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Gastrointestinale Beteiligung bei Systemischer Sklerose

Strohbeck, Christiane Lisa


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-110155
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/11015/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Systemische Sklerose , Sklerodermie , Gastrointestinal
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Lehrstuhl für Innere Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie; Kerckhoff-Klinik, Abteilung für Rheumatologie und klinische Immunologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.07.2014
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 11.08.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit war, es grundlegende Fragestellungen zur gastrointestinalen (GI)- Beteiligung bei Systemischer Sklerose (SSc) zu klären. Obwohl der GI-Trakt nach der Hautmanifestation das am häufigsten betroffene Organsystem bei Patienten mit SSc darstellt, ist die Magen-Darm-Beteiligung immer noch nicht hinreichend erforscht und bekannt. Trotz der hohen Frequenz dieser Symptome gibt es bisher nur wenige prospektive Studien, die sich mit der Prävalenz, der Progredienz der Symptome sowie dem Verlauf unter Therapie beschäftigen. Um diese Fragestellungen zu klären, wurde in der vorliegenden Studie ein Multi-Symptom-Fragebogen zur Erfassung der GI-Beteiligung eingesetzt.
Der erste Teil der Untersuchung bezieht sich auf eine deutschlandweite Querschnittsuntersuchung mit 222 SSc-Patienten zur Erfassung der Prävalenz und der betroffenen Organsysteme im Rahmen der GI-Beteiligung. Als Kontrollgruppe (KG) dienten 168 Patienten mit anderen rheumatologischen Grunderkrankungen. Hierbei ergab sich eine Prävalenz der gastrointestinalen Beschwerden von 87,4% der Patienten mit SSc im Vergleich zu 73,8% der Patienten in der KG (p<0,001). Häufig angegebene Symptome waren: Blähungen (53,1%), Sodbrennen (50,7%), Magenbeschwerden (47,1%) und Husten/raue Stimme (46,2%). Die Ergebnisse zum Ernährungszustand der Patienten zeigten ein signifikant vermindertes Körpergewicht (p=0,025) und einen signifikant niedrigeren BMI (Body-Mass-Index) bei Patienten mit SSc im Vergleich zur KG und bestätigen die Hypothese einer ausgeprägten GI-Beteiligung bei SSc. Zwischen den Unterformen der SSc konnten keine Unterschiede bezüglich der Beschwerden ausgemacht werden. Auffällig war, dass unter Therapie mit PPI (Protonen-Pumpen-Inhibitoren) 60,9% der Patienten weiterhin über Refluxbeschwerden klagten. Trotzdem empfanden 81,4% der Patienten diese Therapie als hilfreich.
Im zweiten Teil dieser Arbeit wurde eine monozentrische Längsschnittuntersuchung zu jeweils 3 Visiten mit 30 Patienten durchgeführt, um den Verlauf der GI-Beteiligung, die Progredienz der Symptome und mögliche therapeutische Erfolge zu evaluieren. Trotz Therapie kam es im Verlauf (Visite 1 - 3) bei 53,6% der Patienten zu einer Zunahme der GI-Symptomatik. Hierbei handelte es sich vor allem um die Symptome Sodbrennen am Tag (31,0% zu 44,8%), Sodbrennen in der Nacht (30,0% zu 42,9%), Magenbeschwerden (36,7% zu 48,3%) und Inkontinenz (11,1% zu 21,4%). Im Rahmen der Längsschnittuntersuchung konnte mit Hilfe eines Symptom-Scores eine signifikante Progredienz der GI-Symptomatik (p=0,037) festgestellt werden. Auffällig war, dass sich die Symptomatik des Sodbrennens trotz intensiver PPI-Therapie sowohl tags als auch nachts verschlechterte. Unter PPI-Therapie gaben 50,9 - 52,4% der Patienten persistierenden Reflux an. Patienten unter Therapie mit Opioiden, Statinen und Immunsuppression litten häufiger an GI-Beschwerden.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die GI-Beteiligung für Patienten mit SSc eine wesentliche Beeinträchtigung darstellt und deutlich ausgeprägter ist als bei Patienten mit anderen rheumatologischen Erkrankungen. Aus diesem Grund müssen eine frühzeitige, detaillierte Anamnese und ggf. die entsprechenden technischen Untersuchungen mit Augenmerk auf den GI–Trakt erfolgen, um einzelne Symptome suffizient zu erfassen und Störungen möglichst frühzeitig behandeln zu können.
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