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Untersuchungen zur PCV2-Infektion bei Wild- und Hausschweinen in Deutschland

Hohloch, Adriane Corinna


Originalveröffentlichung: (2013) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.193 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-92138
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/9213/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Pathologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5991-0
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.01.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 27.02.2013
Kurzfassung auf Deutsch: 1. Ziel der Arbeit war es, in der bisher größten Studien an Wildschweinen in ganz Deutschland zu untersuchen, ob diese eine Infektion mit PCV2 aufwiesen und ob sie an PMWS erkrankt waren.
2. In der Literaturübersicht wird der Verlauf vom ersten porcinen Circovirus-Nachweis 1974 bis zur ersten klinischen Beschreibung von PMWS 1996 und der bis heute anhaltenden Diskussion um die Rolle von PCV2 bei einer Erkrankung an PMWS dargestellt. Die klinischen und pathologischen Befunde bei dem Auftreten von PMWS bei Hausschweinen werden erläutert. Weiterhin wird der bisherige Wissensstand zum Thema „PCV2 und PMWS beim Wildschwein“ vorgestellt.
3. Es wurden bei 356 Wildschweinen in dem Zeitraum von 2004 bis 2007 bei 37 Jagden soweit möglich die Tonsillen, Bronchial- und Mesenteriallymphknoten, Milz sowie Lunge beprobt. Von 340 Hausschweinen aus ganz Deutschland wurden dieselben Proben gewonnen und mittels HE-gefärbter Schnitte histopathologisch untersucht. Der PCV2-Antigennachweis erfolgte an immunhistologischen Schnitten. Von der Klinik für Wiederkäuer und Schweine, Professur für Schweinekrankheiten, der Justus-Liebig-Universität Giessen wurden die Ergebnisse des PCV2-Nachweises mittels Real-time-PCR freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
4. Bei acht Wildschweinen war ein PCV2-Antigennachweis möglich. Diese wiesen in der Real-time-PCR Werte von mindestens 5 x 106 Genomkopienanzahlen pro µg DNA auf. Zusätzlich konnten in zwei der acht Wildschweine PMWS-typische histologische Läsionen festgestellt werden. Vier weitere Tiere zeigten ebenfalls PMWS-typische Befunde, jedoch ohne einen Antigennachweis und mit Kopienanzahlen von kleiner als 5 x 106/µg DNA. Damit wurde bei sechs von 356 untersuchten Tieren eine Erkrankung an PMWS diagnostiziert. Von den 340 Hausschweinen waren 69 Tiere an PMWS erkrankt.
5. Ein Vergleich zwischen Wild- und Hausschweinen zeigte bei ersteren einen deutlich geringeren PCV2-Gehalt in den untersuchten Geweben. Weiterhin fiel auf, dass in der Wildschweinpopulation eine Erkrankung an PMWS nur selten vorkommt. Somit ist zwar von einer Verbreitung des Virus in Wildschweinen auszugehen, die Tiere zeigen aber sehr geringe Virusmengen in den Geweben und nur wenige Tiere erkranken an PMWS.

Kurzfassung auf Englisch: 1. The aim of this up to now biggest study on wild boars was to investigate if infections with PCV2 were existent and if the animals were affected by PMWS in Germany.
2. An overview of the existing literature is given from the first porcine cirvovirus detection in 1974 to the first clinical report of PMWS in 1996 and the controversy about the role of PCV2 in PMWS. Clinical and pathological features of PMWS in domestic pigs are described. Additionally, the existing knowledge about PCV2 and PMWS in wild boars is presented.
3. From 2004 to 2007, samples of 356 wild boars (if possible tonsils, bronchial and mesentery lymph nodes, spleen and lungs) from 37 hunting grounds were taken. Additionally, similar samples were collected from 340 domestic pigs from slaughterhouses from all over Germany. The specimens were analysed histopathologically in H&E stained sections. Immunohistochemistry was performed to detect PCV2 antigen. The Department of Veterinary Clinical Sciences, Swine Diseases, Justus-Liebig-Universitaet, Giessen, kindly provided the PCV2 results obtained by real-time PCR.
4. Detection of PCV2 antigen by immunohistochemistry was possible in eight wild boars. All of them exhibited a minimum of 5 x 106 copy numbers of virus genome per µg extracted DNA in real-time PCR. In two of the eight wild boars, PMWS- specific histologic lesions could be observed. Four other animals showed PMWS-specific lesions, too. However, in these four animals no antigen was detected and copy numbers smaller than 5 x 106/µg DNA were found. Thus, PMWS was suspected in six of the 356 tested animals. Regarding the 340 domestic pigs, 69 animals were suffering from PMWS.
5. A comparative assessment of wild boars and domestic pigs revealed a distinctly lower PCV2 amount in the examined tissues in the former group. Furthermore, the occurrence of PMWS in wild boars is rare. While spread of the virus in wild boars seems to be present, virus load in the tissues is very low and only few animals are affected by PMWS.
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