Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Vergleichende Untersuchungen zur aeroben bakteriellen Maulhöhlen- und Kloakenflora von Schlangen, Echsen und Schildkröten unter besonderer Betrachtung von Salmonella spp. als wichtige Zoonoseerreger

Comparative studies on the aerobic bacterial mouth caves and cloacal flora of snakes, lizards and turtles, with special consideration of Salmonella spp. as an important zoonotic

Schilling, Franziska-Maria


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.238 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-105622
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10562/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Freie Schlagwörter (Deutsch): Reptilien , Salmonella , Zoonose , aerobe Maulhöhlen-/Kloakenflora
Freie Schlagwörter (Englisch): reptiles , salmonella , zoonotic
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.12.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 14.01.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit war es, die Rachen- und Darmflora von Echsen, Schildkröten und Schlangen aus verschiedenen Haltungsformen (Privathaltungen, zoologische Gärten, Reptilienhändler) anhand bestimmter gramnegativer Bakterienspezies (Salmonella sp., Klebsiella sp., Proteus sp., Aeromonas sp., Pseudomonas sp.) miteinander zu vergleichen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Nachweis und der Serovarbestimmung von Salmonella spp. sowie der Einschätzung der Reptilien als Quelle von Zoonosen.

Von den 283 untersuchten Reptilien stammten 77 Tiere aus Terrarien von Reptilienhändlern, 84 aus Privathaltungen und 122 Tiere aus zoologischen Einrichtungen. Insgesamt konnten 283 Kloakentupfer sowie 274 Rachentupfer gewonnen werden. Jedes Tier wurde nur einmal untersucht.

Die Prävalenz der Salmonellennachweise aus den Kloakentupfern lag bei 0,5, aus den Rachentupfern dagegen nur bei 0,05. Innerhalb der untersuchten Reptiliengruppen waren die Nachweisraten von Salmonella spp. aus der Kloake bei den Schlangen am höchsten, dicht gefolgt von den Echsen und in der Schildkrötengruppe mit Abstand am geringsten. Bei 4 Schlangen konnten aus dem Kloakentupfer 2 verschiedene Salmonellenserovare nachgewiesen werden. Aus dem Rachen erfolgte nur bei 14 Tieren (13 Schlangen, 1 Echse) die Isolierung von Salmonellen; alle untersuchten Schildkröten waren Salmonella-negativ. Bei 13 (12 Schlangen, 1 Echse) der im Rachentupfer Salmonellen-positiven Tiere konnten diese Bakterien ebenfalls im Kloakentupfer nachgewiesen werden.

Alle 140 (133 aus Kloakentupfern, 7 aus Rachentupfern) serotypisierten Salmonella-Serovare gehörten der Spezies Salmonella enterica an, wobei die Subspezies I-IV auftraten. Die Subspezies enterica (I), welche an homoiotherme Tiere und den Menschen adaptiert ist, war insgesamt am häufigsten vertreten. In absteigender Reihenfolge konnten die Subspezies diarizonae (IIIb) und arizonae (IIIa) ebenfalls in Kloake und Rachen nachgewiesen werden, während die Subspezies houtenae (IV) und salamae (II) nur aus Kloakentupfern isoliert werden konnten. Alle in dieser Studie nachgewiesenen Subspezies konnten bei Untersuchungen von Reptilien-assoziierten menschlichen Salmonellosen als Zoonoseerreger identifiziert werden. Somit unterstreichen die vorliegenden Ergebnisse die Bedeutung von Reptilien als Reservoir für Salmonellen mit hohem zoonotischen Potential, wobei laut dieser Studie Schlangen und Echsen besonders häufig als Ausscheider zu fungieren scheinen.

Innerhalb der übrigen untersuchten Bakterienspezies wurden Pseudomonaden vergleichsweise am häufigsten isoliert. Die Gesamtprävalenzrate lag dabei für die Rachentupfer ca. doppelt so hoch wie für die Kloakentupfer (0,65 gegenüber 0,37). Die gesondert untersuchte Spezies Pseudomonas aeruginosa wurde bei den untersuchten Schlangen sowohl aus dem Rachen als auch aus der Kloake am häufigsten nachgewiesen. Diese Reptiliengruppe dominierte ebenfalls die gleichzeitige Nachweishäufigkeit von Pseudomonas sp. in Rachen und Kloake. Klebsiella sp. und Proteus sp. wurden bei den beprobten Reptilien nur mäßig häufig isoliert. Klebsiellen waren in beiden Probenmaterialien am häufigsten bei Schildkröten zu finden. Die Nachweisrate von Proteusbakterien aus der Kloake lag bei allen 3 Reptiliengruppen fast gleich hoch, während aus dem Rachen Proteus sp. mit Abstand am häufigsten bei Echsen isoliert wurden. Am seltensten von den untersuchten Bakteriengattungen wurden Aeromonas sp. isoliert. Hier trat eine Häufung in Rachentupferproben von Schildkröten auf, während bei Echsen und Schlangen diese Bakterien kaum oder gar nicht vertreten waren.

Alle untersuchten Bakteriengattungen konnten sowohl aus dem Rachen als auch aus der Kloake regelmäßig bei den beprobten Reptilien aller 3 Haltungsformen nachgewiesen werden. Dabei fiel auf, dass Salmonella sp. vor allem bei den Reptilien aus Händlerterrarien und Privathaltungen isoliert wurden, während die Tiere aus zoologischen Einrichtungen vergleichsweise geringe Nachweisraten dieser Bakterienspezies aufwiesen. Im Gegensatz dazu konnten bei den untersuchten Zooreptilien die übrigen Bakterienspezies (Klebsiella sp., Proteus sp., Aeromonas sp., Pseudomonas sp.) deutlich häufiger als bei Tieren aus den beiden anderen Haltungsformen isoliert werden.
Kurzfassung auf Englisch: The present study was aimed at comparing the pharyngeal and cloacal bacterial flora of lizards, turtles and snakes with different husbandry conditions (private husbandry, zoological gardens, reptile dealers) by means of particular gram-negative bacteria (Salmonella, Pseudomonas, Klebsiella, Proteus, Aeromonas). A further emphasis was detection and serotyping of Salmonella spp. as well as appreciation of the zoonotic potential of reptiles.

Out of 283 reptiles investigated, 77 animals were owned by reptile dealers, 84 were kept in private husbandry and 122 lived in zoological gardens. At all, 283 cloacal swabs and 274 pharyngeal swabs could be sampled. Every reptile was investigated only one-time.

In cloacal swabs, the prevalence of Salmonella findings amounted to 0,5, in contrast to 0,05 in pharyngeal swabs. The detection rate of Salmonella positive cloacal samples was clearly lower in turtles as compared with lizards and snakes. In cloacal samples of 4 snakes, 2 different Salmonella serovars could be found. Out of 273 pharyngeal swabs, Salmonella sp. were only detected in 14 samples (13 snakes, 1 lizard); all samples of turtles were Salmonella negative. Excluded one sample of a snake, all reptiles with positive pharyngeal swabs had Salmonella findings in cloaca equally. All 140 serotyped Salmonella belonged to the species Salmonella enterica, predominantly to subspecies I and IIIb, but also to subspecies IIIa, IV and II. According to the rising number of confirmed reptile-associated salmonellosis in humans in Germany, the findings in present study emphasize the zoonotic risk come from reptiles, especially from snakes and lizards.

Within the other bacteria species investigated, Pseudomonas sp. were isolated most frequently. The prevalence of findings in pharyngeal swabs amounted to nearly twice the number of cloacal swabs (0,65 compared to 0,37). The separately proved species Pseudomonas aeruginosa was predominantly detected in oral cavity and cloaca of snakes.
Klebsiella sp. and Proteus sp. could be detected moderately. Klebsiella sp. were isolated most frequently in turtles. The detection rate of Proteus sp. in cloacal swabs possessed all about the same amount in all reptile groups, while Proteus isolation of the oral cavity predominantly occurred in lizards. Out of all proved bacteria genera, Aeromonas sp. were isolated rarely. The pharyngeal samples of turtles showed a large amount of these germs compared with snakes and lizards.

All bacteria genera were commonly isolated from sampled reptiles in the three examined husbandry conditions. Salmonella sp. were especially detected in reptiles owned by private persons and reptile dealers, while zoo reptiles showed findings of the other bacteria genera most frequently.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand