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Einfluss einer perinatalen Zearalenonbelastung auf die körperliche Entwicklung sowie labordiagnostische und spermatologische Parameter von Ebern

Böhm, Julia Annika


Originalveröffentlichung: (2013) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (7.128 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-99169
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/9916/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6049-7
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.07.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 23.07.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der Untersuchung war es zu überprüfen, ob perinatal verabreichtes Zearalenon nachteilige Folgen auf die körperliche Entwicklung sowie Blut- und Spermaparameter von Ebern hat. Dazu wurde an tragende Jungsauen zwischen dem 101. Tag der Gravidität und dem 20. bzw. 21. Tag der Laktation eine definierte Menge Zearalenon verabreicht, während Kontrolltiere zearalenonfrei gefüttert wurden. Die Zearalenonbelastung betrug 1.500µg/kg Futter. Für die Untersuchung standen fünf männliche, zearalenonbelastete Ferkel sowie fünf unbelastete Ferkel als Kontrolltiere zu Verfügung. An diesen wurden bis zur 45. Lebenswoche körperliche, labordiagnostische und nach Eintritt der Geschlechtsreife auch spermatologische Parameter erhoben.
Hierbei konnten folgende relevanten Ergebnisse erzielt werden:
• Beim Körpergewicht, Widerristhöhe und Körperlänge traten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen auf.
• Die Tiere der zearalenonbelasteten Gruppe hatten tendenziell größere Hoden, das Volumen des linken Hodens war sogar signifikant größer (p = 0,035).
• Bei den sonographisch am Hoden ermittelten Parametern konnten keine Gruppenunterschiede ermittelt werden.
• Im Differentialblutbild zeigten sich zwischen den beiden Gruppen nur minimale Unterschiede in der Erythrozyten- und Thrombozytenzahl sowie vom Thrombokrit.
• Bis auf die Aktivität der Kreatinkinase und das Gesamtbilirubin zeigten sich bei allen gemessenen Parametern der klinischen Chemie keine statistisch signifikanten Unterschiede.
• Die Östronsulfatkonzentration im Blut war präpubertär bei allen Tieren basal und stieg bei den zearalenonbelasteten Ebern nach Pubertätseintritt auf signifikant höhere Werte als bei den Kontrolltieren (p = 0,039). Die Konzentration von Östron und Testosteron zeigte keinen Gruppenunterschied.
• Bei keinem der gemessenen Ejakulatsparameter konnte ein negativer Einfluss der Zearalenonbelastung nachgewiesen werden. Die belasteten Eber zeigten sogar tendenziell ein besseres Ejakulat mit einer signifikant höheren Anzahl vorwärtsmotiler Samenzellen pro Ejakulat (p = 0,033).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass durch die perinatale Zearalenonbelastung der Eber, indirekt durch das Muttertier, keine negativen Folgen bei den heranwachsenden männlichen Ferkeln zu beobachten waren. Die belasteten Eber hatten sogar tendenziell ein höheres Körpergewicht, größere Hoden und mehr Spermien pro Ejakulat. Diese Parameter sind jedoch voneinander abhängig und ein ursächlicher Zusammenhang zu der Zearalenonbelastung ist nicht gesichert.
Es konnte gezeigt werden, dass Zearalenon als endokriner Disruptor beim männlichen Ferkel im perinatalen Bereich in der verabreichten Dosierung von untergeordneter Bedeutung ist und die weitere Entwicklung und Fruchtbarkeit des Tieres nicht negativ beeinflusst.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of the study was to verify whether perinatally administered zearalenone has adverse effects on physical development as well as on blood and semen parameters of boars. For this a defined amount of zearalenone was administered to gilts between the 101st Day of pregnancy, and the 20th or 21st Day of lactation , while control animals were fed without zearalenone. The quantity of zearalenone in the feed was 1.500μg/kg. For the analysis, five zearalenone exposed male piglet and five control/unexposed male piglets were available. Physical examination, blood and after onset of sexual maturity spermatological parameters were examined until the boars were 45 weeks old.
The following relevant results could be obtained:
• No significant differences between the groups were observed in body weight, height at withers and length of body.
• Animals of the zearalenone treated group tended to have larger testes, the volume of the left testicle was even significantly greater (p = 0.035).
• By the ascertained parameters in ultrasound of the testes no group differences can be determined.
• The differential blood count showed only minimal differences in the red cells and platelets and the plateletcrits, between the two groups.
• Except for the activity of creatine kinase and total bilirubin, all other evaluated clinical chemical variables showed no significant statistical differences.
• The blood estronesulphate concentration was prepubertal basal in all animals and increased in zearalenone exposed boars after entering puberty at significantly higher levels than in the control animals (p = 0.039). The concentration of estrone and testosterone showed no difference between groups.
• None of the measured semen parameters showed a negative influence due to zearalenon exposure. The exposed boars even showed a trend towards a better ejaculate with a significantly higher number of progressive motile sperm per ejaculate (p = 0.033).
In summary, it should be noted that the perinatal zearalenon exposure of the boar, indirectly through the mother, had no negative effects on the adolescent male piglets. The exposed boars even tend to have a higher body weight, larger testes and more sperm per ejaculate. These parameters are interdependent and a causal link to the zearalenone exposure is not assured. It was shown that zearalenone as an endocrine disruptor in male piglets administered in the perinatal phase at the given dose is of secondary importance and has no negative affect on the further development and fertility of the animal.
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