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Untersuchung der Juckreizqualität bei atopischer Dermatitis unter einer Stress- und Entspannungsbedingung

Weil, Yvonne


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-103244
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/10324/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Juckreiz , atopische Dermatitis , Stress , Entspannung
Freie Schlagwörter (Englisch): itch , atopic dermatitis , stress , relaxation
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.10.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 03.12.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Juckreiz ist ähnlich wie Schmerz eine quälende Sinnesempfindung für Patienten und tritt häufig
im Rahmen dermatologischer Erkrankungen als begleitendes Symptom auf. Juckreiz stellt dabei
eine eigene Sinnesqualität dar. In der vorliegenden Studie sollte zum einen überprüft werden, ob
der bei atopischer Dermatitis auftretende Juckreiz sich unter einer Stressbedingung verschlimmert,
und zum anderen, ob in Gegenannahme ein Entspannungsverfahren den Juckreiz reduziert.
Hierfür wurden 9 Männer und 9 Frauen im Alter zwischen18 und 50 Jahren mit atopischer Dermatitis
in akuter Exazerbation und mit einem SCORAD-Wert von mindestens 20 untersucht.
Alle Probanden waren Nichtraucher und reagierten positiv auf Histamin.
Die Hautläsion wurde an den oberen Extremitäten gewählt, insbesondere in den Ellbeugen und
an den Handgelenken. Nach einer Voruntersuchung auf Eignung wurden die Probanden drei
verschiedenen Bedingungen ausgesetzt: einer Kontrollbedingung, einer Stressbedingung und einer
Entspannungsbedingung. Unter der Kontrollbedingung wurde ein Histamin-Prick in eine
läsionale Hautstelle des Patienten gesetzt, welche wir dann 15 Minuten lang unter Biofeedback-
Monitoring beobachteten. Mittels VAS-Skalen wurden die Parameter Juckreiz und Schmerz minütlich,
die Parameter Erythem und Quaddel in 3-Minuten-Abständen kontrolliert. Unter der
Stressbedingung wurde das gleiche Verfahren mit einem experimentellen Stress durchgeführt.
Dieser Stress dauerte 6 Minuten und bestand aus zwei Ankündigungen und einem akustischvisuellen
Stressor, der über einen Computerbildschirm und Kopfhörer vermittelt wurde. Bei der
Entspannungsbedingung schließlich wurde zunächst die Kurzversion der Progressiven Muskelrelaxation
nach Jacobson in Verbindung mit einer Kognitionsübung gegen Juckreiz durchgeführt,
bevor wie oben beschrieben ein Histamin-Prick gesetzt wurde.
Unter den drei Bedingungen zeigten sich bei den Patienten unterschiedliche Reaktionsmuster. Im
Gegensatz zur Selbsteinschätzung der Patienten hinsichtlich Stress und Entspannung war bei den
Probanden deutlich weniger Stressreaktion zu beobachten. Bei der statistischen Auswertung
konnte in einem Clusteranalyseverfahren eine Gruppe von 8 Probanden isoliert werden, die unter
Entspannung mit einer verminderten Juckreizreaktion reagierte, und eine Gruppe von
4 Probanden, die sogar wider Erwarten unter Entspannung vermehrten Juckreiz verspürte. Das
bedeutet, dass bei einigen Probanden (denen der 8er-Gruppe) ein Entspannungsverfahren sich
positiv auf den Juckreiz bei atopischer Dermatitis auswirkt. Entspannungsverfahren sind damit
durchaus eine wirksame Therapie gegen Juckreiz, allerdings muss die zu behandelnde Person
dafür geeignet sein.
Kurzfassung auf Englisch: Itching is a similar sensation to pain: an unpleasing, sensitive feeling for patients. This symptom
is often associated with dermatologic diseases.
The current study examined if an itch in atopic dermatitis worsens during a stressful situation and
if a relaxation exercise reduces it.
Nine males and nine females (age, 18-50 years) were studied; they had atopic dermatitis in an
exacerbated condition and had a SCORAD- score of at least of 20. All probands were nonsmokers
and reacted positively to histamine.
Skin lesions were selected on the upper extremities, especially on the cubital fossa and wrist.
After a pre-examination of testing the applicability of the probands, they were placed in 3 different
conditions: a control condition, a stress condition and a relaxation condition.
In the control condition, a histamine prick was performed into a skin lesion and 15 minutes of
biofeedback monitoring was observed. Itch and pain parameters were controlled every minute
using VAS- scales, erythema and wheal at every third minute.
The same protocol was used in the stress condition but with an experimental stressor. This experimental
stressor used two 6-minute-long announcements and an acoustic/visual stressor that
was transmitted by a computer monitor and headphones.
In the relaxation condition the probands first had to undergo a short version of progressive muscle
relaxation described by Jacobson (Jacobson 1990) combined with an imagination exercise
against itching. These were completed before the histamine-prick was performed.
The three conditions showed different reaction patterns in the probands. In contrast, the selfassessments
by the probands showed a smaller stress reaction.
The statistical survey revealed, through cluster analysis, that a group of 8 people reacted with a
reduced itch during the relaxation condition and a group of 4 people reacted with an increased
itch during relaxation.
Under stress, only a few probands reacted with an increased itch.
In summary, some people (8 people in this study) reacted positively to relaxation, experiencing
reduced itching in atopic dermatitis.
Relaxation exercises can be an effective therapy against itching, but the person must be suitable
for it.
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