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Die Rolle von BNP und NT-ProBNP bei der Überwachung nach pädiatrischer Herztransplantation

Freudenthal, Noa Judith


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-107976
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10797/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin; Abteilung für Kinderkardiologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.03.2014
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 19.03.2014
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit wurde der Stellenwert von BNP und NT-proBNP als diagnostische Marker bei Kindern nach Herztransplantation untersucht. Bei einem Kollektiv gesunder Kinder jenseits der Neonatalperiode wurden BNP und NT-proBNP Messungen durchgeführt, um einen Referenzbereich für diese beiden Peptide im Kindesalter zu etablieren. In dem Kollektiv der herztransplantierten Kindern wurden 83 Patienten, die vor mindestens sechs Monaten eine Herztransplantation erhalten haben, über 17 Monate beobachtet. Die BNP-Messungen wurden mit dem ADVIA Centauer der Firma Bayer durchgeführt. NT-proBNP wurde mit dem Elecsys der Firma Roche Diagnsotics gemessen.
Die bestimmten BNP-Werte bei gesunden Kindern zeigten eine linksgipflige Verteilung mit einem Mittelwert von ca. 10 pg/ml. Die BNP-Werte der herztranplantierten Kindern zeigten ebenfalls eine linksgipflige Verteilung mit einem Mittelwert von ca. 88 pg/ml. Ein Vergleich mittels t-Test mit der Gruppe der gesunden Kinder zeigte einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen.
Die bestimmten NT-proBNP-Werte bei gesunden Kindern zeigten ebenfalls eine linksgipflige Verteilung mit einem Mittelwert von ca. 66 pg/ml. Die NT-proBNP-Werte der herztransplantierten Kindern zeigten auch eine linksgipflige Verteilung mit einem Mittelwert von ca. 912 pg/ml. Der Vergleich mittels t-Test zeigte hier ebenfalls einen signifikanten Unterschied der beiden Gruppen.
Der Einfluss von Alter und Geschlecht auf BNP und NT-proBNP wurde untersucht. Es konnte nur eine Korrelation des NT-proBNPs mit dem Alter bei gesunden Kindern gezeigt werden. Es bestand keine weitere Korrelation mit dem Alter oder dem Geschlecht bei gesunden oder herztransplantierten Kindern. Als eventuelle Fehlerquelle muss hier die kleine Stichprobe der Kinder älter als zwölf Jahre erwähnt werden. Weitere Untersuchungen zum Einfluss der Pubertät bzw. des Geschlechts nach der Pubertät auf BNP und NT-proBNP-Werten bei gesunden und herztransplantierten Kindern sollten noch durchgeführt werden.
BNP und NT-proBNP zeigten keine Relevanz in der Abstoßungsdiagnostik oder in der Vorhersage von Abstoßungen.
Das Kollektiv der herztransplantierten Kindern wurde nach dem initialen BNP-Wert in zwei Gruppen unterteilt: BNP kleiner gleich 100 pg/ml und BNP >100pg/ml, der Cutoff-Wert wurde analog zu dem Grenzwert für die Diagnose einer Herzinsuffizienz beim Erwachsenen gewählt. Es wurde die Häufigkeit des Auftretens von „Events“ (klinische Verschlechterung, die einer Therapie bedarf) in diesen beiden Gruppen untersucht.
Es zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied in der klinischen Stabilität zwischen den beiden Gruppen. In der Gruppe mit initialem BNP über 100 pg/ml konnte eine statistisch signifikante Häufung von „Events“ gezeigt werden. Es sind weitere Untersuchungen nötig um den Grund für diese Konstellation genauer zu untersuchen. Eine intensivere Überwachung bei Patienten nach pädiatrischer Herztransplantation mit BNP-Werten über 100 pg/ml erscheint nach Ergebnissen der vorliegenden Studie sinnvoll. Eine prophylaktische Therapie kann nach diesen Ergebnissen nicht empfohlen werden.
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