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NOTES „Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery“ : Vorstellungen und Meinungen unterschiedlicher Fachdisziplinen

Viebig, Elisabeth


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-101131
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/10113/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.08.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 10.10.2013
Kurzfassung auf Deutsch: „Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery“ (NOTES) ist ein neues Verfahren der minimalinvasiven Chirurgie. Bei dieser Operationstechnik erfolgt der Zugang in die Bauchhöhle nicht über einen Hautschnitt, sondern über natürliche Körperöffnungen wie Magen, Blase, Scheide oder Darm.

Wir haben erstmalig Vorstellungen und Meinungen verschiedener Facharztgruppen zum Thema NOTES erfragt und in Beziehung gesetzt. Chirurgen, Gynäkologen, Internisten und Urologen, die in hessischen Kliniken tätig sind, wurden eingeladen, an einem Online-Fragebogen teilzunehmen. 24% (112/467) der (größtenteils) per E-Mail angeschriebenen Ärzte nahmen an der Befragung teil.

Als Vorteile von NOTES wurden von den Teilnehmern der Studie die Narbenlosigkeit sowie die geringere Invasivität gesehen. Unentschieden waren die Teilnehmer, ob NOTES mit kürzeren Liegezeiten, einem erhöhten Blutungs- sowie Infektionsrisiko oder mit geringeren postoperativen Schmerzen einhergeht. Als Nachteile wurden unter anderem längere OP-Zeiten, hohe Kosten, mangelnde Erfahrung der Operateure, das Fehlen von suffizienten Instrumenten sowie der schwierige Verschluss des OP-Zugangswegs gesehen.

Das Interesse der Patienten an dem „narbenlosen“ Verfahren wurde bei Frauen jünger als 50 Jahre von den Teilnehmern an iNOTES am größten eingestuft. Weiterhin antworteten die Teilnehmer, dass der Wunsch des Patienten, sowie tendenziell jüngeres Alter und ein hoher BMI die Entscheidung für eine NOTES-OP positiv beeinflussen kann.

Die Frage nach Verteilung von Aufgaben unter den verschiedenen Facharztgruppen bei einem NOTES-Eingriff ergab ein klassisches fachspezifisches Bild. So sollten Gynäkologen den transvaginalen Zugang schaffen und Uterusoperationen durchführen. Die Urologen sollten die Entwicklung des transvesikalen Zugangs übernehmen sowie an den Nieren operieren. Chirurgen sollten den transgastrischen- und transrektalen Zugang herstellen sowie an Organen wie Gallenblase, Pankreas und Darm operieren. In dem Feld der gemeinsamen Kompetenz von Chirurgen und Internisten, dem Gastrointestinaltrakt, wurde die Durchführung von Eingriffen durch Chirurgen der internistischen Intervention vorgezogen.

Die Ergebnisse des Fragebogens ergaben weiterhin, dass die Mehrheit der genannten OP-Indikationen wie Lymphknotenexstirpationen, Appendektomien, Hysterektomien, Endometriosesanierungen oder Ovarialzystenoperationen als klinisch durchführbar angesehen wurden. Nur wenige OPs wurden per NOTES als nicht realisierbar eingestuft, darunter Pankreas- und Leberoperationen.

Insgesamt zeigten die Ergebnisse ein homogenes Meinungsspektrum unter den verschiedenen Facharztgruppen. NOTES wurde bei speziellen Indikationen und definierten Patientengruppen als interessantes Verfahren eingeschätzt.
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