Giessener Elektronische Bibliothek

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Zur feldmäßigen Inkulturnahme von Efeu (Hedera helix L. Araliaceae)

Achieving large-scale cultivation of ivy (Hedera helix L. Araliaceae)

Kranvogel, Adrian


Originalveröffentlichung: (2013) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (12.756 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-108947
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10894/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung I
Fachgebiet: Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6162-3
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.11.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 24.06.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Jährlich werden in Deutschland mehr als 200 t getrocknete Efeublätter verarbeitet, die zur Herstellung von Arzneimitteln gegen Atemwegserkrankungen genutzt werden. Diese stammen ausschließlich aus Wildsammlung. Um Droge mit einheitlicher Qualität und lückenloser Rückverfolgbarkeit zu erzeugen, wäre ein kontrollierter Anbau von Efeu wünschenswert. Da bis zum Beginn der durchgeführten Versuche keine Kenntnisse zu großflächigem Feldanbau von Efeu vorlagen, war es notwendig, grundlegende Fragen zur Inkulturnahme dieser Pflanze zu klären. Das Ziel bestand darin, Methoden zu entwickeln, die eine feldmäßige und kostengünstige Kultivierung von Efeu ermöglichen. Dazu wurden in den Jahren 2005 bis 2008 drei Feldversuche als randomisierte Blockanlagen mit vier Wiederholungen konzipiert und durchgeführt. Der Versuchszeitraum erstreckte sich über ein Etablierungsjahr und drei anschließende Versuchsjahre. Es wurden die Einflüsse der Herkunft, der Pflanzdichte und der Erntehäufigkeit auf Qualitäts- und Ertragsmerkmale (z.B. Gehalt an Hederacosid C, alpha-Hederin, Chlorogensäure, Rutosid, Ertrag an Blattdroge) untersucht.
Die Ergebnisse brachten zum Ausdruck, dass die ertragsstärksten Herkünfte der Art Hedera hibernica (bzw. Hedera helix subsp. hibernica) angehörten. Sie erzielten mittlere Blatterträge von 344 g/qm Droge (trockene Efeublätter). Neben der hohen Ertragsleistung, zeigten die hibernica-Herkünfte auch eine für den Feldanbau ausreichende Regenerationsfähigkeit. Die meisten anderen Herkünfte wurden durch häufige Beerntung und durch mangelnde Überwinterung zu stark geschädigt. Ein einziger Ernteschnitt pro Vegetationsperiode war der Zwei- und Drei-Schnitt-Variante überlegen. Die Bestände konnten sich vor Wintereinbruch nicht ausreichend regenerieren, wenn der Ernteschnitt zu spät im Jahr erfolgte.
Mit zunehmender Pflanzdichte wurde eine Zunahme der Blatterträge beobachtet. Die Variante mit 5,0 Pflanzstellen/qm lieferte im Vergleich mit 6,7 und 10,0 Pflanzstellen/qm stets die niedrigsten Erträge. Es wurden sehr deutliche Einflüsse der Prüffaktoren Herkunft, Pflanzdichte und Ernteregime auf die Ertragsleistung von Efeu festgestellt.
Der Inhaltsstoffgehalt der Blätter wurde vor allem durch die Herkunft und nicht durch Schnittzeitpunkt und –häufigkeit beeinflusst. Die höchsten Gehalte an Hederacosid C traten in den hibernica-Typen auf mit einem Maximum von 14,9 % TM und einem Gesamtmittelwert von 11,85 % TM. Der mittlere Gehalt im gesamten Herkunftsvergleich lag bei 10,09 % TM Hederacosid C in der Blattdroge. Der mittlere Gehalt an alpha-Hederin lag bei den hibernica-Typen bei 0,09 % TM, was auf eine gute Qualität schließen lässt.
Aus den Ergebnissen können Schlussfolgerungen zur Standorteignung von Efeu, zur Eignung von Efeu-Herkünften, zur optimalen Pflanzendichte sowie zur Schnittfrequenz des Efeus abgeleitet werden.
Kurzfassung auf Englisch: Every year, more than 200 tonnes of dried ivy leaves are processed in Germany for use in the production of medicines to treat respiratory diseases. These leaves are obtained solely from collections in the wild. In order to produce drugs of uniform quality and with complete traceability, controlled cultivation of ivy would be preferable. As we had no prior knowledge of large-scale agricultural production of ivy until we started to conduct trials, it was necessary to answer some fundamental questions relating to the cultivation of this plant. The aim was to develop methods that would make it possible to cultivate ivy cost-effectively and on a large scale. To this end, from 2005 until 2008, we designed and undertook three field trials as randomised block designs, repeated four times. The trial period covered the year of planting and three subsequent trial years. The effects of plant origin, planting density and frequency of harvesting on yield and quality traits (e.g. hederacoside C, alpha-hederin, chlorogenic acid, rutoside content, drug yield from leaves) were examined.
The findings highlighted that the highest yields were produced from plants originating from the species Hedera hibernica (or Hedera helix subsp. hibernica). These plants achieved average drug yields from leaves of 344g/sq. m (dried ivy leaves). As well as their high yield performance, the plants originating from hibernica also demonstrated sufficient regenerative capacity for agricultural production. Most of the plants of different origin were damaged too much by frequent harvesting and poor overwintering qualities. A single harvest cut per vegetation period gave better results than two-cut and three-cut variants. The crops were unable to regenerate sufficiently before the onset of winter if harvesting took place too late in the year.
An increase in leaf yields was observed as planting density was increased. The variants planted at 5.0 planting holes/sq. m always produced the lowest yields compared with those planted at a density of 6.7 and 10.0 planting holes/sq. m. It was established that the factors being examined (origin, planting density and harvesting regime) had a significant influence on the yield performance of ivy.
The substances contained in the leaves were influenced mainly by plant origin and not by time and frequency of cutting. The highest hederacoside C content appeared in the hibernica varieties, with a maximum of 14.9% (dried drug) and a total average value of 11.85% (dried drug). The average content when plants of all origins were compared was 10.09% (dried drug) hederacoside C in the leaves. The average content of alpha-Hederin was found in the hibernica varieties at a level of 0.09% (dried drug), which is indicative of high quality.
From these findings, conclusions can be drawn regarding ivy’s suitability to the location, the suitability of various ivy species, optimal planting density as well as frequency of harvesting the ivy.
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