Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Aufmerksamkeitsnetzwerke bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und der Einfluss von Belohnung : Eine fMRT-Studie

Kreuzaler, Paula Maria


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (12.284 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-97025
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/9702/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Freie Schlagwörter (Deutsch): ADHS , Belohnung , Aufmerksamkeitsnetzwerke , fMRT , Attention Network Test
Freie Schlagwörter (Englisch): ADHD , reward , attention network , fMRI , Attention Network Test
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Psychiatrie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.01.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 21.06.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) ist eine psychiatrische Erkrankung, die sich in Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität äußert. ADHS hat eine hohe Prävalenz in der Kindheit, doch sie besteht auch im Erwachsenenalter. Eine Ursache der ADHS-Symptomatik ist eine Dysfunktion im dopaminergen Belohnungssystem. Durch Belohnung wird Dopamin vermehrt freigesetzt. Eine weitere Theorie ist mangelnde Verhaltensinhibition, die sich in einer Dysfunktion der Exekutiven Funktionen widerspiegelt. Die beiden Theorien schließen sich gegenseitig nicht aus. An Hand von Studien konnte bestätigt werden, dass sich die Hirnaktivierung bei Patienten mit ADHS von denen gesunder Kontrollprobanden unterscheidet.
In dieser Studie wurden die drei posnerischen Aufmerksamkeitsnetzwerke Alerting, Orienting und Executive Control bei erwachsenen Patienten mit ADHS und einer gesunden Kontrollgruppe untersucht. Hierfür wurde der ANT verwendet, der zur Testung dieser drei Aufmerksamkeitsnetzwerke von Fan et.al. entwickelt wurde. In einem weiteren Schritt wurde der Einfluss von Belohnung auf die Aufmerksamkeitsleistung und die Gehirnaktivierung während des ANTs beobachtet.
Für beide Gruppen bestand ein Alerting-, Orienting-, und Executive-Effekt. Innerhalb der Verhaltensdaten zeigen die Patienten mit ADHS besonders im Orienting-Netzwerk Defizite, die durch Belohnung aufgehoben werden können. Auch in den Hirnaktivierungen bestanden in den Gruppen Unterschiede, wenn auch oft nur geringe, und nicht alle von uns erwarteten Hirnareale aktiviert wurde. Ein unerwartetes Ergebnis war im ANT die fehlende Aktivierungsdifferenz zwischen den Gruppen im Executive Control-Netzwerk. Durch die Belohnung kommt es zum Teil zu einer Erhöhung der Baseline-Aktivität und, insbesondere bei den Patienten mit ADHS, zu Aktivierung belohnungssensibler dopaminerger Strukturen. Trotz unterschiedlicher Hirnaktivierungen in den Gruppen waren kaum Unterschiede in den Verhaltensdaten zu sehen, so dass hier die Vermutung besteht, dass Patienten mit ADHS alternative, von uns hier nicht untersuchte, Hirnarale aktivieren und damit vergleichbare Leistungen wie gesunde Kontrollprobanden erzielen.

Kurzfassung auf Englisch: Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) is a psychiatric disorder which contains inattention, hyperactivity and impulsivity. ADHD has a high prevalence in childhood, but it is also present in adulthood. One cause of ADHD-Symptomatic is a dysfunction in the dopamine-related reward system. Reward increases dopamine releasing. Another theory for ADHD is a lack of behavioral inhibition, which leads to dysfunction in executive functions. Both theories are possible. In studies it could be shown, that brain activity in patience with ADHD is differing to controls.
In this study we analyzed the three attention networks Alerting, Orienting and Executive Control described by Posner in adult patients with ADHD and a sane control group. We used the ANT which was created by Fan et. al. to test these three attention networks. In another step we analyzed the influence of reward on attention and brain activation during the ANT.
For both groups there was an Alerting- Orienting-, and Exectutive-Effect. In the behavioral results the ADHD-group showed the most deficiencies in the Orienting network, which could be compensate by reward. Also in brain activation there were differences in-between the groups, even though they were little and not every expected brain region was activated. An unexpected result in the ANT was the lack of activation differences in the Executive Control network in-between the groups. Reward is leading to a higher Baseline activity and, in particular in the ADHD-group, to activation of reward related dopamine structures. Despite different brain activation in both groups there were rather barely differences in the behavioral results, so that there is the presumption that patience with ADHD activate different, in this study not analyzed , brain regions to achieve the same result as sane controls.

Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand