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Flächenproduktivität, Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit des ökologischen Landbaus im Vergleich zum konventionellen Landbau : Analyse und Bewertung anhand der aktuellen Literatur

Land productivity, sustainability and environmental impact of organic agriculture compared to conventional agriculture : analysis and evaluation by means of current literature

Rieps, Ann-Marleen


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-110864
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/11086/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): organischer Landbau , ökologischer Landbau , konventioneller Landbau , Umweltverträglichkeit , Landwirtschaft
Freie Schlagwörter (Englisch): organic agriculture , conventional agriculture , sustainability , environmental impact , comparison
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenbau II, Professur Organischer Landbau
Fachgebiet: Agrarwissenschaften und Umweltmanagement
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Bachelor Thesis
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 12.09.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Bachelorarbeit vergleicht in einer Literaturanalyse den ökologischen Landbau (ÖLB) relativ zum konventionellen Landbau (ÖLB) hinsichtlich Flächenproduktivität und Nachhaltigkeit mit Fokus auf der ökologischen Säule der Nachhaltigkeit. Hintergrund bietet die globale Herausforderung gleichzeitig die Flächenproduktivität in der Landwirtschaft zu erhöhen und die Umwelt dabei weniger zu belasten, um die wachsende Bevölkerung in Zukunft ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen zu können. Ziel und Motivation der Arbeit ist es daher die beiden genannten Bewirtschaftungssysteme gegenüberzustellen und dahingehend zu analysieren, welche Bedeutung die drei Aspekte der Nachhaltigkeit – Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft – haben, um diese Herausforderung zukünftig bewältigen zu können. Hierfür werden konträre Studienergebnisse und Meinungen hinsichtlich ÖLB und KLB widergespiegelt.
Im Grundlagenteil wird der Begriff der Nachhaltigkeit erläutert und in den genannten Kontext eingebettet. Außerdem werden externe Effekte der Landwirtschaft dargestellt und verschiedene Formen der Bilanzierung vorgestellt. Die vergleichende Analyse, die auf aktueller Literatur der letzten 15 Jahre basiert, beinhaltet Vergleiche der Flächenproduktivität, der Umweltverträglichkeit, welche in Humus, Stickstoff und THG-Potential untergliedert ist, der Wirtschaftlichkeit und der gesellschaftlichen Leistung der Bewirtschaftungssysteme. Während ÖLB und KLB bei Flächenproduktivität und Umweltverträglichkeit auf Betriebsebene verglichen werden, werden Wirtschaftlichkeit und Gesellschaft aufgrund fehlender Literatur auf überbetrieblicher, volkswirtschaftlicher Ebene verglichen.
Obwohl der ÖLB in seinen Grundzügen versucht ganzheitlich und in Kreisläufen zu wirtschaften sowie umwelt- und sozialfreundlich zu sein, ist nicht automatisch jeder Betrieb im ÖLB nachhaltig. Es kommt auf den individuellen Betrieb an und wie der Landwirt die Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt und praktisch umsetzt. Drei Bewertungssysteme bieten dafür in Deutschland die Möglichkeit zur Bewertung von Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebe – RISE, KSNL und DLG-NHZ. Bezüglich der Umwelteinflüsse der Landwirtschaft lässt bereits der Grundlagenteil schließen, dass der ÖLB vor allem pro Flächeneinheit umweltfreundlicher wirtschaftet als der KLB. Grund hierfür ist vor allem die Tatsache, dass der ÖLB keine chemisch-synthetischen Pestizide und keinen leicht löslichen Mineraldünger verwendet sowie viel Wert auf ausgewogene Fruchtfolgen legt. Beim Stickstoffhaushalt schneidet der ÖLB pro Fläche besser ab als der KLB, pro Produkteinheit ist der KLB jedoch aufgrund höherer Erträge besser. Höhere Humusgehalte sind dem ÖLB zuzuschreiben. Grund hierfür ist, dass der ÖLB in höherem Maße auf die Nährstoffnachlieferung aus dem Humus angewiesen ist als der KLB, der seinen Nährstoffhaushalt mit Mineraldüngern regulieren kann. Aufgrund der höheren Humusgehalte im ÖLB ist dort auch die C-Sequestrierung höher als im KLB. Bezüglich der THG-Emissionen (N2O, CO2, und CH4) schneidet der ÖLB pro Fläche und pro Produkt relativ zum KLB besser ab, da er geringere Energie-Inputs (inklusive vorgelagerter Prozesse) vorweist und mehr Kohlenstoff im Boden speichert. Dennoch ist eine einzelbetriebliche Bewertung angebracht, da auch innerhalb der Bewirtschaftungssysteme wesentliche Unterschiede bestehen. Insgesamt ist die Flächenproduktivität im KLB höher, wobei weitere kontextuelle Unterschiede in der Produktivität zu beobachten sind, wie beispielsweise die Herkunft der Daten aufgrund von Standortfaktoren oder auch die Herkunft aus dem Globalen Süden oder Norden, da die gute fachliche Praxis des KLB dort sehr variieren kann. Bezüglich der Wirtschaftlichkeit auf volkswirtschaftlicher Ebene ist zu sagen, dass der ÖLB mehr Ökosystemdienstleistungen und Öffentliche Güter bereitstellt sowie negative externe Effekte vermeidet, wofür es jedoch keine Entlohnung gibt, da diese Güter nicht am Markt gehandelt werden. Eine Bewertung der sozialen Nachhaltigkeit auf Betriebsebene ist aufgrund objektiver Bewertungsindikatoren schwierig. Auf gesellschaftlicher Ebene der sozialen Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft spielt vor allem die Multifunktionalität der Landwirtschaft eine Rolle. Außerdem gibt es im ÖLB Betriebe, deren zentrales Geschäft sozial ausgerichtet ist, indem beispielsweise solidarisch in einer lokalen Gemeinschaft gewirtschaftet wird oder Menschen mit Behinderung auf dem Betrieb leben und mitarbeiten.
Die Ergebnisse lassen somit Unterschiede zwischen, aber auch innerhalb der Bewirtschaftungssysteme erkennen, was betont, dass die Betriebe individuell danach streben sollten nachhaltig zu wirtschaften. Beide Bewirtschaftungssysteme bedürfen weiterer Forschung und Entwicklung in Richtung einer nachhaltigen Landwirtschaft, wobei der ÖLB aufgrund seiner höheren Umweltverträglichkeit im Sinne einer starken Nachhaltigkeit das bessere Potential hierfür mitbringt.

Kurzfassung auf Englisch: The thesis deals with the differences of organic and conventional farming relating to sustainability - with focus on the environment – and land productivity. Main topics are the ratios of yields, greenhouse gas emissions, and balances of nitrogen and soil organic matter. The social and economic pillar of sustainability is also described but less detailed. Aim of the thesis is to stress differences of the 2 management systems and to analyse strength and weaknesses of organic farming relative to conventional farming.
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