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Untersuchungen zum Trächtigkeitsverlust zwischen zwei Terminen der Trächtigkeitsuntersuchung bei Milchkühen

Schönwälder, Kerstin Sonja


Originalveröffentlichung: (2013) Gießen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.191 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-106245
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10624/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6105-0
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.12.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 30.01.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Arbeit hatte das Ziel, festzustellen, wie viele der bei einer frühen sonographischen Trächtigkeitsuntersuchung als tragend diagnostizierten Tiere bei einer zweiten Untersuchung 14 Tage später nicht mehr tragend sind. Weiterhin sollten potentielle kuhindividuelle Risikofaktoren ermittelt werden, die für einen Trächtigkeitsverlust prädisponieren. In die Studie wurden 520 trächtige Tiere (54 Färsen und 463 Kühe) von fünf Betrieben in Schleswig - Holstein eingeschlossen. Drei Tiere wurden nach einem Fruchtverlust im Untersuchungszeitraum erneut tragend und zum zweiten Mal in die Untersuchungen eingeschlossen. Bedingungen für eine Aufnahme in die Untersuchungen waren künstliche Besamung zu einem bekannten Besamungsdatum, positive erste Trächtigkeitsuntersuchung (28. - 35. Tag p. i.) und erneute sonographische Untersuchung der Tiere 14 Tage nach der ersten TU. Zum Zeitpunkt von beiden Trächtigkeitsuntersuchungen wurde mittels Ultraschall die Rückenfettdicke (RFD) gemessen. Zu jedem Tier wurden folgende Daten als mögliche Risikofaktoren für einen Fruchtverlust aufgenommen: Milchleistung, Güstzeit, Anzahl der Embryonen, Anzahl der Laktationen, Alter, Verlauf der letzten Kalbung, Hormonbehandlungen, Vorerkrankungen und Erkrankungen (Mastitis, Lahmheit) zum Zeitpunkt der Besamung und zwischen den beiden Trächtigkeitsuntersuchungen. Folgende relevante Ergebnisse konnten erzielt werden:
- Von 520 trächtigen Tieren erfuhren 24 Tiere (4,6 %) vom 28. - 49. Tag p. i. einen Trächtigkeitsverlust. Dabei handelte es sich um eine Färse und 23 Kühe.
- Zwischen den fünf Betrieben gab es hinsichtlich der Trächtigkeitsverlustrate im Untersuchungszeitraum Unterschiede: Eine Verlustrate von 1,4 % fand sich in Betrieb 1 (1 von 70 Tieren), Betrieb 2 zeigte eine Verlustrate von 9 % (9 von 100 Tieren), in Betrieb 3 betrugen die Verluste 4,9 % (2 von 40 Tieren), in Betrieb 4 waren es 2 % (4 von 200 Tieren) und in Betrieb 5 waren es 7,3 % (8 von 110 Tieren). Es konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen den Trächtigkeitsverlusten im Untersuchungszeitraum und dem Betrieb festgestellt werden (p = 0,4).
- Zwischen den Trächtigkeitsverlusten im Untersuchungszeitraum und den untersuchten Risikofaktoren konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang nachgewiesen werden.
- Von den 520 trächtigen Tieren wurden acht mit einer Zwillingsträchtigkeit diagnostiziert. Von diesen acht Kühen erfuhr keine einen Fruchtverlust im Untersuchungszeitraum, eine Kuh abortierte zu einem späteren Zeitpunkt, zwei kalbten mit einem Kalb, fünf kalbten mit Zwillingen ab. Von den 512 mit Einlingsgraviditäten diagnostizierten Tieren gebaren fünf Tiere Zwillinge. Zusammenfassend ist hervorzuheben, dass die Vorteile einer frühen Trächtigkeitsuntersuchung betriebsspezifisch sind. Soll eine frühe sonographische Trächtigkeitsuntersuchung in einer Herde standardmäßig etabliert werden, sollte in einer Voruntersuchung analysiert werden, wie hoch die Verluste zwischen dem frühen Zeitpunkt und dem konventionellen Zeitpunkt der TU sind. Da sich keine kuhspezifischen Risikofaktoren für einen Trächtigkeitsverlust darstellen ließen, sollte die frühe Untersuchung bei allen Tieren durchgeführt werden.
Kurzfassung auf Englisch: The objective of this study was to determine the number of cows diagnosed pregnant in an early pregnancy examination via ultrasound which were no longer pregnant in a second pregnancy examination 14 days later. Furthermore, possible individual cow risk factors for early pregnancy loss were to be identified. 520 pregnant animals (54 heifers and 463 lactating cows) from five dairy farms in Schleswig - Holstein were included in the study. Three animals conceived again after a pregnancy loss and were re-included in the study. Conditions for inclusion in the study were conceiving via artificial insemination (AI) at a known and documented date, positive first pregnancy examination (day 28 - 35 p. i.) and reexamination for pregnancy 14 days later. At the time of both pregnancy examinations, the backfat thickness (BFT) was measured via ultrasound. For each animal, the following data was documented as possible risk factors for a pregnancy loss: milk yield, days open, number of embryos, parity, age, severity of the last calving, hormonal treatments, diseases (mastitis, lameness) at the time of AI and between the two pregnancy examinations. The following relevant results were documented:
- 24 animals (4.6 %) of the 520 animals included in the study lost their pregnancy between day 28 and 49 p. i.. 23 of the animals with a pregnancy loss were cows, one was a heifer.
- There were differences concerning the pregnancy loss between the five dairy farms: The pregnancy loss rate was 1.4 % on farm 1 (one out of 70 animals), 9.0 % on farm 2 (9 out of 100 animals), 4.9 % on farm 3 (2 out of 40 animals), 2.0 % on farm 4 (4 out of 200 animals) and 7.3 % on farm 5 (8 out of 110 animals). There was no significant correlation between the pregnancy losses and the farm (p = 0.4).
- None of the possible risk factors examined was significantly correlated with a pregnancy loss.
- Of the 520 pregnant animals, eight were diagnosed as twin pregnancies. None of the eight twin pregnancies was lost between the two pregnancy examinations. One cow aborted at a later time, two cows calved with a single calf, five calved with twins. Of the 512 animals diagnosed with single pregnancies, five calved with twins.
In conclusion, the results of this study show that the advantages of a single early pregnancy examination are specific to each dairy farm. To establish an early ultrasonographic pregnancy examination in a herd, a preliminary inquiry should analyse the pregnancy losses between the early point in time and the conventional time of a pregnancy check. There were no cow specific risk factors in this study in association with a pregnancy loss; thus the early pregnancy check should be conducted in all animals.
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