Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Genauigkeit diagnostischer Tests für feline infektiöse Peritonitis (FIP) bei Katzen mit einem Körperhöhlenerguss

Held, Susanne


Originalveröffentlichung: (2014) Giessen : DVG Service
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.439 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-109120
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10912/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere, Innere Medizin und Chirurgie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
ISBN / ISSN: 978-3-86345-201-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.12.2013
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 10.06.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Die Diagnostik der felinen infektiösen Peritonitis (FIP) kann auch rund 60 Jahre nach ihrer ersten Beschreibung noch eine Herausforderung sein. Klinische und labordiagnostische Befunde sind unspezifisch und direkte und indirekte Erregernachweise können nicht zwischen niedrig pathogenen felinen enteralen Coronaviren und hoch pathogenen FIP-Viren unterscheiden.
Ziel dieser prospektiven Studie war die Evaluierung etablierter diagnostischer Tests für FIP bei Katzen mit einem Körperhöhlenerguss. Dazu wurden Blutproben und Ergussflüssigkeit von 100 Katzen unabhängig von der klinischen Verdachtsdiagnose untersucht.
Bei 29 Katzen wurde die endgültige Diagnose durch pathohistologische Untersuchung gestellt, 65 Katzen wurde durch ein statistisches Verfahren diagnostiziert, bei sechs Katzen war keine eindeutige Diagnose möglich. Bei 25 Katzen war der Erguss durch FIP bedingt, 24 Katzen hatten kardial bedingte Ergüsse, 24 eine Tumorerkrankung und 21 Tiere einen Erguss aufgrund anderer Erkrankungen.
Katzen mit FIP waren signifikant jünger und hatten signifikant häufiger Aszites als Katzen mit Erguss anderer Ätiologie. Eine Rasse- oder Geschlechtsprädisposition lag nicht vor. Das mediane Überleben war abhängig von der Ergussursache signifikant unterschiedlich. Die kürzeste Überlebenszeit hatten Katzen mit einem Tumor (ein Tag) gefolgt von Katzen mit FIP (zwei Tage) und Ergüssen anderer Ätiologie (acht Tage). Am längsten lebten Katzen mit kardial bedingten Ergüssen (30 Tage).
Ergebnisse der hämatologischen Untersuchung (Erythrozytenzahl und Thrombozytenzahl), klinischer Chemie (Gesamtprotein, Albumin, Globulin, Bilirubin, AST) und des Nachweises von Antikörpern gegen FCoV waren zwar zwischen FIP- und nicht-FIP-Katzen statistisch signifikant unterschiedlich, wegen der breiten Überlappung der Ergebnisse aber für eine klinische Diagnosestellung nicht hilf-reich. Leukozytenzahl und Lymphozytenzahl waren nicht signifikant unterschiedlich. Die Rivaltaprobe war bei 12 der 25 FIP-bedingten Ergüsse negativ und war mit einer Sensitivität von 0,52 im Gegensatz zu früheren Studien nicht zum Ausschluss einer FIP geeignet. Sowohl der direkte Virusnachweis von FCoV-RNA durch RT nPCR in Erguss, EDTA Blut und Kot als auch der Nachweis von FCoV-Antigen mittels Immunfluoreszenz ergab jeweils signifikante Unterschiede zwischen FIP und nicht FIP-Katzen. Die RT nPCR aus Erguss lieferte dabei ein falsch-positives sowie ein falsch-negatives Ergebnis und erreichte damit den besten NPV (0,99) und die beste diagnostische Genauigkeit (0,98) aller Tests. Auch durch Kombination mit anderen Tests konnte die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Diagnose nicht weiter erhöht werden. Die RT nPCR aus EDTA-Blut ergab keine falsch-positiven aber sechs falsch-negativen Resultate und erreichte damit den besten PPV (1,0). Die Immunfluoreszenz, die bei einem positiven Ergebnis bisher als Beweis der FIP galt, lieferte neben acht falsch-negativen auch vier falsch-positive Resultate und erreichte damit verglichen mit der RT-nPCR einen niedrigen PPV von 0,81 und einen NPV von 0,89.
Kurzfassung auf Englisch: Feline infectious peritonitis (FIP) has been known for almost sixty years but confirming the diagnosis can still be challenging. Clinical signs and laboratory abnormalities are not specific and direct as well as indirect tests are not able to distinguish low pathogenic feline enteric coronaviruses from high pathogenic FIP-viruses.
The objective of this prospective study was to evaluate diagnostic tests for FIP in cats having effusion in a body cavity. For that purpose blood samples and effusions of 100 cats were analyzed irrespectively of the diagnosis.
In 29 cats the final diagnosis was obtained by histopathological examination, 65 cats were diagnosed by using a statistical model and in six cats no final diagnosis was found. In 25 cats effusion was caused by FIP, 24 cats suffered from cardiac diseases, 24 cats had a tumor and in 21 cats effusion was caused by other diseases.
Cats suffering from FIP were significantly younger and showed significantly more often ascites than cats with effusion due to other reasons. No breed or gender predisposition was detected. Median survival time differed significantly between the various causes of effusion. In cats with effusion due to a tumor median time of survival was one day, in cats suffering from FIP two days. Cats with effusion caused by other reasons lived for a median of eight days and cats with cardiac diseases for thirty days.
Hematologic changes (erythrocytes and platelets), results of biochemistry (total protein, albumin, globulin, bilirubin, AST) and detection of anti-FCoV antibody were significantly different between cats suffering from FIP and other diseases but the values were not helpful for finding a diagnosis due to a wide overlap in test results. Leucocyte and lymphocyte numbers did not differ significantly. Rivalta´s test was negative in 12 of 25 effusions caused by FIP. Sensitivity was 0.52 so this test was not able to rule out FIP as good as previously described by others. Detection of FCoV-RNA by using RT-nPCR in effusion, EDTA-blood or feces as well as detection of FCoV-antigen by using immunofluorescence in effusion was significantly different in cats suffering from FIP and cats having effusions due to other causes. RT-nPCR in effusion had one false-positive and one false-negative result thus the NPV (0.99) and accuracy (0.98) were superior to all other tests evaluated. Even a combination of test results was not able to increase the likelihood of getting the right diagnosis. RT-nPCR in EDTA-blood showed no false-positive but six false-negative results thus having the best PPV (1.0) of all tests results. Immunofluorescence has previously never been reported to have false positive results, however in this study there were eight false-negative and four false-positive results so PPV (0.81) and NPV (0.89) were worse compared to RT-nPCR.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand