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Auswirkung zweier verschiedener Hormonbehandlungen im Frühpuerperium auf den weiteren Puerperalverlauf und die Fruchtbarkeit des Milchrindes

The effect of two different hormone treatments during early puerperium on fertility and subsequent puerperium in dairy cows

Haß, Susan


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-108278
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10827/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Gonadotropin-Releasing-Hormon , Prostaglandin F2alpha , Puerperium , Milchrind , Fruchtbarkeit
Freie Schlagwörter (Englisch): Gonadotropin-Releasing-Hormon , Prostaglandin F2alpha , puerperium , dairy cow , fertility
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.12.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 10.04.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Studie war es zu überprüfen, ob sich die Applikation von Prostaglandin F2alpha und Gonadotropin-Releasing-Hormon an Kühe mit ungestörtem und gestörtem Puerperium bis zum 14. Tag p. p. auf den weiteren Puerperalverlauf und die Fruchtbarkeitsleistung auswirken.
Die Untersuchung wurde an 305 Kühen mit ungestörtem (UP) und gestörtem Puerperium bis zum 14. Tag p. p. (GP) durchgeführt. Mit Prostaglandin F2alpha behandelte Kühe (UP 1: n = 65; GP 1: n = 41) erhielten 25 mg Dinoprost zwischen dem 11. und 14. Tag post partum. Die Tiere der Gonadotropin-Releasing-Hormon-Gruppe (UP 2: n = 47; GP 2: n = 50) erhielten im gleichen Zeitraum 50 µg Gonadorelin und sieben Tage später 25 mg Dinoprost. Der Kontrollgruppe (UP3: n = 48; GP3: n = 54) wurde 1 ml 0,9 %-iger Natriumchlorid-Lösung zwischen dem 11. und 14. Tag p. p. injiziert. Die Applikation erfolgte intramuskulär. Am Tag der Behandlung wurde die erste Untersuchung durchgeführt (PK 0). Im Zeitraum zwischen dem 25. und 31. Tag p. p. (PK1) wurden alle Kühe zum zweiten Mal untersucht. Die Puerperalkontrollen mit transrektaler Untersuchung in den Zeiträumen 39. bis 45. (PK 2) sowie 54. bis 59. Laktationstag (PK 3) wurde nur an Kühen durchgeführt, welche bei der letzten Untersuchung oder neu mit pathologischem Vaginalausfluss beobachtet wurden. Weiterhin wurde bei allen Kühen zur Beurteilung der Körperkondition die Rückenfettdicke circa 14 Tage vor der Kalbung, zwischen dem 11. und 14. Tag p. p. sowie zwischen dem 60. und 66. Lakationstag gemessen. Um die Milchleistung der Kühe festzustellen, wurde der Durchschnitt der Tagesmilchleistung aus den monatlich durchgeführten Milchleistungsprüfungen der ersten 100 Laktationstage ermittelt. Zur Ermittlung der Fruchtbarkeitsleistung wurden alle Daten der Besamungen dem Herdenprogramm des Betriebes entnommen. Die Beobachtung der Tiere und Dokumentation entsprechender Parameter erfolgte bis zum 200. Laktationstag.

Es ergaben sich folgende relevante Ergebnisse:
- Kühe der GP-Gruppe zeigten signifikant häufiger einen gestörten Puerperalverlauf zwischen dem 25. und 59. Tag p. p. als Kühe der UP-Gruppe.
- Weder die Hormonbehandlung mit Dinoprost noch mit Gonadorelin führte zur signifikanten Verbesserung der Uterusinvolution oder zur signifikanten Verminderung von pathologischem Vaginalausfluss im Puerperium. Dies galt für die GP- und die UP-Gruppe.
- Kühe der GP-Gruppe wiesen nach beiden Hormonbehandlungen bei Betrachtung der Parameter Uterusinvolution und pathologischer Vaginalausfluss signifikant häufiger einen gestörten Puerperalverlauf zwischen dem 25. und 31. Tag p. p.auf als Kontrolltiere. Ab dem 39. bis zum 59. Tag p. p. besteht kein signifikanter Unterschied mehr.
- Die Fruchtbarkeitskennziffern wurden durch die Hormonbehandlung nicht beeinflusst. Die Güstzeit, die Trächtigkeitsrate bis zum 200. Laktationstag, der Erstbesamungserfolg sowie die Anzahl der Besamungen unterschieden sich nicht zwischen den Behandlungen, unabhängig davon, ob es sich um die UP-Gruppe oder GP-Gruppe handelte.
- Die Wirkung der Hormonbehandlungen auf den Puerperalverlauf und die Reproduktionsleistung wurden weder von der Milchleistung im ersten Laktationsdrittel noch von der Körperkondition und deren Abnahme in der Frühlaktation beeinflusst.
- Kühe mit guter Körperkondition kurz nach der Kalbung hatten signifikant seltener einen gestörten Puerperalverlauf zum Zeitpunkt der PK 2 und PK 3 als unterkonditionierte Kühe. Die Körperkondition vor der Kalbung stand weder in Zusammenhang mit dem Puerperalverlauf noch mit der Fruchtbarkeitsleistung.
- Ein starker Konditionsabbau bis zum 60. Laktationstag bewirkte einen signifikant niedrigeren Erstbesamungserfolg.
- Bei einer schlechten Körperkondition zwischen dem 60. und 66. Tag p. p. war die Trächtigkeitsrate bis zum 200. Laktationstag signifikant schlechter als bei guter Körperkondition.
Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass sich bei Tieren mit klinisch ungestörtem und bei Tieren mit klinisch gestörtem Puerperium bis zum 14 Tag post partum durch die Gabe von Dinoprost oder einer Kombination von Gonadorelin und Dinoprost zwischen dem 11. und 14. Tag post partum kein positiver Effekt auf die Puerperalentwicklung und die Fruchtbarkeitsleistung beobachten lässt.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to find out if the treatment of the two hormons Prostaglandin F2alpha and Gonadotropin-Releasing-Hormon on cows with abnormal and normal puerperium during the 14 days after calving had any effect on the further puerperium and fertility. There were 305 cows used for the research with normal (nP) and abnormal puerperium (aP) during the 14 days after calving. Cows treated with Prostaglandin F2alpha (nP 1: n = 65; aP 1: n = 41) were injected with 25 mg Dinoprost between days eleven and 14 postpartum. Cows treated with Gonadotropin-Releasing-Hormone (nP 2: n = 47; aP 2: n = 50) were administered 50 µg Gonadorelin at the same time followed by an injection of 25 mg Dinoprost seven days later. Controll cows (nP3: n = 48; aP3: n = 54) got an injection of 1 ml saline between days eleven and 14 postpartum. All treatments were an intramuscular application. First gynaecological examinations were performed on the day of treatment (PK 0). Next time all cows were examined between days 25 and 31 postpartum (PK 1). The examinations between days 39 and 45 postpartum (PK 2) and between days 54 and 59 postpartum (PK 3) included all cows detected with purulent or mucopurpulent vaginal discharge at the previous examination or which recently showed some. For evaluating the body condition of all cows the backfat thickness was measured by ultrasound about two weeks ante partum, between days eleven and 14 postpartum and also between days 60 and 66 in milk. The milk yield of the first 100 days in milk was arised from the data of the milk inspection, which was recorded monthly. All data useful for the study were documented until day 200 in milk.

The following relevant results were obtained:
- In the aP-group there were significant more cows which still showed puerperal disorders between days 25 and 59 postpartum than in the nP-group.
- Neither the treatment with Dinoprost nor with Gonadorelin resulted in a significant improvement of involution of uterus or significant decrease of vaginal discharge after treatment in puerperium. This is valid for the nP-group as well as for the aP-group.
- Cows from the aP-group treated with the hormones had significantly more puerperal disorders between days 25 and 31 postpartum than control cows, if both parameters involution of uterus and vaginal discharge are considered. From day 39 post partum until day 59 postpartum there was no significant difference between all treatments.
- The treatment with Dinoprost or Gonadorelin did not significantly improve fertility. Days open, total pregnancy rate at day 200 in milk, first service pregnancy rate and number of services were not different between treatments, regardless whether they were in the nP-group or aP-group.
- The effect of the treatment with the hormones on puerperium and fertility were neither influenced by milk yield nor by body condition and change of body condition during early lactation.
- Cows with good body condition in early puerperium developed less often puerperal disorders at PK 1 and PK 2 than underconditioned cows. Body condition of cows before calving did influence neither the puerperium nor the fertility.
- Cows with high decrease of body condition from calving to day 60 in milk had a lower conception rate at first insemination.
- Total pregnancy rate at day 200 in milk was significantly decreased in cows with poor condition between day 60 and 66 in milk.

The present study indicates that the treatment with Dinoprost or a combination of Gonadorelin with Dinoprost has no positiv effect on the further puerperium and the fertility, if administered between day eleven and 14 after calving on cows with normal and with abnormal puerperium during the 14 days after calving.
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