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Mundhygienefertigkeiten bei jungen Erwachsenen – Status quo und Möglichkeiten der Verbesserung

Harnacke, Daniela


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-111403
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/11140/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Zahnputztechniken , Mundhygienefertigkeiten , Zahnputztraining
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Medizinische Psychologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.10.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 29.10.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Die Prävalenz von plaqueassoziierten Parodontalerkrankungen wie Gingivitis und Parodontitis ist weltweit sehr hoch, obwohl die Motivation zur Putzhäufigkeit ebenfalls hoch zu sein scheint. Ursache für diesen Befund könnte eine mangelnde Motivation zur Hygienegründlichkeit sein, aber auch ein Mangel an Hygienefertigkeiten. Tatsächlich weisen Studien auf erhebliche Fertigkeitendefizite hin. Eine wichtige Aufgabe in der Prävention von Parodontalerkrankungen ist es demnach, die Mundygienefertigkeiten zu verbessern. Allerdings gibt es keine Evidenzen, die für oder gegen eine spezielle Bürsttechnik für ein Mundhygienetraining sprächen. Ziel der vorliegenden Studie ist es daher, die Auswirkungen einer standardisierten Vermittlung verschiedener Zahnbürsttechniken vergleichend zu untersuchen. Neben zahnmedizinisch-klinischen Parametern finden dabei auch psychologische Parameter Berücksichtigung, die Rückschlüsse auf die Motivation zur Putzgründlichkeit zulassen: Selbstwirksamkeitser-wartungen und Entscheidungsbalance
56 Probanden wurden randomisiert und stratifiziert nach Geschlecht, Händigkeit und Mundhygienefertigkeiten drei Gruppen zugeordnet. Die Gruppen erhielten entweder nur ein Training der Grundlagen des Zähneputzens (Kontrollgruppe) oder dieses Grundlagentraining gemeinsam mit dem Training von einer von zwei Bürsttechniken (Bass-Technik vs. Fones-Technik). Die klinischen Parameter (Mundhygienefertigkeiten, Mundhygiene und Mundgesundheit) wurden zur Baseline und zwei, sechs, zwölf und 28 Wochen nach einer Professionellen Zahnreinigung und der Mundhygieneinstruktion erhoben. Die psychologischen Parameter wurden mittels Fragebögen getrennt für Zähnebürsten und Approximalhygiene erhoben und zwar zur Baseline, zwölf und 28 Wochen nach der Intervention. Zum Schluss wurde die Adhärenz zur Verwendung der Techniken mit einem Fragebogen erhoben.
Die Gruppen unterscheiden sich hinsichtlich der Mundhygienefertigkeiten, der Mundhygiene und Mundgesundheit, wobei die Fonesgruppe der Bassgruppe überlegen ist. Allerdings zeigen sich die Unterschiede bei der Mundhygiene und der Mundgesundheit erst in den späteren Untersuchungsterminen. Auffällig ist, dass die Fertigkeiten nach zwölf Wochen stagnieren. Bei den psychologischen Parametern zeigen sich nur hinsichtlich des Zahnbürstens Gruppenunterschiede bei den Selbstwirksamkeitserwartungen und bei den wahrgenommenen Nachteilen beim zwölf-Wochentermin. Auch hier weist die Fonesgruppe bessere Werte auf als die Bassgruppe. Die meisten Vorteile nimmt sowohl beim zwölf als auch beim 28-Wochentermin die Kontrollgruppe wahr. Bei der Adhärenz zeigt sich, dass die meisten Nicht–Adhärenten in der Bassgruppe anzutreffen waren.
Die vorliegende Studie zeigt, dass bei einer standardisierten Vermittlung die Fones-Technik der Bass-Technik in den klinischen Parametern überlegen ist. Auch hinsichtlich der psychologischen Parameter ergeben sich Vorteile für die Fonesgruppe, in der Bassgruppe zeichnet sich eine deutliche Verschlechterung der Putzmotivation nach der Intervention ab. Mit den Daten gelingt erstmals in einem standardisierten randomisierten Vergleich der Nachweis eines Vorteils des Trainings der Fones- gegenüber der Bass-Technik. Dieser Befund ist insofern besonders bemerkenswert, als die Bass-Technik in der klinischen Praxis häufig gelehrt und für überlegen gehalten wird. Die Aufgabe zukünftiger Studien besteht darin, die Ursachen für die relative Unterlegenheit der Bass-Technik weiter zu verfolgen und Methoden zu entwickeln, Hygienefertigkeiten noch über das in dieser Studie erreichte Niveau zu verbessern.
Kurzfassung auf Englisch: Prevalence of periodontal diseases (i.e. gingivitis and periodontitis) is pretty high all over the world, although motivation of brushing frequency is high as well. A reason for this finding could be a lack of motivation in thoroughness of brushing as well as a lack of brushing skills. Actually, studies indicate a considerable lack of brushing skills. Improvement of brushing skills is therefore an important part of prevention of periodontal diseases. However, there is no evidence for or against a specific brushing technique for on oral hygiene training. Aim of the present study is to compare the effects of a standardized training of different brushing techniques. In addition to the assessment of clinical parameters, psychological parameters are taken into account as well to allow conclusions concerning motivation of thoroughness of brushing: self-efficacy and decisional balance.
56 participants were randomized and stratified by gender, handedness and oral hygiene skills to one of three groups. The groups receive either only a training in basics of tooth brushing (control group) or the training of basics of tooth brushing followed by a training of one of the two brushing techniques (Bass-technique vs. Fones-technique). Clinical parameters (oral hygiene skills, oral hygiene and oral health) were assessed at baseline, two, six, twelve and 28 weeks after professional tooth cleaning and oral hygiene training. The psychological parameters were assessed via questionnaires separately for brushing and interdental hygiene at the baseline, twelve and 28 weeks after intervention. At the end participants filled in a questionnaire about adherence of the brushing techniques.
The groups differed concerning oral hygiene skills, oral hygiene and oral health, whereby the Fonesgroup is superior to the Bassgroup. However, the differences appeared in oral hygiene and oral health at the later examinations. Of particular note is that the skills remain static twelve weeks after intervention. In the psychological parameters the groups differed only with respect to tooth brushing in self-efficacy and perceived barriers at twelve weeks after Intervention, whereby the Fonesgroup is again superior to the Bassgroup. The most benefits are perceived by the control group twelve and 28 weeks after intervention. In the Bassgroup most people report that they were non-adherent.
The present study shows, that after a standardized training of brushing techniques the Fones-technique is superior to the Bass-technique concerning clinical parameters. With regard to psychological parameters the Fonesgroup show advantages and in the Bassgroup a clearly decline concerning brushing motivation occur after intervention. The data of this first randomized controlled comparison showed evidence for a superiority of the Fones-technique compared with the Bass-technique. This result is remarkable, because in clinical practice the Bass-technique is taught quite often and is considered to be superior. The task of future studies is, to further investigate the causes of the inferiority of the Bass-technique and to develop methods to improve oral hygiene skills beyond the level that was reached in this study.
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