Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Klinische Ausprägung des von Willebrand-Syndroms und der Polymorphismus des thrombozytären Glykoproteins Ia/IIa

Hohmann, Christina Maria


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (910 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-110097
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/11009/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Freie Schlagwörter (Deutsch): von Willebrand-Syndrom , Thrombozyten , Glykoprotein , Polymorphismus
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Interdisziplinärer Schwerpunkt für Hämostaseologie und Comprehensive Care Center für Hämophilie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.04.2014
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 04.08.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Das von Willebrand-Syndrom ist eine komplexe Gerinnungsstörung und durch signifikante Differenzen in der Schwere der Blutungsneigung bei Patienten mit ähnlichen Laborparametern und äquivalenten Werten des VWF-Spiegels bzw. der VWF-Aktivität charakterisiert. Insbesondere das VWS Typ 1, bei dem ein quantitativer Mangel an VWF vorliegt, fällt durch seine äußerst heterogene Natur auf. Trotz der zunehmenden Kenntnisse bezüglich des molekularen Charakters, der Diagnostik und der Therapie des VWS, konnte der Einfluss genetischer oder umweltbedingter Faktoren, die die extrem variable Ausprägung mit signifikanten Unterschieden in der Blutungstendenz der Betroffenen verursachen, bisher nicht eindeutig geklärt werden. In Anbetracht dessen, dass Glykoprotein-Polymorphismen der Thrombozytenmembran und daraus resultierende Varianten der Rezeptoren-Funktion in der Regulation thromboembolischer oder hämorrhagischer Erkrankungen eine entscheidende Rolle zukommen kann, wurde eine Datenanalyse durchgeführt. Dabei wurde überprüft, ob einer dieser Polymorphismen (GP Ia) das Ausmaß der klinischen Blutungsneigung bei VWS Typ 1 Patienten beeinflusst.
Zu den verwendeten Daten von 73 Patienten mit VWS Typ 1 zählte ein von den Patienten ausgefüllter Fragebogen zur exakten Blutungssymptomatik anhand dessen mittels einer quantitativen Auswertung ein Blutungsscore festgelegt wurde. Als laboranalytische Daten wurden Gerinnungsparameter, wie Thrombozytenzahl, aPTT, TPZ, Fibrinogen und FVIII:C, sowie VWF-Parameter, nämlich VWF-Antigen und Ristocetin-Cofaktor-Aktivität und letztlich der Genotyp des Einzelnukleotid-polymorphismus an Position 807 des ITGA2 Gens ausgewertet.
Ein signifikanter Zusammenhang zwischen den VWF-Werten und dem Schweregrad der Blutungsneigung (Blutungsscore 1-4) konnte nicht hergestellt werden. Es gab keine signifikanten Differenzen in der Genotypverteilung des GP Ia-Polymorphismus zwischen den vier verschiedenen Kategorien der Blutungstendenz.
Unsere Ergebnisse können die Hypothese, dass eine verminderte Rezeptordichte bedingt durch den GP Ia-Polymorphismus die klinische Ausprägung des VWS Typ 1 beeinflusst, nicht unterstützen. Es bedarf weiterer Untersuchungen anderer Faktoren, die an der variablen Expressivität des VWS Typ 1 mitwirken.
Kurzfassung auf Englisch: Von Willebrand disease is a involved bleeding disorder and characterized by significant variations in severity of bleeding tendency among patients with similar laboratory profiles and equivalent values of VWF level respectively VWF activity. Particularly VWD type 1, whereby a quantitative lack of VWF presences, is apparent due to its extremly heterogenous disposition. In contempt of progressiv knowledge regarding molecular character, diagnosis and treatment of VWD, the influence on genetic or environmental factors, that determine extremly variable form including significant differences in bleeding tendency of affected persons, failed to be clearly resolved so far. Considering the suggestion that platelet membran glycoprotein polymorphisms and consequent variations of receptor function may play an instrumental role as modulators of thromboembolic and hämorrhagic disease, a data analysis was in progress. Thereby the impact of one of these polymorphisms (GP Ia) to the clinical expression of patients with VWD type 1 was reviewed.
A questionary to the exact bleeding symptoms belonged to the data used on 73 with VWD type 1 by means of which a bleeding score was determined employing a quantitativ analysis. Futheremore laboratory findings such as platelet count, aPTT, TPZ and FVIII:C and also VWF levels in particular VWF:Ag and VWF:RCo and lately the single nucleotid polymorphism on position 807 of ITGA2 gen were evaluated.
A significant correlation between VWF levels and severity of bleeding tendency (bleeding score 1-4) could not be prepared. There were no differences in the genotype distribution between the four various categories of bleeding tendency.
Our results can not support the hypothesis that a decreased density of receptor attributable to the GP Ia polymorphism influences the clinical expressivity of VWD type 1. There need to be additional investigations of other factors that may contribute to the variable expressivity of VWD type 1.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand