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Untersuchung zu Prävalenz und Art von Herzrhythmusstörungen bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie

Stempfl, Johanna


Originalveröffentlichung: (2014) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (7.231 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-111394
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/11139/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik I, Abt. für Kardiologie und Angiologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6222-4
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.08.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 29.10.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Die pulmonale Hypertonie ist eine schwerwiegende Erkrankung der Lungenstrombahn, die über einen Anstieg des pulmonal-vaskulären Widerstandes zu einer konsekutiven Rechtsherzbelastung führt. Die rechten Herzhöhlen reagieren mit Hypertrophie und Dilatation. Bereits seit Langem ist bekannt, dass eine Dilatation und Hypertrophie im linken Herzen die Entstehung einer Vielzahl von Rhythmusstörungen begünstigt. Ziel der vorliegenden Studie war es deshalb zu klären, ob auch die durch die pulmonale Hypertonie verursachten strukturellen Veränderungen des rechten Herzens mit einer gehäuften Prävalenz von Arrhythmien einhergehen.

Es wurden 92 Patienten mit pulmonaler Hypertonie ohne vorbekannte Herzrhythmusstörungen rekrutiert und mittels eines 72-Stunden-Langzeit-EKGs unter Alltagsbedingungen auf das Vorliegen von Herzrhythmusstörungen untersucht. Die EKG-Befunde wurden mit laborchemischen, echokardiographischen und im Rechtsherzkatheter erhobenen Parametern in Relation gesetzt.

Unsere Studie erbrachte in 18,5% der Fälle (n=17) klinisch relevante, neu diagnostizierte Arrhythmien. Diese waren primär ventrikulärer Genese. Alle Patienten hatten klinisch irrelevante Arrhythmien. Am häufigsten traten Rhythmusstörungen in der Gruppe der assoziierten pulmonalarteriellen Hypertonie auf. Des Weiteren konnte ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Arrhythmien und der Höhe des BNP nachgewiesen werden. Zudem zeigten sich Rhythmusstörungen gehäuft bei Patienten mit einer schlechteren pulmonalen Hämodynamik und rechtsventrikulären Funktion. Dies spiegelte sich in echokardiographischen und in der Rechtsherzkatheteruntersuchung erhobenen Parametern wider. 17,6% der klinisch relevanten, neu diagnostizierten Herzrhythmusstörungen traten erst in den letzten 24 Stunden der Langzeit-EKG-Untersuchung auf und wurden nur aufgrund der 72-stündigen Aufzeichnungsdauer detektiert.

Zusammenfassend wurde in der vorliegende Studie erstmals eine hohe Prävalenz von ventrikulären Herzrhythmusstörungen bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie mittels Langzeit-EKG-Untersuchung nachgewiesen. Die Auswirkungen der Herzrhythmusstörungen auf den klinischen Verlauf der hier untersuchten Patienten sind unklar. Vorausgegangene Studien zeigen jedoch, dass Herzrhythmusstörungen bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie mit klinischer Verschlechterung und prognostisch ungünstigem Verlauf in Verbindung stehen. Daher sollte zukünftig die Detektion und spezifische Therapie von Herzrhythmusstörungen bei pulmonaler Hypertonie als wichtiges Therapieziel definiert werden. Als diagnostisches Instrument konnte in der vorliegenden Studie insbesondere der Nutzen einer Langzeit-EKG-Untersuchung mit 72-stündiger Dauer gezeigt werden.
Kurzfassung auf Englisch: Pulmonary hypertension is a serious condition of the pulmonary circulation system. With an increase in the pulmonary vascular resistance, it leads to consecutive strain on the right side of the heart. The right heart chambers become hypertrophic and dilated. It has long been established that dilation and hypertrophy of the left heart promote the development of a number of cardiac rhythm impairments. The purpose of the presented study was to investigate whether the structural alterations of the right side of the heart caused by pulmonary hypertension are likewise associated with an increased prevalence of arrhythmias.

92 patients with pulmonary hypertension without pre-existing cardiac rhythm impairments were recruited and examined for the presence of arrhythmias by means of long-term 72-hour ECG monitoring under routine conditions. The ECG results were put in relation to parameters collected with laboratory test results, echocardiographic assessments and right heart catheterisation.

Our study revealed clinically relevant, newly diagnosed arrhythmias in 18.5% of cases (n=17). They were primarily of ventricular genesis. All patients had clinically irrelevant arrhythmias. The incidence of rhythm impairments was most prevalent in the group of associated pulmonary arterial hypertension. In addition, a statistically significant correlation was demonstrated between the occurrence of arrhythmias and BNP levels. Furthermore, rhythm impairments were prevalent in patients whose pulmonary hemodynamics and right-ventricular function are worse. These findings were reflected in parameters collected by means of echocardiography and right-heart catheterisation. 17.6% of the clinically relevant, newly diagnosed cardiac rhythm impairments only occurred during the last 24 hours of the long-term ECG monitoring and were only detected based on the 72-hour monitoring period.

In summary, the presented study for the first time demonstrates a high prevalence of ventricular arrhythmias in patients with pulmonary hypertension by means of long-term ECG monitoring. The effects of the cardiac rhythm impairments on the clinical outcome of the studied patients are unknown. However, previous studies illustrate that cardiac rhythm impairments are associated with a clinical deterioration and less favourable prognostic outcome in patients with pulmonary hypertension. Consequently, the detection and specific treatment of arrhythmias in pulmonary hypertension should be defined as an important therapeutic goal in the future. In the presented study, the benefit of long-term 72-hour ECG monitoring was shown to be a particularly useful diagnostic tool.
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