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Keratometrie des gesunden Katzenauges

Müller, Nina


Originalveröffentlichung: (2014) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (5.291 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-108197
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10819/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere (Chirurgie)
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6067-1
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.12.2013
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 07.04.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel dieser Arbeit war es, mit Hilfe eines tragbaren Keratometers an einer großen Population von Katzen biometrische Daten der Hornhaut zu ermitteln. Diese können vielfältig eingesetzt werden, unter anderem zur Berechnung von Intraokularlinsen nach einer Kataraktoperation und zur besseren Anpassung von Kontaktlinsen. Die Keratometrie wird bei der Katze erstmals 1914 von Bayer durchgeführt, es gibt aber keine Angaben über die Messmethode und die Anzahl der gemessenen Katzen. Zu dieser Zeit ist die Vermessung der Hornhaut sehr umständlich, erst durch die Entwicklung schnellerer und kleinerer Geräte ist der Einsatz der Keratometer am Tierauge einfacher durchführbar. Für die Humanmedizin trägt die Hornhauttopographie als Weiterentwicklung der Keratometrie als eine häufig durchgeführte Standard-Untersuchungsmethode zur präoperativen Kunstlinsenberechnung und zur Anpassung von Kontaktlinsen bei. In der Tiermedizin wird die Keratometrie, außer für wissenschaftliche Zwecke, bislang sehr selten eingesetzt. Mit dem portablen Handkeratometer der Firma Alcon PharmaR wurden im Zeitraum von Januar 2009 bis Dezember 2011 die Augen von 388 Katzen vermessen. Die Katzen wurden in verschiedene Gruppen zur Unterscheidung der Kopfform eingeteilt. In der vorliegenden Arbeit wurden bei den untersuchten Katzen folgende Werte ermittelt: der horizontale Hornhautradius in Millimeter (Base1), die Hornhautbrechkraft im horizontalen Meridian in Dioptrie (K1), der vertikale Hornhautradius in Millimeter (Base2), die Brechkraft der Hornhaut im vertikalen Meridian in Dioptrie (K2), der Hornhautastigmatismus (DeltaK/ΔK) und die Achsenlagen der Meridiane in Grad. Es wurde statistisch untersucht, ob der physiologische Augeninnendruck, das Alter, die Körpermasse, das Geschlecht, die Augenseite und die Kopfform einen Einfluss auf die Messwerte haben. Der physiologische Augeninnendruck ≤ 25 mmHg hat nachweislich keinen statistischen Einfluss auf die biometrischen Messwerte. Ebenso gilt dies für die Augenseite und das Geschlecht der Tiere. Das Alter der Tiere hat bezüglich des horizontalen Hornhautradius einen signifikanten Einfluss. Knapp nicht signifikant, aber verdächtig verhält sich der vertikale Hornhautradius in Zusammenhang mit dem Alter. Für beide Hornhautradien konnten aber auch nicht-lineare Regressionsgleichungen errechnet werden. Diese Exponentialfunktion konnte durch eine nicht-lineare Regressionsgleichung Y = E – A * e–b * x + ε dargestellt werden. Dabei steht Y für die zu untersuchende Messvariable, E, A und b sind einzusetzende Konstanten, e steht für die Eulersche Zahl (2,71828), x für das Alter der Tiere in Monaten und ε für die Zufallsabweichung. Die Körpermasse hat einen statistisch hoch signifikanten Einfluss auf die horizontalen und vertikalen Hornhautradien. Die Beziehung zwischen Körpermasse und Hornhautradius in Millimeter ist durch linear ansteigende Werte gekennzeichnet. Sie lässt sich durch die Gleichung Y = a + b * (KM – ØKM) darstellen, Y steht hier für die zu untersuchende Messvariable, a für den bereinigten Mittelwert, b für den Regressionskoeffizienten, KM für Körpermasse und øKM für das durchschnittliche Gewicht einer adulten Katze in der vorliegenden statistischen Auswertung (= 4,35 kg). Pro Kilogramm Körpermasse nimmt der horizontale Hornhautradius um 0,1 Millimeter und der vertikale Hornhautradius um 0,09 Millimeter zu. Die Werte für die Hornhautbrechkraft in Dioptrie sinken mit zunehmendem Gewicht: im horizontalen Meridian um 0,42 Dioptrie pro Kilogramm Körpermasse und im vertikalen Meridian um 0,39 Dioptrie pro Kilogramm Körpermasse, bezogen auf die durchschnittliche Körpermasse aller adulten Katzen von 4,3 Kilogramm. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe hat einen statistisch signifikanten Einfluss auf den vertikalen Hornhautradius, für den horizontalen Radius ist der Einfluss nicht signifikant. Die Messwerte zeigen, dass bei adulten Tieren der vertikale Hornhautradius in Millimeter größer oder gleich dem horizontalen Hornhautradius ist. In der größten Gruppe der Europäisch Kurzhaar liegt der durchschnittliche Wert des vertikalen Hornhautradius bei 8,85 Millimeter, der durchschnittliche Wert des horizontalen Hornhautradius bei 8,81 Millimeter (250 gemessene rechte Augen, 247 gemessene linke Augen). In der Gruppe der brachyzephalen Rassen liegt der durchschnittliche Wert des vertikalen Hornhautradius bei 9,09 Millimeter, der durchschnittliche Wert des horizontalen Hornhautradius bei 8,84 Millimeter (23 gemessene rechte Augen, 25 gemessene linke Augen). In der Gruppe der großrahmigen Rassen liegt der durchschnittliche Wert des vertikalen Hornhautradius bei 8,98 Millimeter, der durchschnittliche Wert des horizontalen Hornhautradius bei 8,92 Millimeter (75 gemessene rechte Augen, 73 gemessene linke Augen).
Kurzfassung auf Englisch: The purpose of this thesis was to determine corneal data in a large population of cats to better fit contact lenses or calculate intraocular lenses. Keratometry was first carried out 1914 by Bayer. However, there is no information about the method or the number of the cats examined. At this time the measurement of the cornea was cumbersome, only the development of devices which are quicker and smaller made it easier to evaluate keratometry to animals. In human medicine the topography of the cornea, a development of keratometry, contributes to preoperative calculation for intraocular lenses and fitting of contact lenses as a standard method which is often used by ophthalmologists. The use of keratometry in veterinary medicine is rare. From January 2009 through December 2011 the eyes of 388 cats were measured with the portable Keratometer (Alcon PharmaR). The cats were divided in different groups to distinguish different shapes of the heads. The following data were collected in a large population of cats: horizontal corneal meridian in millimetre (Base1) and dioptre (K1), vertical corneal meridian in millimetre (Base2) and dioptre (K2), corneal astigmatism (DeltaK) and the axis of the corneal meridians in degree. There was a statistic investigation to determine whether physiologic intraocular pressure, age, weight, sex, eye-side and the shape of the head have an influence on the data. There is no statistic influence of the physiologic intraocular pressure ≤ 25 millimetre Hg on the biometrical data. This also applies to the eye-side and the sex of the animals. There was a significant influence concerning the horizontal corneal radius and age. Nearly no significance, but suspicious is the relationship between the vertical corneal radius and age. A non-linear regression equation was calculated for both corneal meridians. This can be shown in the following equation: Y = E – A * e–b * x + ε. Y is the variable of interest, E, A and b are constants, e is Euler’s constant (2,71828), x is the age of the animals in month, and ε is the random deviation. Body weight has a high statistic influence on the horizontal and vertical radii. The relationship between body weight and corneal radii is characterized by linear increasing data. This can be shown by the following equation: Y = a + b * (KM – ØKM). Y is the variable of interest, a is adjusted mean, b the regression coefficient, KM the body weight and ØKM the averaged body weight in this thesis. The horizontal corneal radius grows 0,1 millimetre, the vertical corneal radius grows 0,09 millimetre per kilogram bodyweight. On the other hand the horizontal corneal radius decreases 0,42 dioptre, the vertical corneal radius decreases 0,39 dioptre per kilogram bodyweight (all data referred to the averaged body weight of all adult cats: 4,35 kilogram). The shape of the head has a statistic significant influence on the vertical corneal radius, but for the horizontal corneal radius it is not statistic significant. The measurements show that in adult cats the vertical corneal radius in millimetre is larger or equal to the horizontal corneal radius. In the domestic shorthair-group (the largest group) vertical corneal radius on average is 8,85 millimetres, horizontal corneal radius on average is 8,81 millimetres (by an average of 250 right eyes and 247 left eyes). The brachyzephal breeds have an averaged vertical corneal radius of 9,09 millimetres, the averaged horizontal corneal radius is 8,84 millimetres (by an average of 23 right eyes and 25 left eyes). The large-boned cats show an averaged vertical corneal radius of 8,98 millimetre, the averaged horizontal corneal radius is 8,92 millimetre (by an average of 75 right eyes and 73left eyes).
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