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Die Bedeutung der Myeloperoxidase als positiver Prädiktor für die Mortalität nach akutem Koronarsyndrom

The Impact of Myeloperoxidase as a positive predictor of mortality after acute coronary syndrome

Koch, Christian


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-92244
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/9224/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Myeloperoxidase , Akutes Koronarsyndrom , Biomarker , Risikostratifizierung
Freie Schlagwörter (Englisch): myeloperoxidase , acute coronary syndrome , biomarker , risk stratification
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Innere Medizin, Klinik für Kardiologie und Angiologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.11.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 04.03.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Myeloperoxidase ist ein Enzym, welches von polymorphkernigen Granulozyten produziert und sezerniert wird. Es steht im Verdacht, an der Entstehung der koronaren Herzerkrankung, sowie an Prozessen, die zur Plaqueinstabilität und Plaqueruptur führen, maßgeblich beteiligt zu sein. In retropektiven Analysen konnte für Patienten mit gesichertem Myokardinfarkt und erhöhten Myeloperoxidase-Plasmaspiegeln eine schlechtere Prognose gezeigt werden.
Die vorliegende Studie untersuchte die prognostische Bedeutung der Myeloperoxidase bei Patienten mit Verdacht auf das Vorliegen eines akuten Koronarsyndroms. Es wurden 917 Patienten in die Studie eingeschlossen, die sich bei Aufnahme und am Folgetag einer BE unterzogen. Gleichzeitig wurden Risikofaktoren, klinische Parameter und das Ergebniss der Koronarangiographie mittels standartisierten Erhebungsbögen erfaßt. In der Folge erfaßten wir die Mortaliät der Patienten und das Auftreten neuerlicher kardialer Ischämien innerhalb der nächsten 6 Monate.
Es zeigte sich, dass Patienten mit am Folgetag nach Koronarangiographie erhöhten MPO-Plasmaspiegel eine erhöhte Mortalität, sowie ein erhöhtes Risiko für kardiale Ischämien innerhalb des Beobachtungszeitraumes aufwiesen. Weiterhin zeigte sich MPO in der Multivarianzanlayse als unabhängiger Marker. Die bei Aufnahme gemessenen MPO-Plasmaspiegel hatten jedoch keine prognostische Signifikanz. Dies könnte darauf hindeuten, dass die präklinische, intravenöse Gabe von Heparin zu einer Erhöhung des MPO-Spiegels bei nicht kardial erkrankten Patienten geführt haben könnte.
Somit zeigt sich MPO als wichtiger Parameter zur Risikostratifizierung beim akuten Koronarsyndrom. Die Kombination von MPO mit etablierten kardialen Markern und Risikoscores könnte zukünftig helfen, eine bedarfsadaptierte Versorgung der Patienten mit Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom zu ermöglichen. Dadurch könnte eine Optimierung der medikamentösen- und interventionellen Therapie erreicht werden.
Kurzfassung auf Englisch: Myeloperoxidase (MPO) is an enzyme that is produced and secreted by polymorphonuclear granulocytes. It is suspected to be involved in the development of coronary heart disease and in processes leading to plaque instability and plaque rupture. Patients with established myocardial infarction and elevated plasma levels of myeloperoxidase showed poorer prognosis in retrospective analysis.
The present study examined the prognostic significance of myeloperoxidase in patients with suspicion of the existence of an acute coronary syndrome. 917 patients were enrolled in this study. Blood samples were taken at admission and the day after coronary angiography. Risk factors, clinical parameters and the result of coronary angiography were recorded by using a standardized protocol. We recorded patients mortality and the occurrence of cardiac ischemia within the next 6 months.
Mortality and risk for cardiac ischemia among Patients with increased MPO plasma levels at the day after coronary angiography were increased during the observation period. The multivariate analysis showed that MPO was an independent marker for mortality after acute coronary ischemia. MPO plasma levels at hospital admission showed no prognostic significance. It has to be assumed that intravenous application of heparin prior to hospital admission may have caused increased MPO levels in non-cardiac diseased patients.
In conclusion MPO is an important parameter for risk stratification in acute coronary syndrome. The combination of MPO with established cardiac markers and risk scores may help to permit a need-adapted treatment of patients with acute coronary syndrome.
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