Gleiches gilt für den SiC-dmf(t), hier liegt ebenfalls kein signifikanter Unterschied zu den Werten von 2004 vor (SiC-dmf(t) 2004: 13,78 und 2009: 14,21). Der Anteil naturgesunder Milchgebisse (50,6%) weist gegenüber 2004 (hier 50,2%) keinen signifikanten Unterschied auf. Von großer Bedeutung ist die Zunahme der unversorgten Milchzahnkaries. Waren 2004 noch 35,3% der kariösen Milchzähne unversorgt, so waren dies 2009 bereits 39,3%.
Fazit: Für die Planung von Prophylaxeprogrammen und Betreuungskonzepten empfehlen diese Erkenntnisse, sich nicht mit den stagnierenden Werten der Kariesprävalenz von 2009 zu begnügen, sondern den erkannten erhöhten Behandlungsbedarf zum Anreiz zu nehmen, die Betreuung von Grundschulen und Kindergärten verstärken, dabei kariöse Läsionen frühzeitig erkennen, die Notwendigkeit einer Behandlung aufzuzeigen und die betroffenen Kinder der Sanierung durch den Zahnarzt zuzuführen. Hierbei ist es für die Zukunft einer effektiven Prophylaxe unabdinglich, frühestmöglich im Zuge der Gruppenprophylaxe Risikopatienten auszumachen und diese durch die Individualprophylaxe gezielt verstärkt zu betreuen.
Kurzfassung auf Englisch: Background and aims: Studies on the dental health of children and teenagers in Germany show a decreasing caries morbidity. At the same time, there is a group with a high rate of dental caries in the primary dentition. This study aims to evaluate the dental health of 6 - to 7-year-old Bavarian pupils as part of a national epidemiological study. In addition to children from primary schools teenagers from secondary schools were included. The aim was to assess the development of dental health in comparison to the last study from 2004 using the dmf(t)-index and the rate of teeth free of caries and filled primary teeth.
Null hypothesis: Compared to the former study, the dropout rate does not change. The oral health of the 6- to 7-year-old students does not improve, while the rate of healthy teeth remains constant. Furthermore the share of filled primary teeth shows no improvement.
Materials and methods: Informatics of the Institute of Mathematics of the University of Würzburg selected a representative, stratified random sample of 2.2%. From April 2009 to March 2010 2320 first grade students in 69 elementary schools were chosen, 1930 of whom were examined and evaluated using the same methods as in 2004. Eight instructed and calibrated dentists investigated the current status of the teeth based on the diagnostic guidelines of the WHO. Next to dental mirrors and probes, an examination light, an air blower and a massage table were used. Afterwards the computer program dbase IV was utilized to record data. The statistical analysis was performed by the Institute of Mathematics using SPSS.
Results: Compared to 2004 there was an increased reduction of examined students. In 2004 the dropout rate was 24%, while it was 41% in 2009. The mean dmf(t) of the milk teeth was 2.34, the average DMF(T) of the permanent teeth 0.11. Thus, there was no significant difference to the study from 2004 (dmf(t): 2.35). The caries decline has not continued during the last tree years. A stagnation could be observed. The same is true for the SiC-dmf(t). There is no significant difference between the results of 2004 and 2009 (SiC-dmf(t) 2004: 13.78 and 2009: 14.21). The proportion of primary teeth without caries (50.6% in 2009) has also no significant difference to 2004 (50.2%). Of great importance is the increase of decayed primary teeth. In 2004 there was still 35.3% of the caries untreated, in 2009 already 39.3%.
Conclusions: For the organization of prevention programs and support concepts these results recommend, not to be content with the stagnant levels of caries prevalence in 2009, but to take the increased need of treatment for amplify the medical care of primary schools and kindergartens to recognize carious lesions at an early stage. The assignment is to show the necessity of treatment and to recommend seeking medical advice by the dentist. It is essential for the future of an effective prophylaxis concept to identify as early as possible children with a high risk of caries in the course of group prophylaxis and to bring them to the individual prophylaxis in the dental office.
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