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Kooperative Bildungssettings : die Bildungsqualität betrieblicher Angebote im allgemeinbildenden Schulwesen aus Sicht der Schülerinnen und Schüler

Goik, Stephan


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-107594
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10759/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Bildungsqualität , betriebliches Lernen , kooperative Bildungssettings , außerschulisches Lernen
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Schulpädagogik und Didaktik der Sozialwissenschaften
Fachgebiet: Erziehungswissenschaften
DDC-Sachgruppe: Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.07.2013
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 26.02.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Die Qualität des deutschen Bildungssystems rückt nicht nur durch internationale Leistungsvergleichsstudien in den Mittelpunkt des Interesses. Auch Jugendliche, die an der Schule scheitern und diese ohne Abschluss oder gar vorzeitig verlassen, geben Anlass dazu zu fragen, ob die Schule die ihr gesellschaftlich zugeschriebenen Aufgaben erfüllt. Deshalb wurde in der vorliegenden, empirisch orientierten Arbeit der Frage nachgegangen, inwiefern die Verbindung von schulischem und betrieblichem Lernen dazu beiträgt, schulaversive Schüler/-innen, die an der Schule zu scheitern drohen, im System Schule zu halten und sie zu einem Schulabschluss zu führen.
Ausgangspunkt der Untersuchung ist das hessische SchuB-Konzept. Es sieht vor, dass Haupt- und Förderschüler/-innen in sogenannten SchuB- bzw. Praxis-Klassen in der achten und neunten Klassenstufe unterrichtet werden. SchuB richtet sich an Schüler/-innen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Schulabschluss erlangen werden und verfolgt das Ziel, diese Jugendlichen zu einem Abschluss zu führen. Der Kern des Konzeptes besteht darin, dass die Jugendlichen drei Tage pro Woche in der Schule und zwei Tage im Betrieb lernen. Außerdem werden die Jugendlichen sozialpädagogisch betreut. Diese institutions- und schulentwicklungstheoretisch bedeutsame Form der Zusammenarbeit wird hier mit dem Begriff des kooperativen Bildungssettings umschrieben. Solche kooperativen Bildungssettings können als Versuch verstanden werden, Passungsprobleme von Jugend und Schule zu überwinden und damit einen Beitrag zur Stabilisierung der Schullaufbahn von Risikoschülerinnen und -schülern zu leisten.
Anhand eines Modells der Bildungsqualität der Fördermaßnahme SchuB wurden drei leitende Fragestellungen entwickelt, die im Wesentlichen auf Aussagen zu Prozessen und Wirkungen des Lernens im Betrieb zielen:
1. Wie ist das betriebliche Angebot im Rahmen des SchuB-Konzeptes gestaltet?
2. Welche Wirkung haben die Betriebspraktika aus Sicht der Jugendlichen?
3. Wie beurteilen die Jugendlichen die Prozessqualität im Hinblick auf ihre individuelle Persönlichkeits- und Bildungsentwicklung?
Die Studie kommt auf der Grundlage einer standardisierten Schülerbefragung zu folgenden Ergebnissen: 1. Die Prozessqualität des Praktikums wird von der Mehrheit der Jugendlichen positiv eingeschätzt. Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund differieren signifikant in ihrem Urteil, wobei Jugendliche mit Migrationshintergrund das Praktikum schlechter bewerten. 2. Schulaversive Einstellungen und Verhaltensweisen stehen in einem negativen Zusammenhang zur Bewertung der Prozessqualität, d. h. je weniger schulaversiv die Jugendlichen sind, desto besser bewerten sie die Gestaltung des Praktikums. 3. Schließlich konnte ein Zusammenhang zwischen den gemessenen Effekten – Rück-Wirkung auf die Schule und Berufsorientierung – und der Prozessqualität aufgezeigt werden. Demnach hat eine günstige Einschätzung der Prozessqualität positive Auswirkungen auf die Berufsorientierung sowie die Einstellungen zur Schule und zum schulischen Lernen – insbesondere die Schulabschlussorientierung.
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