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Die praktische Anwendung der beweissicheren Atemalkoholmessung im Strafverfahren

Roiu, Immanuel Laurentius


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-109932
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10993/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Rechtsmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.06.2014
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 28.07.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Seit den 1990er Jahren gibt es Testgeräte die zur beweissicheren Atemalkoholmessung zugelassen sind. In Deutschland finden diese lediglich bei OWI-Verfahren Anwendung. Seit langem wird bisher ergebnislos darüber diskutiert,
die AAK als Beweismittel auch im Strafverfahren zuzulassen. Der Arbeitskreis III am 47. Verkehrsgerichtstag in Goslar kam zum Schluss, dass weitere wissenschaftliche Erkenntnisse nötig sind, um eine abschließende Entscheidung zu treffen.
Wir erprobten erstmalig im deutschen Rechtssystem beide Methoden parallel in insgesamt 63 konkreten Fällen. Anschließend sichteten wir die Gerichtsakten um herauszufinden, in welchen Fällen eine alleinige AAK-Messung möglich und sinnvoll gewesen wäre.
Dabei wurden einige Probleme deutlich, die eine solche Änderung nach sich ziehen würden:
- Die Grenzwerte der AAK liegen faktisch höher als die der BAK. Dies würde zu einer Benachteiligung von Beschuldigten führen, die keine AAK-Messung abgeben können oder denen diese Möglichkeit nicht eingeräumt wird.
- Einige denkbare Schutzbehauptungen (Nachtrunk, Drogenkonsum, Probenverwechselung) können nicht ausreichend entkräftet werden bzw. bedürfen weiterer Maßnahmen einer erweiterten Beweisaufnahme.
- Häufig ist die AAK-Messung aus verschiedenen Gründen zeitaufwändiger als die herkömmliche Methode.
Denkbar wäre allerdings, die beiden Methoden mit den damit verbundenen Vorteilen zu kombinieren.
Kurzfassung auf Englisch: Since the 1990ies there are breath-alcohol measuring devices approved for legal purposes. In Germany these devices are admitted only in the prosecution of administrative offences. Since long time it has been discussed without any result to admit the sole use of breath-alcohol evidence in criminal offense procedures. Working group III of the 47th Road Traffic Law Committee concluded that there is further study data needed to come to a definite decision. We tried for the first time in German law system both methods in parallel in 63 concrete cases. In the following we examined the correspondent court files to find out in which cases a sole use of breath-alcohol measurement would have been possible and reasonable. This pointed out some problems, such a change in law enforcement practice would involve.
- The statutory thresholds for breath-alcohol concentration are in fact higher than those for blood-alcohol concentration. This would lead to a disadvantage to those suspects who are not capable of participating in a breath-alcohol test or those who are not given the possibility to perform one.
- Some possible pretenses by the suspect (drinking after the committal, drug consumption, mix up of samples) cannot be contested sufficiently or need further
taking of evidence.
- Often breath-alcohol measuring takes more time for various reasons than the traditional method.
The complementary use of both methods combining the correspondent advantages could be a viable option.
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