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Literaturstudie über die Infektionsquellen und Übertragungswege von Coxiella burnetii unter besonderer Berücksichtigung der Kriterien der "evidenzbasierten Medizin"

Möller, Lisa Marie


Originalveröffentlichung: (2013) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.131 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-96622
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/9662/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere; Landesbetrieb Hessisches Landeslabor Gießen
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6039-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.05.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 10.07.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Mit der vorliegenden Studie sollte die aktuell verfügbare Literatur im Zeitraum von 1936 bis 2010 zu den Infektionsquellen des Q-Fieber-Erregers (Coxiella burnetii) sowie die Übertragung vom Tier auf den Menschen und von Mensch zu Mensch zusammengestellt und hinsichtlich ihrer Qualität und Aussagefähigkeit geprüft werden. Zu diesem Zweck wurde zunächst eine strukturierte Literaturrecherche unter Verwendung verschiedener Datenbanken und Suchmaschinen (Pubmed, Web of Science, Ovid/Cab Abstracts) durchgeführt. Diese wurde ergänzt durch eine Handsuche, die die wichtigsten medizinischen und veterinärmedizinischen Fachzeitschriften im vorgenannten Zeitraum berücksichtigte. Durch die Literatursuche konnte gezeigt werden, dass neben einer systematischen Suche in Datenbanken eine Handsuche anhand der Literaturanhänge erfolgen muss. Die Suche über „Pubmed“ mit Hilfe des Thesaurus „MeSH“ stellte sich als die Effektivste dar. Zur kritischen Bewertung („Critical appraisal“) wurden die identifizierten und relevanten Publikationen anhand der durch die „Evidence-based Medicine“ zu diesem Zweck aufgestellten Hierarchie von Kriterien, die sich an der Aussagekraft wissenschaftlicher Erkenntnismethoden orientieren, beurteilt. Weiterhin wurde für die kritische Bewertung dieser Publikationen unter Zuhilfenahme literaturbekannter Beurteilungskriterien ein additives Bewertungsschema erstellt und angewandt. 21 zufällig ausgewählte Publikationen wurden zudem durch zwei weitere Gutachter bewertet. Es konnten insgesamt 73 Publikationen ermittelt werden, die eine Übertragung von C. burnetii vom Tier auf den Menschen oder eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung beschreiben. In diesen Studien erfolgte der Nachweis einer Infektion entweder durch einen Antikörper und/oder Erreger(genom-)/Antigennachweis. Die meisten Publikationen (18) wurden in den letzten zehn Jahren veröffentlicht. Es handelte sich bei den identifizierten Publikationen um 29 Fallserien, zwei Fallberichte, 21 Kohortenstudien und 21 Fall-Kontroll-Studien. Bezüglich der Infektionsquellen konnten 25 Publikationen ermittelt werden, die eine Übertragung von C. burnetii vom Schaf auf den Menschen (4 Fallserien, 1 Fallbericht, 8 Fall- Kontroll-Studien und 12 Kohortenstudien) beschrieben. 14 weitere Studien befassten sich mit der Infektionsquelle Rind (5 Fallserien, 1 Fallbericht, 4 Fall-Kontroll-Studien, 112 3 Kohortenstudien). Ziegen wurden in weiteren acht Publikationen als Infektionsquelle für den Menschen beschrieben (2 Fallserien, 4 Fall-Kontroll-Studien, 2 Kohortenstudien). Auch kleine Haustiere, wie Hund und Katze (5 Fallserien, 2 Fall- Kontroll-Studien, 1 Kohortenstudie) wurden in einigen wenigen Publikationen (n=8) berücksichtigt. Ebenfalls Gegenstand der Beschreibung als Infektionsquelle waren in fünf Publikationen Nager, Hasen, Damwild, Pferde und Tauben (2 Fallserien, 2 Fall- Kontroll-Studien, 1 Kohortenstudie). 13 Studien und Berichte betrafen auch die Mensch-zu-Mensch-Übertragung (8 Fallserien) und die Übertragung im Labor (3 Fallserien, 2 Kohortenstudien). Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass in Bezug auf die Fragestellung der vorliegenden Studie unter Verwendung der beschriebenen Kriterien qualitativ hochwertige Studien mit klarer Aussagekraft nicht identifiziert werden konnten. Lediglich diejenigen Studien, die die Übertragung von C. burnetii von Hund und Katze auf den Menschen beschreiben, sind qualitativ höherwertig als die Anderen und haben dadurch eine vergleichsweise höhere Aussagekraft. Darunter befindet sich die einzige Studie, bei der ein Sequenzvergleich der C. burnetii-Stämme erfolgte. Bei der Bewertung waren vor allem fehlende Angaben zu der untersuchten Studienpopulation und methodische Mängel festzustellen, die zu dieser Beurteilung führten. Die Beurteilung einzelner Kriterien war teilweise subjektiv. Die zusätzliche Bewertung von 21 Publikationen durch zwei weitere Gutachter ergab, dass es zwar unterschiedliche Bewertungen einzelner Beurteilungskriterien gab, die Gesamtbewertung jedoch nur wenig oder gar nicht differierte. Die Anwendung des erarbeiteten Bewertungsschemas führt zu einer intensiveren Auseinandersetzung des Lesers mit dem Inhalt der Veröffentlichung und ermöglicht das Erkennen von Schwachstellen.
Kurzfassung auf Englisch: This study aims to compile the currently available literature published in the period from 1936 to 2010 concerning the sources of infection of the causative agent (pathogen) of Q-fever and the transmission from animal to man. Furthermore the quality and significance of the publications was evaluated. For this purpose, a structured literature recherche was carried out by means of different databases and search engines (“Pubmed”, “Web of Science”, “Ovid”/”CAB Abstracts”). This was completed by a handsearch including the most important medical and veterinary professional journals in the above mentioned period of time. As a result of this literature recherche it could be shown that besides a systematic research in databases handsearch with literary adnexes is absolutely necessary. The search via “Pubmed” with the help of the thesaurus MeSH” proved to be most effective. Identified relevant publications were critically evaluated by means of a hierarchy of criteria by the “Evidence-based Medicine”. Furthermore, for the evaluation of these publications with the aid of criteria known from literature, an additive assessment system was compiled and applied. 21 publications randomly selected were evaluated by two further experts. All in all, 73 publications describing an animal-to-man or man-to-man transmission of C. burnetii could be identified. In these studies the infection was proven either by an antibody and/or a pathogene genome/pathogene antigen could be detection. Most publications (18) were published during the last ten years. The identified publications deal with 29 case series, 2 case reports, 21 case-controlstudies and 21 cohort studies. Concerning the source of infection 25 publications could be identified that describe a transmission of C. burnetii from sheep to man (4 case series, 1 case report, 8 case-control-studies and 12 cohort studies). Another 14 studies dealt with cattle as a source of infection (5 case series, 1 case report, 4 casecontrol- studies and 3 cohort studies). Goats were described in additional 8 publications as sources of infection for man (2 case series, 4 case-control-series and 2 cohort studies). Smaller domestic animals like dogs and cats were also taken into account in a few publications (n=8, 5 case series, 2 case-control-studies and 1 cohort study). 114 In five publications rodents, hares, fallow deer, horses and pigeons were also objects of description (2 case series, 2 case-control-studies and 1 cohort study). 13 studies and reports described man-to-man transmission (8 case series) and transmission in the laboratory (4 case series and 2 cohort studies). In summary, it can be stated that concerning the question of this study and according to the criteria described above, high-quality studies with clear validity could not be identified. Only those studies which describe the transmission of C. burnetii-strains from dog to cat are of higher quality than others and thus have a higher significance. It is the only study in which a sequence comparison of C. burnetii-genome was carried out. Concerning the evaluation, especially missing details about the population of the study and methodical faults lead to the final judgement. The “critical appraisal” of some criteria was sometimes subjective. The additional evaluation of 21 publications carried out by two further experts showed that some criteria were evaluated differently, the overall evaluation however differed little or not at all. The use of this method of evaluation leads to the reader’s more intensive analysis of the contents of the publication and it enables him to recognize the weak points.
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