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Klimarelevanz von Prozessketten zur Bereitstellung von Trinkmilch : von der Landwirtschaft bis zum Handel

Thomae, Daniela


Originalveröffentlichung: (2013) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (6.521 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-106522
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10652/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Landtechnik
Fachgebiet: Agrarwissenschaften und Umweltmanagement
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6107-4
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.12.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 18.02.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Auf internationaler Ebene gibt es Bestrebungen, Produkte mit einem „Carbon Label“ zu kennzeichnen. Dahinter steht der Gedanke, den anthropogenen Klimawandel einzudämmen. Die durchgeführte Studie hat das Ziel, Einflussfaktoren auf die Höhe der Treibhausgas-Emissionen (THG) der Milchbereitstellung zu untersuchen. In diesem Zusammenhang wird geprüft, ob die These zur „Ecology of Scale“ für die Prozesskette der Milch gilt. Die These von Schlich et al. 2005 nimmt an, dass die Betriebsgröße einen Einfluss auf die Umweltwirkung des hergestellten Produkts hat. Die Entfernung zwischen Primärproduktion und „Point of Sale“ sei dagegen weniger relevant (Schlich 2005; Schlich 2008a, Schlich 2008b; Schröder 2007).
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit den Primärenergieumsätzen und THGEmissionen bei der Bereitstellung von Milch. Die Ergebnisse der Erhebung zeigen eine große Schwankungsbreite auf allen Stufen der Prozesskette. Wichtigster Endenergieträger in der Landwirtschaft ist Diesel. Daneben kommt an zweiter Stelle Elektroenergie. Für die Höhe der THG-Emissionen aus Elektroenergie besteht ein Zusammenhang zur Betriebsgröße gemäß der These der „Ecology of Scale“. Für den gesamten Primärenergieumsatz der untersuchten landwirtschaftlichen Betriebe bestätigt sich die These nicht. Auf Stufe der Molkereien sind Elektroenergie und Gas von vergleichbarer Bedeutung. Für die Höhe der Umsätze spielt die produzierte Sorte Trinkmilch (Frischmilch, ultrahocherhitzte Milch) eine Rolle. Die Studie zeigt, dass die Datenerhebung über die gesamte Bereitstellungskette sehr aufwendig ist, insbesondere bei Betrieben mit verschiedenen Wirtschaftszweigen. Je nach Umfang zugekaufter Produkte sind Daten aus der Literatur (sekundäre Datenquellen) nötig. Damit wird nicht mehr der tatsächliche Ist-Zustand ausgedrückt und die Genauigkeit der Ergebnisse sinkt.
Erste Untersuchungen bezüglich des Einkaufsverhaltens des Endverbrauchers zeigen, dass dieser Teil der Bereitstellungskette einen erheblichen Anteil am gesamten THG-Ausstoß von Trinkmilch ausmacht. Demzufolge scheint es sinnvoll, das Einkaufsverhalten im Zusammenhang mit der Infrastruktur des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) und alternativen Vermarktungsformen zu untersuchen. Schwachpunkt der vorliegenden Arbeit ist die Erfassung der Treibhausgas-Emissionen aus weiteren Quellen neben der Energienutzung. Zur Methan- und Lachgasemission in der Landwirtschaft stehen in der Literatur nur teilweise auswertbare Daten in unterschiedlicher Qualität zur Verfügung. Daraus kann eine Spannweite an produktspezifischen Emissionen abgeleitet werden. Aus den erhobenen Daten der untersuchten landwirtschaftlichen Betriebe ist das Ableiten von individuellen Methan- und Lachgas-Emissionen nicht möglich.
Kurzfassung auf Englisch: Internationally, several initiatives exist, that show carbon labelling in products. Their aim is to reduce anthropogenic climate change. The purpose of this study was to find the factors that influence the amount of greenhouse gas (GHG) emission of the supply chain of milk. Therefore the theory of "Ecology of Scale" was checked. This theory, developed by Schlich et al. 2005, assumes an effect of the scale of the operation unit to the primary energy consumption of the product, while the distance between farm and point of sale would be less relevant.
The present study estimates the primary energy use and greenhouse gas emissions of the supply chain of milk. The results of the survey have wide variations at all steps of the chain. At the farm level, the most important source of supplied energy is diesel. Secondary electrical energy is used, for which an interaction between the scale of the farms and their electrical energy use exists, consistent with the theory of “Ecology of Scale”. The theory couldn´t be verified for the whole primary energy consumption of the farms. At the dairy plant level electrical energy and gas have the same importance. The extent of energy consumption depends on the type of drinking milk being produced (i.e., pasteurized milk, UHT milk). The study shows that the data inquiry of the whole supply chain is very complex especially at farms and plants with different areas of business. In dependence with the amount of purchased products, data from literature (secondary data sources) are indispensible. The ramification is the decrease of the correctness of the results because the use of secondary data doesn´t picture the real state.
First examinations of the consumer behavior in terms of purchasing food are conducted. Their results show, that this part of the supply chain of food has a considerable share in the whole GHG-emissions of fluid milk. Therefore, it seems to be worthwhile to examine consumers purchase behavior in conjunction with the infrastructure of retail and alternative commercialization ways (such as delivery services). The vulnerable point of the present study is the inquiry of GHG-emissions from sources other than energy consumption. Evaluable data from the literature for CH4 and N2O-Emission at the farm level exist in different quality. Out of it a span of product specific emissions are deduced. Deducing farm specific emissions from inquired information of the individual farms are not possible.
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